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Do, 17:43 Uhr
27.05.2010

Mobil Stempeln

Vom 15. Juni bis 14. August gastiert ein Stempelkasten der Harzer Wandernadel auf der Ebersburg bei Herrmannsacker. Ziel ist es, mit dieser mobilen Stempelstelle die Attraktivität der Burgruine als Wanderziel zu steigern. Die Frage bleibt: Ob das gelingt...

Wandernadel (Foto: J. Piper) Wandernadel (Foto: J. Piper)

Der Harzer Wanderstempel ist seit fast fünf Jahren eine Erfolgsgeschichte. „Wir haben schon mehr als 30.000 Wanderpässe, in den die Leute die Stempel sammeln, verkauft“, sagte Christina Grompe, Projektmanagerin der Harzer Wandernadel vom Verein Gesund Älter werden im Harz. Insgesamt gibt es 222 feste Stempelstellen, zwölf davon im Landkreis Nordhausen. „Die Ebersburg lag lange im Dornröschenschlaf“, meinte Gudrun Gerlach, die Bürgermeisterin von Herrmannsacker.

Seit ein paar Jahren hat sich das geändert: 2006 übernahm der Verein für lebendiges Mittelalter die Nutzung der Burgruine, hat die zugewachsene Anlage wieder freigelegt und setzt sich in Kooperation mit dem Landkreis für deren Erhalt und Pflege ein. Im Juni startet das Land erste archäologische Ausgrabungen auf dem Gelände. „Die Burg hat viele Geheimnisse und Besonderheiten“, so Hannelore Müller, Geschäftsführerin des Vereins für lebendiges Mittelalter. Das könnten jetzt die Wanderer erleben, wenn sie sich ihren Stempel abholen – auch bei einer der Veranstaltungen, die der Verein auf der Ebersburg organisiert. Der nächste Termin ist das inzwischen schon traditionelle Johannifeuer am 26. Juni mit Ritterlager, Lagerfeuer und Fackeln auf der Burg, Kostümwettbewerb für Kinder und Feuershow.

Um das Wandergebiet noch attraktiver zu gestalten, ist zudem ein Rundweg um die Ebersburg geplant – in Abstimmung mit der Fürstlich Stolberg`schen Verwaltung, denen die Wälder der Umgebung gehören. Auch der Harzklubzweigverein Neustadt/Osterode und die LIFT gGmbH werten das Wandergebiet rund um die Ebersburg beispielsweise mit neuen Wegweisern von Neustadt aus auf, wie Dirk Erfurt, Vorsitzender des Harzklubzweigvereins Neustadt/Osterode und Helmut Dempwolf, Projektleiter bei LIFT, zusagten. LIFT betreut die Stempelstellen im Landkreis Nordhausen.

Die Ebersburg wurde zwischen 1180 und 1191 auf Geheiß des Thüringer Landgrafen Hermann I., Hermann von Thüringen, erbaut. Vermutlich gab es aber schon vorher eine Befestigung. Die Burg war die nördlichste Befestigung Thüringens und wichtig als Vorposten gegen die Grafengeschlechter zwischen Südharz und Hainleite. Welche Wichtigkeit der Ebersburg beigemessen wurde, belegt die Tatsache, dass ein Marschall Burgverwalter wurde, nämlich Heinricus Marscalkus de Eversberch.

Mit Marschällen besetzte man damals eigentlich nur Burgen, die Residenzcharakter besaßen. Heinrich erlaubte den Menschen, sich um das Gebiet der Burg des Landgrafen anzusiedeln. Die Ortschaft Herrmannsacker verdankt ihren Namen dem Erbauer und Besitzer der Burg. Das Dorf wurde 1256 erstmals urkundlich erwähnt. Hermann I. regierte von 1190 bis 1217. Unter ihm erreichte die Landgrafschaft Thüringen Höhepunkt und Blüte.

Die bekannteste Person aus der Landgrafenfamilie der Ludowinger ist allerdings eine Frau, die ungarische Königstochter Elisabeth, die als Heilige Elisabeth von Thüringen in die Geschichte einging. 1207 geboren siedelte sie bereits mit 4 Jahren nach Thüringen über und heiratete 1221 Ludwig IV., den Sohn des Landgrafen Hermann I.

Im 13. Jahrhundert wechselte die Ebersburg ihren Besitzer und ging an den Grafen von Anhalt über, im 14. Jahrhundert an die Grafen von Stolberg, im 15. Jahrhundert an den Grafen von Schwarzburg. Im 16. Jahrhundert begann die Burg zu verfallen. Die letzte Familie, die die Burg bewohnte, starb 1582 aus. „Danach hat der Wald gewonnen“, so Hannelore Müller. Die Burg geriet 800 Jahre lang in Vergessenheit und ist dadurch nie überbaut oder überformt worden. Sie ist in rein romanischen Stil erhalten geblieben.

Markant hervor sticht der massiv gebaute Bergfried mit einer Mauerstärke von 4,50 Meter. Selten ist auch das zurückgezogene Kammertor, das den Eingang zum inneren Burgbereich bildet. Im unmittelbaren Umfeld der Ebersburg, in einem Radius von 500 Metern, befinden sich noch fünf mittelalterliche Wehranlagen: die Burg Schadewalt, die niedere Alze, die westliche Alze, Burg Friedeland und die Befestigungsanlage auf dem Lehnberg. Mit Ausnahme der Burg Schadewalt, wo es noch Mauerreste gibt, sind alle anderen Befestigungen nur noch als Bodendenkmal zu erkennen.
Jessica Piper
Autor: nnz

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