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Di, 13:55 Uhr
30.11.2010

„Erstlinge“ im Dritten

Alles, was man zum ersten Mal tut, ist etwas Besonderes und kann manchmal sogar ausschlaggebend für das weitere Leben sein. Wenn Komponisten ihr Opus 1 herausbringen, zum ersten Mal eine Sinfonie oder ein Konzert komponieren und damit an die Öffentlichkeit gehen, dann entscheidet das nicht selten über ihr Ansehen und das, was sie als nächstes tun.


In seinem 3. Sinfoniekonzert am 11. Dezember im Haus der Kunst in Sondershausen und am 12. Dezember im Theater Nordhausen widmet sich das Loh-Orchester ganz unterschiedlichen „Erstlingen“ bedeutender Komponisten.

Georges Bizet, bekannt vor allem als Schöpfer von Opern wie der berühmten „Carmen“, wagte sich noch als Student an eine erste Sinfonie. Weil er aber seinen ersten (und einzigen) sinfonischen Versuch offenbar nicht besonders schätzte, ließ er ihn in der Schublade verschwinden und erlebte selbst nie die Aufführung. Das erst weit nach seinem Tod 1935 erstmals gespielte Werk lebt jedoch von einer ungemein spritzigen Musik, scheint im letzten Satz bereits die Oper „Carmen“ vorwegzunehmen und präsentiert beeindruckend Bizets frühes Können.

Mit seinem Opus 1, der Ouvertüre „Nachklänge von Ossian“, gewann der dänische Komponist Niels Wilhelm Gade nicht nur einen Kompositionswettbewerb in seiner Heimatstadt Kopenhagen, sondern wurde wenig später durch Mendelssohns Aufführung dieses Stücks quasi über Nacht berühmt. Die Musik verarbeitet dänisches Volksliedgut und erinnert zugleich an die Musik Mendelssohns, den Gade in jungen Jahren sehr verehrte.

Einen hohen Anspruch an den Solisten stellt Sergej Prokofjews 1. Violinkonzert (komponiert 1916/1917). Er orientierte sich – allerdings mit einem Augenzwinkern – an klassischen Vorbildern und verlieh der Musik einen sehr lyrischen Grundcharakter. An der Violine wird ein Musiker des Loh-Orchesters zu erleben sein, der normalerweise ganz vorne im Orchester zu sehen ist: der Konzertmeister Marek Adam Smentek.

Die musikalische Leitung übernimmt in diesem Sinfoniekonzert ein Gast aus dem Norden Deutschlands: Die Dirigentin Romely Pfund (Foto) ist seit der vergangenen Spielzeit Musikalische Oberleiterin und Operndirektorin am Landestheater Mecklenburg. Die Besucherinnen und Besucher des Konzerts können sie an beiden Abenden bereits ab 18.45 Uhr in der Einführung gemeinsam mit Konzertdramaturgin Juliane Hirschmann erleben. Das Konzert beginnt jeweils um 19.30 Uhr.

Karten für das 3. Sinfoniekonzert unter dem Motto „Erstlinge“ gibt es an der Theaterkasse (Tel. 0 36 31/98 34 52), in der Sondershausen-Information (Tel. 0 36 32/78 81 11) und an allen Vorverkaufsstellen der Theater Nordhausen/Loh-Orchester Sondershausen GmbH
Autor: nnz

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