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Fr, 10:09 Uhr
12.11.2010

Post aus Nordthüringen

Die Ursula von der Leyen, also unsere Arbeitsministerin, bekommt vermutlich jeden Tag hunderte Briefe. Jetzt war auch einer von Wilfried Grams dabei sein...


„Renten-Post“ aus Nordthüringen für Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU): Mit einem persönlichen Schreiben hat sich der „oberste Bauarbeiter“ Nordthüringens an die „oberste Renten-Managerin“ gewandt. Als Bezirkschef der IG Bauen-Agrar-Umwelt hat Wilfried Grams der Bundesarbeitsministerin deutliche Worte gegen die Rente mit 67 ins Haus geschickt. Die Post kommt pünktlich in Berlin an, bevor das Bundeskabinett am nächsten Mittwoch über die Rente mit 67 entscheidet.

Vom Bauarbeiter über den Gärtner bis zur Gebäudereinigerin – die Beschäftigten in Nordthüringen würden sich mit aller Entschlossenheit gegen eine Verlängerung der Lebensarbeitszeit um zwei Jahre wehren. „Wir packen die Rente mit 67 nicht. Wir empfinden sie als ungerecht. Und wir haben schlichtweg Angst vor zwei Jahren mehr Arbeitslosigkeit – und vor heftigen Abschlägen“, schrieb Grams in seinem Renten-Brief nach Berlin.

Schon heute würden viele Arbeitnehmer wegen Gesundheitsproblemen deutlich vor der Renten-Altersgrenze aus dem Arbeitsleben gedrängt. „Auf dem Bau gehen Beschäftigte im Schnitt schon mit knapp 57 Jahren in Rente. Und auf 300 Dachdecker im Alter von 30 Jahren kommen gerade einmal zehn Berufskollegen, die 64 Jahre alt sind und noch im Job stehen. Bei den Gerüstbauern sieht es haargenau so aus“, machte der IG BAU-Bezirksvorsitzende in seinem Schreiben an von der Leyen deutlich. An ein Renteneintrittsalter von 67 Jahren sei da „im Traum nicht zu denken“.

Wenn von der Leyen am Mittwoch ihren Bericht zur Rente mit 67 mit dem Titel „Aufbruch in die altersgerechte Arbeitswelt“ vorstelle, dann müsse sie wissen, dass die Mitglieder der IG BAU Nordthüringen sich eines fragten: „Woher sollen all die Bürostühle für Maurer, Eisenflechter, Betongießer, Gerüstbauer, Gärtnerinnen, Gebäudereinigerinnen ... und Dachdecker kommen, auf die sie im Alter wechseln sollen? Wo kommen die Arbeitgeber her, die Menschen, die körperlich hart gearbeitet und es bis zur Rente in ihrem Beruf nicht geschafft haben, einstellen werden?“

Eine Wahrheit, so Wilfried Grams, müsse dringend am Kabinettstisch ausgesprochen werden, bevor das Kabinett Merkel seine Entscheidung fälle: „Es wird niemals genug altersgerechte Arbeitsplätze geben, um die Rente mit 67 zu realisieren. Insbesondere fürs heimische Handwerk bei uns in Nordthüringen ist das eine reine Illusion.“ Von der Leyen solle deshalb die Rente mit 67 nicht einfach „durchwinken“, sondern stoppen, so der IG BAU-Bezirkschef.
Autor: nnz

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