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Do, 11:26 Uhr
01.07.2010

Über Sport zurück zur Arbeit

„Sport baut Brücken“ – so heißt ein Projekt der Abeitsgemeinschaft des Landkreises (ARGE) und des Kreissportbundes (KSB). Kurz umrissen verbirgt sich dahinter die Idee, über den Einsatz in einem Sportverein Arbeitssuchende zu mobilisieren und an wieder an Arbeit heranzuführen.

Brücken bauen (Foto: J. Piper) Brücken bauen (Foto: J. Piper)

Über den Erfolg der bisherigen Zusammenarbeit von Arge und KSB und die Zukunftsaussichten des Projekts diskutierten bei einer Regionalkonferenz u.a. Vertreter des Thüringer Sozial- und Wirtschaftsministeriums, der GfAW – Gesellschaft für Arbeits- und Wirtschaftsförderung, der Bundesagentur für Arbeit, des Landsportbundes sowie von Stadt und Landkreis Nordhausen.

Die Kooperationen zwischen Arge und KSB läuft seit fünf Jahren, seit gut drei Jahren auf einem intensiven Niveau. „Uns gelingt das hier, weil der Kreissportbund so gut aufgestellt ist und daher die Koordinierung klappt“, schickte Hans-Georg Müller, Leiter der Arge vorweg. Von 2007 bis heute haben fast 300 Arbeitssuchende an Maßnahmen teilgenommen, in diesem Jahr sind es allein 81. Sie unterstützen die Vereine in vielerlei Hinsicht: bei Verwaltungsaufgaben, helfen den ehrenamtlichen Trainern und Übungsleitern oder packen mit an, wenn an den Sportstätten selbst etwas getan werden muss.

Brücken bauen (Foto: J. Piper) Brücken bauen (Foto: J. Piper) Dabei helfe der Sport und die Erfahrung im Verein auf verschiedenen Ebenen, so Andreas Meyer, Geschäftsführer des KSB. So erreiche man, dass die „Menschen sich nicht in sozialer Isolation verabschieden“ und eine „emotionale Heimat“ finden. Im Verein können gerade Langzeitarbeitslose ihr Selbstwertgefühl stärken, schöpfen Mut, erfahren Akzeptanz und gewinnen Anerkennung, die sie selbstbewusster reagieren lassen. Gleichzeitig helfe die eigene sportliche Aktivität dabei, wieder fit zu werden – so körperlich fit, um eine tägliche Arbeit bewältigen zu können. Ein positiver Nebeneffekt: Auch die Kinder der Arbeitssuchenden finden in den Vereinen, in denen ihre Eltern eingesetzt sind, häufig neuen Anschluss.

Heike Taubert, Thüringer Ministerium für Soziales, Familie und Gesundheit, lobte den Einsatz in der Region Nordhausen: „Sport ist in besonderer Weise prädestiniert dafür, den Personen, die wir damit erreichen wollen, das Entsprechende vorzuleben. Denn Menschen, die Sport treiben, haben immer ein Ziel“, ging die Ministerin auf die Vorbildfunktion ein. „Das bedarf eines hohen Aufwandes.“ Der sich jedoch bei derartigen Projekten in der Regel lohne. Auch, aber nicht nur, in Form einer neuen Arbeitsstelle: Im vergangenen Jahr fanden zwölf, in diesem Jahr bereits acht Teilnehmer einen neuen Job auf dem ersten Arbeitsmarkt. Dabei half auch die Weiterbildung durch den KSB, beispielsweise Lehrgänge zum Sportassistenten oder die Übungsleiterqualifizierung zur DOSB Lizenz.

Oft engagieren sich die Projektteilnehmer nach Beendigung der Maßnahme weiter ehrenamtlich für den Verein. „Ein Ehrenamt entsteht im Regelfall durch positive Erfahrungen in einer Maßnahme“, so Hans-Georg Müller. „Und ohne Verein und die ehrenamtlichen Strukturen dahinter, wie beispielsweise die qualifizierten Übungsleiter, wären solche Projekte gar nicht möglich. Sie sind die Basis“, betonte Andreas Meyer. Im Kreissport sind rund 150 Vereine mit mehr als 15.000 Mitgliedern organisiert. Sie betreuen umfangreiche Projekte wie „Fit im Wasser“, bei dem Kindergartenkinder schwimmfähig werden oder „Kinder weg von der Straße, ran an den Ball“, in dem für alle Grundschüler eine zusätzliche Bewegungsstunde organisiert wird – ein bundesweit einmaliges Angebot, dass auf die 5. bis 7. Klasse ausgeweitet werden soll. Allerdings sei inzwischen das Ehrenamt im Sport im Landkreis an seiner Leistungsgrenze angekommen.

Schnell kam in diesem Zusammenhang die Diskussion auf die zukünftige Finanzierung solcher Projekte, um die aufgebauten Strukturen und Netzwerke kontinuierlich zu wahren und zu stärken. „Wir müssen uns letztlich darauf einstellen, dass die Ressourcen knapper werden“, brachte es Arge-Leiter Hans-Georg Müller auf den Punkt.

Deshalb sei es wichtig zu kooperieren und verschiedene Finanzierungswege zu gehen, zum Beispiel Bundesprogramme wie die Bürgerarbeit, das Landesarbeitsmarktprogramm „Arbeit für Thüringen und Zukunft Familie“, das die GfAW betreut oder EU-Programme, die aus ESF-Mitteln finanziert werden.

Am Ende des Jahres ist eine weitere Regionalkonferenz geplant, um mit der dann erhofften klareren Perspektive auf die zukünftige Struktur und finanzielle Ausgestaltung der Arge die Thematik erneut zu diskutieren.
Autor: nnz

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