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Mo, 18:36 Uhr
06.12.2010

Eine Frau dirigiert das "3."

Sie war 11 Jahre lang Generalmusikdirektorin der Bergischen Symphoniker und erhielt 2001/2002 vom Verband der Deutschen Musikverleger den Preis für das beste Konzertprogramm in Deutschland: die Dirigentin Romely Pfund. Am Wochenende dirigiert sie in Sondershausen und Nordhausen...


Derzeit ist sie Musikalische Oberleiterin und Operndirektorin am Landestheater Neustrelitz. Am 11. und 12. Dezember übernimmt sie im 3. Sinfoniekonzert des Loh-Orchesters die musikalische Leitung. Auf das Programm unter dem Motto „Erstlinge“ freut sie sich sehr. Es entfalte „ganz aparte Farben“, bemerkt sie. „Das 1. Violinkonzert von Prokofjew und die 1. Sinfonie von Bizet sind absolut genial.“

Romely Pfund ist in Dresden aufgewachsen. Dort begann sie nach ersten Versuchen auf der Geige mit acht Jahren Klavier zu spielen. Sie besuchte oft Proben des Kulturorchesters von Pirna, in dem ihr Vater als Geiger beschäftigt war, und erlebte dort immer wieder auch Proben mit Dirigierstudenten des Dresdner Professors Rudolf Neuhaus. Sie bewunderte die Arbeit der Studenten ebenso wie „die gekonnte Kritik von Neuhaus“. 1974 bis 1979 studierte sie selbst bei ihm Dirigieren und Klavier an der Musikhochschule Dresden.

Einen Dirigierkurs besuchte sie auch bei Kurt Masur, der ihr wichtigster Mentor wurde. Er ermöglichte ihr eines der Schlüsselerlebnisse ihrer Laufbahn, die Teilnahme am Tanglewood Music Center in den USA mit Leonard Bernstein, Seiji Ozawa und Gennadi Roshdestvenski. „Ein unvergessliches Erlebnis“, erklärt die Dirigentin. 1979 trat sie ihr erstes Engagement als Kapellmeisterin am Theater der Altmark, Stendal, an; dort blieb sie bis 1984. Es folgten Engagements am Landestheater Dessau (1964 bis 1987), an der Neubrandenburger Philharmonie (1987 bis 1996), zunächst als Chefdirigentin, seit 1993 als Generalmusikdirektorin und Intendantin. Darüber hinaus leitete sie u. a. das Gewandhausorchester Leipzig, die Dresdner Philharmonie und gastierte an der Komischen Oper Berlin sowie an der Deutschen Oper am Rhein.

Romely Pfund erhielt den Preis für das beste Konzertprogramm in Deutschland 2001/2002 unter anderem aufgrund der Vielseitigkeit der verschiedenen Programme, die sie mit den Bergischen Symphonikern spielte. Wichtig ist ihr bei der Programmgestaltung „eine gute Balance zwischen ‚Kopf und Bauch‘. Der Zuhörer ist entdeckerfreudig und will sich auf keinen Fall langweilen. Man braucht interessante Bezüge, Gegensätze und am Ende eine gute Vorstellungskraft, wie und ob das Ganze zusammenpasst.“ Doch zu einem erlebnisreichen Konzert gehöre noch mehr: „Das Publikum sollte von dem, was auf der Bühne geschieht, verzaubert, überzeugt und begeistert sein. Das geschieht am besten, wenn mit großer Hingabe musiziert wird.“

Und welche Musik favorisiert sie ganz persönlich? „Im Konzertbereich liebe ich besonders Beethoven und Haydn sowie viele Komponisten der klassischen Moderne, zum Beispiel Lutosławski, Martinů, Schostakowitsch und Schulhoff. Im Musiktheater schwärme ich besonders für Bizet und Puccini.“

Das 3. Sinfoniekonzert unter dem Motto „Erstlinge“ findet am 11. Dezember um 19.30 Uhr im Haus der Kunst in Sondershausen und am 12. Dezember um 19.30 Uhr im Theater Nordhausen.

Konzertbesucher können die Dirigentin bereits vor dem Konzert kennen lernen: in der Konzerteinführung mit Konzertdramaturgin Juliane Hirschmann jeweils um 18.45 Uhr im Foyer.

Karten für das 3. Sinfoniekonzert gibt es an der Theaterkasse (Tel. 0 36 31/98 34 52), in der Sondershausen-Information (Tel. 0 36 32/78 81 11) und an allen Vorverkaufsstellen der Theater Nordhausen/Loh-Orchester Sondershausen GmbH
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Kommentare

06.08.2017, 21.24 Uhr
Britta10 | Nachmittagskonzerte
Wenn man mehr als 10km vom Konzertort entfernt wohnt, wünscht man sich Konzertangebote am Vormittag oder Nachmittag, um nicht im Dunkeln fahren zu müssen. Auch größeren Kindern kämen solche Angebote entgegen.

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