Sa, 08:29 Uhr
11.01.2003
nnz-Doku (22): Reformen beginnen!
Nordhausen (nnz). In Nordhausen hatte die Kreissparkasse gestern zu ihrem Neujahrsempfang eingeladen. In der Doku-Reihe veröffentlicht nnz die Ansprache von Sparkassendirektor Dieter Przybilla.
Liebe Gäste,
Neujahrsansprachen sollen Mut machen und zuversichtlich stimmen. Ich werde versuchen, diesen Ansprüchen gerecht zu werden. Das Jahr 2002 liegt hinter uns, die Bücher sind geschlossen. Lassen Sie uns kurz zurückblicken.
Das Jahr 2002 war wie Seitwärtsgehen im Matsch. Man rutscht zwar nicht in den Graben, aber von unten steigt langsam Feuchtigkeit die Hose hoch das ist ziemlich unangenehm.
Dieses Resümee zog der Chefvolkswirt der DEKA-Bank Michael Hüther über das abgelaufene Jahr. Ich denke, viele von uns können diesen Eindruck mehr oder weniger nachvollziehen. Dabei sollte es eigentlich ein gutes Jahr werden für die deutsche Konjunktur das jedenfalls verkündete die Mehrzahl der Konjunkturforscher zum Jahreswechsel 2001/2002.
Heute wissen wir es besser:
- die Binnenkonjunktur liegt am Boden
- lediglich der Export hat Schlimmeres verhindert
- wir haben die höchste staatliche Defizitquote seit 1993
- Brüssel übersandte uns einen blauen Brief
- die Zahl der Erwerbslosen stagniert auf viel zu hohem Niveau
- die Pisa Studie lehrt uns, dass die Schüler in vielen Ländern besser rechnen und schreiben können als in Deutschland
- der EURO mutiert zum gefühlten TEURO
- in den Kassen der Sozialsysteme klaffen riesige Löcher
- die Stimmung im Land ist negativ, ganz besonders bei den Unternehmern
Lassen wir es aber gut sein mit dem Aufzählen von Negativem.
Ich zähle weiß Gott nicht zu den Jammerern und möchte auch Sie aufmuntern, positiv nach vorn zu schauen. Es bleibt allerdings festzustellen, dass es große Probleme in Deutschland gibt. Wir sollten jedoch aufhören verbale Selbstvernichtung zu betreiben.
Wir sind ein reiches Land, Produkte Made in Germany sind weltweit gefragt. Vielen Menschen geht es gut, sie sind allerdings zutiefst verunsichert. Sie haben Sorge um ihren Job, wissen nicht wie in Zukunft die Renten aussehen oder welche Belastungen noch auf sie zukommen.
Den Menschen muss endlich reiner Wein eingegossen werden,
es muss Klartext gesprochen werden, Ansprüche an den Staat müssen zurückgeschraubt, Erwartungen gedämpft werden. Solange ein weltwirtschaftlicher Aufschwung nicht in Sicht ist, müssen wir weiterhin kleine Brötchen backen.
Um die in Deutschland vorhandenen Kraft-, Leistungs- und Kreativitätsreserven wieder in Höchstform zu bringen, brauchen wir mehr Sicherheit und Vertrauen in die Zukunft. Dazu ist es erforderlich, die aktuelle Situation schonungslos offen zu legen. Es müssen Lösungen und Zeithorizonte genannt werden, wie und bis wann die Probleme behoben sind. Dann wird auch der Pessimismus im Land weichen und die Konsum- und Investitionszurückhaltung aufgegeben.
Alle Probleme unserer Gesellschaft sind nach Meinung zahlreicher Experten mit einer schrittweisen, zielgerichteten Reformpolitik in einem Zeitraum von gut 10 Jahren lösbar. Viele Probleme würden sich sogar von selbst lösen, wenn wir ein vernünftiges Wirtschaftswachstum erreichten. Doch bevor man über Lösungen reden kann, muss man sich über die Ursachen verständigen.
Mit zu hohen Abgaben, zu hohen Kosten, zu hohen Erwartungen, mit zu viel Staat, zu viel Bürokratismus und zu wenig Leistung, hat sich Deutschland übernommen und steckt in einer Sackgasse.
Wir müssen uns bewegen obwohl wir so gerne liegen blieben. Oder anders gesagt: Ohne Änderungen ändert sich nichts.
