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Do, 11:48 Uhr
01.07.2010

nnz-Forum: Das geht uns alle an!

Unmittelbar an der Südgrenze der Ortschaft Sundhausen soll schon im Herbst ein neuer Autohof entstehen. So sehen es die Planungsunterlagen für das Vorhaben vor, die bis Ende Juli im Rathaus in Nordhausen ausliegen. Dazu gibt es eine Lesermeinung...


Ein Autohof in der Region ist wichtig für Kraftfahrer, die regionale Wirtschaft und den Arbeitsmarkt. Aber was kommt auf die Bürger des Ortsteiles Sundhausen dabei eigentlich zu? Immer schneller entwickelt sich auch in Deutschland das Bewußtsein für eine saubere Umwelt. Dieselfahrzeuge werden mit Rußfiltern ausgestattet, um den Schadstoff-Ausstoß weiter zu reduzieren. Umweltzonen werden errichtet, Wohngebiete mit Schallschutzwällen oder –wänden vor hohen Lärmpegeln geschützt, Umgehungsstraßen werden gebaut, um den Verkehr möglichst weit von Ortschaften fern zu halten. Man versucht, landwirtschaftliche Nutzflächen zu erhalten und ehemalige Industrieflächen zu renaturieren.

Beim geplanten Autohof hingegen wird eine der letzten den Ort umgebenden Grünflächen geopfert, obwohl erschlossene und ungenutzte Gewerbegebiete bestehen. Für die Bürger des Ortsteiles, der 1992/93 der Stadt Nordhausen beitrat, hat die Erhaltung eines sicheren, lebenswerten Wohnumfeldes oberstes Primat. Wichtig ist deshalb in diesem Zusammenhang die Wahl des richtigen Standortes für einen Autohof. Auf Nordhausen insbesondere für den OT Sundhausen werden enorme Belastungen infolge einer steigenden Lärm- und Schadstoffbelastung zukommen, gesundheitliche Spätfolgen kann heute noch niemand abschätzen.

Bei einem Autohof der geplanten Ausmaße, mit 200 LKW-, 180 PKW-Stellplätzen, 10 Busparkplätzen, Caravanparkplätzen, zwei Tankstellen, Fastfood-Betrieb, Restaurant, Wellnessanlage, Shopzeile, Entertainment-Center, Werkstatt, Bowlinganlage mit Cafe, Hotel oder Motel, Waschstraße für LKW und PKW, Shop für Erotikartikel mit Peep Show und Erlebnistanzbar usw. könnten schon bald täglich 7000 - 9000 Fahrzeuge über den Ortszubringer Sundhausen zum Autohof rollen.

Die Lärm- und Schadstoffbelastung wird wesentlich höher sein, als jetzt durch die Autobahn. Gerade die Zufahrt zum Hof, das ständige Anfahren, Halten, der Park- und Rangierbetrieb, stehende LKW mit laufenden Kühlaggregaten, Geräusche von Druckluftanlagen, die Anfahrt bergauf zurück zur B4 werden Umwelt und Anwohnern extrem zusetzen.

Zusätzlichen Lärm wird der 24 Stunden Unterhaltungsbetrieb mit sich bringen. Sind nicht auch diese und andere geplante Ansiedlungen eine Konkurrenz für unsere ansässigen Anbieter (Hotels, Gaststätten, Bowlingcenter, Werkstätten, Abschleppunternehmen usw.)? Wird es nicht dort zu einem Rückgang der Nachfrage, einem Stellenabbau kommen?

Entertainment-Center auch eine Spielhalle? Ist nicht gerade hier zu befürchten, daß die Spielsucht unserer leicht zu beeinflussenden Jugend gefördert werden könnte, Alkohol und andere Drogen wären in der Anonymität leichter verfügbar. Eine besondere Gefahr besteht für unsere von Neugier und Forscherdrang getriebenen Kinder, denn direkt an Sundhausen angrenzend, wird der Autohof ein idealer Abenteuerspielplatz für diese sein, zumal eine Schließung der Ortszufahrt nicht vorgesehen ist und ein Radweg direkt am Autohof dessen Zu- und Abfahrten kreuzen soll. Der örtliche Kindergarten ist nur wenige Gehminuten entfernt.