Wir müssen auch die Frage beantworten, ob wir mehr Staat oder mehr individuelle Freiheit wollen? Ökonomische Freiheit der Bürger und ein scheinbar grenzenlos gebender Staat sind nicht unendlich darstellbar. Die Aufgaben eines starken und beschützenden Staates, wie ihn sich die Mehrheit der Deutschen immer noch wünscht, müssen reformiert und angepasst werden. Um die Lösungen dürfen wir uns nicht mehr länger herumdrücken.
Die in Deutschland notwendigen Reformen erfordern Mut zu grundlegenden Veränderungen. Lassen sich aber nur in einer gemeinsamen Anstrengung und im direkten Dialog erreichen.
Meine Damen und Herren,
die Deutschen sorgen sich um Ihren erreichten Wohlstand, lautete eine Schlagzeile zum Jahreswechsel in der Welt am Sonntag. Zeitgleich lese ich die Überschrift Spaß muss sein über einer Allensbach-Studie nach Zielen, die dem Leben Sinn geben. Dort heißt es weiter: Das Streben nach möglichst viel Glückserfahrung und Lebensgenuss ist ungebrochen. Der heutige Wohlstand in Deutschland ist - wie sagt man so schön - mit typisch deutschen Tugenden erarbeitet worden, mit Fleiß, Zuverlässigkeit und Qualität. Made in Germany war weltweit ein Qualitätsmerkmal, ein Markenzeichen für Spitzenleistung. Lassen Sie uns alle die Ärmel hochkrempeln und dafür sorgen, dass das so bleibt.
Nur mit Spaß und Lebensgenuss werden wir das nicht erreichen, auch wenn es ganz schön wäre.
Die schwierigen Umfeldbedingungen treffen die Unternehmen in Ostdeutschland mit ihren zu geringen Eigenkapitalquoten besonders hart. Die zahlreichen Firmenpleiten im letzten Jahr zeigen das deutlich. Auch unser Landkreis kann sich von der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung nicht abkoppeln.
Die rege Bautätigkeit im Vorfeld der Landesgartenschau oder die Weiterführung der Autobahn A 38 können nicht darüber hinwegtäuschen, dass gerade in der Bauwirtschaft die Lage ausgesprochen schwierig ist. Die Anzahl der Baugenehmigungen im Ein- und Zweifamilienhausbau ist deutlich rückläufig und vom öffentlichen Hochbau gehen so gut wie keine Impulse aus. Die Landesbausparkassen prognostizieren für 2003 einen Minusrekord beim Wohnungsneubau und zumindest für Westdeutschland die niedrigste Wohnungsbautätigkeit seit Bestehen der Bundesrepublik.
Der Einzelhandel leidet unter der Konsumzurückhaltung der Verbraucher. Im Tourismus stagnieren wir auf niedrigem Niveau. Die wenigen Branchen mit positivem Trends sind leider kaum in unserer Region angesiedelt. Der Einwohnerrückgang im Landkreis ist nach wie vor ungebrochen und die Erwerbslosenquote verharrt auf zu hohem Niveau.
Unter diesen schwierigen Rahmenbedingungen hat sich unsere Sparkasse wacker geschlagen. Unsere Wettbewerbsposition als Marktführer konnten wir erfolgreich verteidigen, obwohl das Jahr 2002 für die Kreditwirtschaft zu den herausforderndsten und schwierigsten Jahren der Vergangenheit gehörte.
Trotzdem sind wir optimistisch und schauen positiv nach vorn. Wir haben die vergangenen Jahre genutzt, um uns neu aufzustellen. Die Zusammenarbeit mit Ihnen, unseren Kunden, wollen wir weiter optimieren. Unsere Stärken der regionalen Nähe, der guten Kenntnisse vor Ort sowie der kurzen Entscheidungswege wollen wir intensiver nutzen und uns deutlich von den Großbanken abheben.
Zu unserer Strategie gehört es eindeutig, Partner der Bürger, der Kommunen sowie wichtigster Partner der kleinen und mittleren Unternehmen zu sein. Von einem Rückzug aus dem Firmenkreditgeschäft, der in den Medien häufig diskutiert wird, kann in der Deutschen Sparkassenorganisation und bei unserer Sparkasse keine Rede sein. Sparkassen und Landesbanken in Deutschland haben einen Marktanteil von rund 42 % im Unternehmenskreditgeschäft. Aktuell gewinnen wir Marktanteile hinzu und fangen den Rückzug einiger Mitbewerber teilweise auf.
Die Entwicklung im Kreditgeschäft unserer Sparkasse belegt dies ebenfalls. Wir haben uns seit 1990 im Firmenkreditgeschäft weit überdurchschnittlich engagiert und Verantwortung für die wirtschaftliche Entwicklung im Landkreis übernommen.
Der Marktanteil unserer Sparkasse in diesem Geschäftsfeld liegt deutlich über den Bundeswerten der Sparkassenorganisation. Im Vergleich mit den übrigen Kreditinstituten vor Ort sind wir mit großem Abstand vorn.
Die letzten Jahre sind allerdings nicht ohne Sorgenfalten an uns vorüber gegangen. Die wirtschaftliche Situation vieler kleiner und mittlerer Unternehmen ist mehr als angespannt. Als führender Kreditgeber im Landkreis Nordhausen sind wir natürlich davon betroffen. Die Probleme sind überwiegend eklatante Eigenkapitalschwäche, häufig unzureichende Managementleistung und nicht ausreichende und frühzeitige Offenheit gegenüber der finanzierenden Bank. Dabei sitzen wir gemeinsam in einem Boot.
Wir werden allerdings unsere Verantwortung für die wirtschaftliche Entwicklung in unserem Landkreis auch in Zukunft wahrnehmen. Der Blick für das Risiko wird jedoch deutlich schärfer. Lassen Sie mich deshalb auch folgendes klar sagen: Wo Unternehmen mittelfristig keinerlei Perspektiven haben, sind Kreditierungen nicht möglich.
Meine Damen und Herren,
wir stellen unsere Sparkasse neu auf und rüsten uns damit für den zunehmenden Wettbewerb in der Branche. Wir stellen uns auf die Veränderungen der Zukunft ein. Wie in jedem anderen Unternehmen genügt es nicht, sich auf dem Erfolg der Vergangenheit auszuruhen. Ständige Marktbeobachtung und eine kritische Analyse der Ist-Situation ist zwingend erforderlich, um dauerhaft erfolgreich zu sein. Und man muss bereit sein, auch Bewährtes aufzugeben und Neues zu beginnen. In voller Konzentration auf unsere Stärken und voller Überzeugung von unseren Ideen schaffen wir mit viel Energie neue Strukturen. Dabei konzentrieren wir uns auf unsere Kernkompetenzen. Im Rahmen dieser strategischen Neuausrichtung gehen wir auch bewusst eine Konsolidierung unserer betriebswirtschaftlichen Kennzahlen an.
Neben den bekannten Filialen und Selbstbedienungseinrichtungen im gesamten Landkreis steht für das wichtige Thema Rund um die Immobilie seit Herbst 2002 ein neues Immobiliencenter zur Verfügung. Dort bieten wir Immobilienvermittlungen und finanzierungen an sowie Beratungsleistungen in allen Versicherungsangelegenheiten. Für die Beratung hinsichtlich einer Vermögensoptimierung oder der Berücksichtigung von Steuerfragen bei der Geldanlage sowie für innovative Spezialanlageprodukte steht unser Vermögensanlagecenter hier in der Hauptstelle zur Verfügung.
Für unsere Firmenkunden bündeln wir unsere Kompetenz und schaffen Freiräume für eine intensive Betreuung. Neben diesen stationären Anlaufstellen bauen wir unser mediales Angebot ständig aus. Unsere Internetadresse www.kreissparkasse-nordhausen.de bietet umfangreiche Informationen. Die Abwicklung des Zahlungsverkehrs auf virtuellem Weg nutzt schon fast jeder 5. Kunde. Der Abschluss von Bankgeschäften über Internet wird noch in 2003 möglich werden. Eine deutliche Verbesserung unserer Servicequalität bietet unser Callcenter (telefonisches Servicecenter). Seit September letzten Jahres bauen wir diese Einheit auf. Wir werden die volle Nutzung im März 2003 erreichen. Unter einer zentralen Telefonnummer stehen Ihnen unsere Mitarbeiter Montag Freitag von 8.00 bis 20.00 Uhr zur Verfügung. Das Angebot umfasst allgemeine Auskünfte, Sie können Überweisungen in Auftrag geben oder Wertpapiere kaufen oder verkaufen etc.