Aber auch das Stadtgebiet Nordhausen wird nicht verschont bleiben. So ist doch ein erhöhtes Aufkommen von falsch abfahrenden LKW aufgrund von Fehlnavigationen, sowie von LKW, welche Ausweichparkmöglichkeiten aufgrund überfüllter Parkplätze und Parkgebühren suchen, zu erwarten. Laut ADAC kam es 2008 bei 61% von 1680 Kommunen zu teils erheblichen Verkehrs- und Sicherheitsproblemen, die zu 95 % von LKW verursacht wurden. 52% der gemeldeten Probleme entstanden durch LKW, die nicht mehr wenden konnten – sei es, weil sie sich in Wohngebiete verirrten, Nebenstraßen befuhren oder in Sackgassen gerieten. Nur unwesentlich kleiner (48% ) war die Zahl der LKW, die Routenempfehlungen durch Gebiete gefolgt sind, die für sie ungeeignet waren. Dies könnte zum Rückstau in vielen Kreuzungsbereichen und erhöhter Gefahr für Radfahrer, Fußgänger und Beschädigungen an parkenden Kfz führen.

Diebstähle und Wohnungseinbrüche, Überfälle auf LKW-Fahrer könnten sich in Zukunft häufen. Laut einer Studie der Internationalen Road Transport Union wurde jeder sechste von rund 1300 direkt befragten Fahrern in den vergangenen Jahren überfallen. Nicht zuletzt nutzt auch die organisierte Kriminalität Autobahnen und deren Infrastruktur als Transport- und Handelswege für Kfz-Schiebereien, Drogenhandel, Zuhälterei, Menschenhandel usw.

Befährt man die Autobahn von Windehausen bis Bleicherode, so sind unzählige geeignete Flächen für einen Autohof, den die Region ohne Zweifel benötigt, die jedoch keine unmittelbare Berührung zu Wohngebieten aufweisen, vorhanden.

Wir möchten alle Bürgerinnen und Bürger hiermit aufrufen, sich eine allumfassende objektive Meinung zum geplanten Autohof Sundhausen zu bilden. Fehler die wir heute begehen oder einfach nur hinnehmen, könnten für die nachfolgenden Generationen fatale Folgen haben.

Wir bitten Sie, wenden Sie sich an Ihre Volksvertreter, Bürgermeister, an die Stadt Nordhausen, sprechen sie mit Ihren Nachbarn. Machen Sie von Ihrem Recht der Stellungnahme im Stadtbüro bis zum 30.07.2010 Gebrauch ! Sehr geehrte Stadträte, gehört ein derartiges Vorhaben wirklich in die direkte Nähe eines Wohnortes, der bereits durch die A 38 die B 4 und Gewerbegebiete stark beeinträchtigt ist ?
Dyroff/Jödicke, Sundhausen
Autor: nnz

Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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Kommentare
pumpnC
01.07.2010, 12:51 Uhr
Übertrieben
Also man sollte die Kirche mal im Dorf lassen. Das ist schon ziemlich übertrieben, wie es hier dargestellt wird. Ein Autohof bietet vor allem Arbeitsplätze, und die nähe zur Stadt ermöglicht sicher auch die Ansiedlung anderer Unternehmen. In einer Strukturschwachen Region wie unserer sollte man darüber froh sein, wenn sich überhaupt noch Firmen ansiedeln.

Sicher wird es mit dem Autohof auch zu der ein oder anderen Einschränkung kommen, aber so drastisch wie es hier beschrieben ist sicher nicht. Dazu ist die Frequentierung der A38 viel zu gering. Eine Verstopung mit LKW´s im Stadtgebiet ist durch diesen Autohof sicher auch sehr unwahrscheinlich. Der autohof in Sangerhausen zeigt, dass hier Eindeutig Panikmache herrscht.

Außerdem so wie das hier beschrieben wurde, müsste das ja Deutschlands größter Autohof werden. Man sollte halt wie oben gesagt froh sein, dass es hier noch Ansiedlungen gibt, und nicht alles ins Eichsfeld abwandert. So landet das Geld wenigstens bei uns und nicht bei den ohnehin schon bevorzugten Schwarzkitteln!
Georg66
01.07.2010, 17:51 Uhr
Peep show
Endlich eine Peep show auf dem Autohof.
Die hätte sich im Eichsfeld sowieso nicht lange gehalten.
Aber in Nordhausen ist das schon o.k. Ein paar Arbeitsplätze und ein paar Südharzer Sehenswürdigkeiten, da werden Träume war!
Viel Glück!
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