Die Zugangswege zu Ihrer Kreissparkasse Nordhausen bestimmen Sie. Ob Filiale, Telefon, Internet oder Selbstbedienungstechnik. Ihnen stehen alle Wege offen.
Zur Geschäftsentwicklung im letzten Jahr:
Die Bilanzsumme unserer Sparkasse spiegelt mit einem leichten Rückgang von 0,8 % auf 914,1 Mio. Euro die wirtschaftliche Entwicklung in der Region wider. Das Kreditvolumen erhöhte sich um 12,0 Mio. Euro auf 584,5 Mio. Euro. Es wird im Wesentlichen durch das Firmenkreditgeschäft getragen.
Bei den Geldanlagen haben wir das Wertpapiergeschäft weiter forciert. Unsere Kunden bevorzugten Investmentfonds mit risikominimierten Anlagestrategien. Aktien waren aus nachvollziehbaren Gründen weniger gefragt. Durch weitere Umschichtungen zugunsten des Wertpapiergeschäftes haben sich die bilanziellen Geldanlagen unserer Kunden im vergangenen Jahr geringfügig auf 694,2 Mio. Euro verringert. Rund 7.000 Euro unterhält jeder Einwohner im Landkreis (ob Kind oder Großvater) statistisch gesehen bei uns.
Im Vergleich zu den anderen Sparkassen in Thüringen, halten wir bei der Marktausschöpfung im Passivgeschäft die Spitzenstellung. Das Passivvolumen ist die eigentliche und wesentliche Grundlage für unsere Geschäftsmöglichkeiten. Für das Vertrauen, das uns die Sparer auch im letzten Jahr entgegengebracht haben, bedanken wir uns herzlich. Die Beachtung von Solidität und Sicherheit in unserer geschäftspolitischen Ausrichtung hatte und hat deshalb auch in Zukunft höchste Priorität.
Für das neue Jahr sehen wir nach wie vor sehr schwierige Rahmenbedingungen in unserem Geschäftsgebiet. Das Handelsblatt bezeichnet das Jahr 2003 als das Jahr der Herausforderungen. Die Fünf Weisen des Sachverständigenrates sehen für Deutschland ein Wachstum von nur einem Prozent voraus und daraus folgend einen leichten Anstieg der Arbeitslosigkeit im Jahresdurchschnitt. Die Impulse werden erneut von der weltwirtschaftlichen Belebung kommen und für das 2. Halbjahr erwartet. Die Binnenkonjunktur fällt voraussichtlich aufgrund der höheren Steuer- und Abgabenbelastung der Bürger erneut schwach aus. Gefahren gehen insbesondere von einem drohenden Krieg im Irak, von einem steigenden Ölpreis und der Entwicklung des EURO aus.
Aber es gibt auch Lichtblicke, vor allem in einigen Industriebranchen, von denen die Stimmung durchaus besser als vor einem Jahr gesehen wird. Hierzu zählen insbesondere die Chemie- und Stahlindustrie sowie die deutschen Automobilbauer. Bleibt auch die Hoffnung, dass einige Verbände die Stimmung düsterer darstellen als sie ist. Denn Klappern gehört ja bekanntlich zum Handwerk und insbesondere soll ja das Wehklagen zum guten Ton altehrbarer Kaufleute gehören.
Leider partizipieren die Unternehmen in unserem Landkreis nur wenig von den genannten Zukunftsbranchen. Es ist höchste Zeit, nach neuen, kreativen Lösungen zu suchen, die Kräfte der Region zu bündeln und gemeinsam voranzugehen. Ich begrüße die Gründung des Vereins für Wirtschaftsentwicklung der Region Nordhausen mit der Zielsetzung, ein Regionalmanagement zu installieren. Die Initiativveranstaltung Quo vadis Nordhausen hatte ebenfalls die richtigen Inhalte, leider ist es sehr ruhig danach geworden. Die Chancen aus der Einbeziehung der Fachhochschule Nordhausen sollten intensiviert werden. Das BIC mit seinen vielfältigen Möglichkeiten bietet ebenfalls gute Voraussetzungen für neue Unternehmensinitiativen.
Es muss allerdings klar sein, dass die Zeit der umfangreichen Analysen und Konzepte knapp ist. Positive Ergebnisse und Erfolge müssen her und zwar möglichst kurzfristig. Nur daraus entwickelt sich Zuversicht und Vertrauen die Grundlage für Zukunftsinvestitionen.
Ein ausgewogener Branchenmix ist wichtig. Es muss gelingen, neben traditionellen Betrieben auch Zukunftsbranchen anzusiedeln - vor allem aber Unternehmen, die Arbeitsplätze schaffen.
Nun noch einige Worte zur Zinssituation. Die Voraussetzungen für Investitionen sind so günstig wie lange nicht mehr. Die Zinssätze sind historisch niedrig. Im langfristigen Bereich sehen wir für 2003 tendenziell leichte Zinserhöhungen. Im Übrigen teilen wir nicht die im Dezember vom ehemaligen Chef der Deutschen Bank, Rolf Breuer, getätigte Aussage, Zinssenkungen der EZB nicht an Kunden weiterzugeben. Solche Aussagen sorgen nur für Irritationen und unnötige Diskussionen und sie sind vor allem inhaltlich falsch. Die Zinsen werden im Markt, also im Wettbewerb bestimmt. Der Markt sorgt schon für die erforderlichen Maßnahmen und den richtigen Zins.
Für Aktieninteressenten wage ich eine hoffnungsvolle Prognose. Noch nie hat der DAX vier Jahre hintereinander verloren. Aber Sie wissen ja, wie das so ist mit den Prognosen. Der Euro sollte mit einer gewissen Bandbreite um die 1 zu 1 Parität zum Dollar schwanken, was für die deutsche Exportwirtschaft auch positiv wäre. Ein EURO-Kurs ab 1,10 US-Dollar wäre alles andere als förderlich für unsere Wirtschaft.
Wir sollten aber auch wissen, der aktuelle EURO-Kurs ist keineswegs eine EURO-Stärke, eher eine Dollarschwäche.
Liebe Kunden, ich danke Ihnen herzlich für das entgegengebrachte Vertrauen im Jahr 2002. Wir wollen auch im neuen Jahr für Sie kompetenter Ansprechpartner in allen Finanzangelegenheiten sein. Den Mitgliedern unseres Verwaltungsrates, mit Landrat Joachim Claus als Vorsitzendem, danke ich sehr herzlich für die intensive Begleitung unserer Geschäftspolitik und der Unterstützung bei der Zukunftsausrichtung unserer Sparkasse. Ein Dank gilt auch unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die mit großem Engagement tätig und die in unserem Veränderungsprozess erheblich gefordert sind.
Beginnen Sie alle das Jahr voll Elan und versuchen Sie, positiv zu denken.
Wer hätte uns im vergangenen Jahr zugetraut, dass wir Vizeweltmeister im Fußball wurden. Und wie hat uns das zusammengeschweißt. Wer hätte die große Solidarität anlässlich der verheerenden Flutkatastrophe erwartet. Immer wenn es nicht ganz so gut lief, haben wir uns in der Vergangenheit auf unsere Stärken konzentriert und Lösungen gefunden.
Ich bin zuversichtlich, dass wir auch die schwierige Zeit meistern werden. Wir müssen nur endlich konsequent mit den nötigen Reformen beginnen.
Autor: nnzLiebe Gäste,
Neujahrsansprachen sollen Mut machen und zuversichtlich stimmen. Ich werde versuchen, diesen Ansprüchen gerecht zu werden. Das Jahr 2002 liegt hinter uns, die Bücher sind geschlossen. Lassen Sie uns kurz zurückblicken.
Das Jahr 2002 war wie Seitwärtsgehen im Matsch. Man rutscht zwar nicht in den Graben, aber von unten steigt langsam Feuchtigkeit die Hose hoch das ist ziemlich unangenehm.
Dieses Resümee zog der Chefvolkswirt der DEKA-Bank Michael Hüther über das abgelaufene Jahr. Ich denke, viele von uns können diesen Eindruck mehr oder weniger nachvollziehen. Dabei sollte es eigentlich ein gutes Jahr werden für die deutsche Konjunktur das jedenfalls verkündete die Mehrzahl der Konjunkturforscher zum Jahreswechsel 2001/2002.
Heute wissen wir es besser:
- die Binnenkonjunktur liegt am Boden
- lediglich der Export hat Schlimmeres verhindert
- wir haben die höchste staatliche Defizitquote seit 1993
- Brüssel übersandte uns einen blauen Brief
- die Zahl der Erwerbslosen stagniert auf viel zu hohem Niveau
- die Pisa Studie lehrt uns, dass die Schüler in vielen Ländern besser rechnen und schreiben können als in Deutschland
- der EURO mutiert zum gefühlten TEURO
- in den Kassen der Sozialsysteme klaffen riesige Löcher
- die Stimmung im Land ist negativ, ganz besonders bei den Unternehmern
Lassen wir es aber gut sein mit dem Aufzählen von Negativem.
Ich zähle weiß Gott nicht zu den Jammerern und möchte auch Sie aufmuntern, positiv nach vorn zu schauen. Es bleibt allerdings festzustellen, dass es große Probleme in Deutschland gibt. Wir sollten jedoch aufhören verbale Selbstvernichtung zu betreiben.
Wir sind ein reiches Land, Produkte Made in Germany sind weltweit gefragt. Vielen Menschen geht es gut, sie sind allerdings zutiefst verunsichert. Sie haben Sorge um ihren Job, wissen nicht wie in Zukunft die Renten aussehen oder welche Belastungen noch auf sie zukommen.
Den Menschen muss endlich reiner Wein eingegossen werden,
es muss Klartext gesprochen werden, Ansprüche an den Staat müssen zurückgeschraubt, Erwartungen gedämpft werden. Solange ein weltwirtschaftlicher Aufschwung nicht in Sicht ist, müssen wir weiterhin kleine Brötchen backen.
Um die in Deutschland vorhandenen Kraft-, Leistungs- und Kreativitätsreserven wieder in Höchstform zu bringen, brauchen wir mehr Sicherheit und Vertrauen in die Zukunft. Dazu ist es erforderlich, die aktuelle Situation schonungslos offen zu legen. Es müssen Lösungen und Zeithorizonte genannt werden, wie und bis wann die Probleme behoben sind. Dann wird auch der Pessimismus im Land weichen und die Konsum- und Investitionszurückhaltung aufgegeben.
Alle Probleme unserer Gesellschaft sind nach Meinung zahlreicher Experten mit einer schrittweisen, zielgerichteten Reformpolitik in einem Zeitraum von gut 10 Jahren lösbar. Viele Probleme würden sich sogar von selbst lösen, wenn wir ein vernünftiges Wirtschaftswachstum erreichten. Doch bevor man über Lösungen reden kann, muss man sich über die Ursachen verständigen.
Mit zu hohen Abgaben, zu hohen Kosten, zu hohen Erwartungen, mit zu viel Staat, zu viel Bürokratismus und zu wenig Leistung, hat sich Deutschland übernommen und steckt in einer Sackgasse.
Wir müssen uns bewegen obwohl wir so gerne liegen blieben. Oder anders gesagt: Ohne Änderungen ändert sich nichts.
Wir müssen auch die Frage beantworten, ob wir mehr Staat oder mehr individuelle Freiheit wollen? Ökonomische Freiheit der Bürger und ein scheinbar grenzenlos gebender Staat sind nicht unendlich darstellbar. Die Aufgaben eines starken und beschützenden Staates, wie ihn sich die Mehrheit der Deutschen immer noch wünscht, müssen reformiert und angepasst werden. Um die Lösungen dürfen wir uns nicht mehr länger herumdrücken.
Die in Deutschland notwendigen Reformen erfordern Mut zu grundlegenden Veränderungen. Lassen sich aber nur in einer gemeinsamen Anstrengung und im direkten Dialog erreichen.
Meine Damen und Herren,
die Deutschen sorgen sich um Ihren erreichten Wohlstand, lautete eine Schlagzeile zum Jahreswechsel in der Welt am Sonntag. Zeitgleich lese ich die Überschrift Spaß muss sein über einer Allensbach-Studie nach Zielen, die dem Leben Sinn geben. Dort heißt es weiter: Das Streben nach möglichst viel Glückserfahrung und Lebensgenuss ist ungebrochen. Der heutige Wohlstand in Deutschland ist - wie sagt man so schön - mit typisch deutschen Tugenden erarbeitet worden, mit Fleiß, Zuverlässigkeit und Qualität. Made in Germany war weltweit ein Qualitätsmerkmal, ein Markenzeichen für Spitzenleistung. Lassen Sie uns alle die Ärmel hochkrempeln und dafür sorgen, dass das so bleibt.
Nur mit Spaß und Lebensgenuss werden wir das nicht erreichen, auch wenn es ganz schön wäre.
Die schwierigen Umfeldbedingungen treffen die Unternehmen in Ostdeutschland mit ihren zu geringen Eigenkapitalquoten besonders hart. Die zahlreichen Firmenpleiten im letzten Jahr zeigen das deutlich. Auch unser Landkreis kann sich von der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung nicht abkoppeln.
Die rege Bautätigkeit im Vorfeld der Landesgartenschau oder die Weiterführung der Autobahn A 38 können nicht darüber hinwegtäuschen, dass gerade in der Bauwirtschaft die Lage ausgesprochen schwierig ist. Die Anzahl der Baugenehmigungen im Ein- und Zweifamilienhausbau ist deutlich rückläufig und vom öffentlichen Hochbau gehen so gut wie keine Impulse aus. Die Landesbausparkassen prognostizieren für 2003 einen Minusrekord beim Wohnungsneubau und zumindest für Westdeutschland die niedrigste Wohnungsbautätigkeit seit Bestehen der Bundesrepublik.
Der Einzelhandel leidet unter der Konsumzurückhaltung der Verbraucher. Im Tourismus stagnieren wir auf niedrigem Niveau. Die wenigen Branchen mit positivem Trends sind leider kaum in unserer Region angesiedelt. Der Einwohnerrückgang im Landkreis ist nach wie vor ungebrochen und die Erwerbslosenquote verharrt auf zu hohem Niveau.
Unter diesen schwierigen Rahmenbedingungen hat sich unsere Sparkasse wacker geschlagen. Unsere Wettbewerbsposition als Marktführer konnten wir erfolgreich verteidigen, obwohl das Jahr 2002 für die Kreditwirtschaft zu den herausforderndsten und schwierigsten Jahren der Vergangenheit gehörte.
Trotzdem sind wir optimistisch und schauen positiv nach vorn. Wir haben die vergangenen Jahre genutzt, um uns neu aufzustellen. Die Zusammenarbeit mit Ihnen, unseren Kunden, wollen wir weiter optimieren. Unsere Stärken der regionalen Nähe, der guten Kenntnisse vor Ort sowie der kurzen Entscheidungswege wollen wir intensiver nutzen und uns deutlich von den Großbanken abheben.
Zu unserer Strategie gehört es eindeutig, Partner der Bürger, der Kommunen sowie wichtigster Partner der kleinen und mittleren Unternehmen zu sein. Von einem Rückzug aus dem Firmenkreditgeschäft, der in den Medien häufig diskutiert wird, kann in der Deutschen Sparkassenorganisation und bei unserer Sparkasse keine Rede sein. Sparkassen und Landesbanken in Deutschland haben einen Marktanteil von rund 42 % im Unternehmenskreditgeschäft. Aktuell gewinnen wir Marktanteile hinzu und fangen den Rückzug einiger Mitbewerber teilweise auf.
Die Entwicklung im Kreditgeschäft unserer Sparkasse belegt dies ebenfalls. Wir haben uns seit 1990 im Firmenkreditgeschäft weit überdurchschnittlich engagiert und Verantwortung für die wirtschaftliche Entwicklung im Landkreis übernommen.
Der Marktanteil unserer Sparkasse in diesem Geschäftsfeld liegt deutlich über den Bundeswerten der Sparkassenorganisation. Im Vergleich mit den übrigen Kreditinstituten vor Ort sind wir mit großem Abstand vorn.
Die letzten Jahre sind allerdings nicht ohne Sorgenfalten an uns vorüber gegangen. Die wirtschaftliche Situation vieler kleiner und mittlerer Unternehmen ist mehr als angespannt. Als führender Kreditgeber im Landkreis Nordhausen sind wir natürlich davon betroffen. Die Probleme sind überwiegend eklatante Eigenkapitalschwäche, häufig unzureichende Managementleistung und nicht ausreichende und frühzeitige Offenheit gegenüber der finanzierenden Bank. Dabei sitzen wir gemeinsam in einem Boot.
Wir werden allerdings unsere Verantwortung für die wirtschaftliche Entwicklung in unserem Landkreis auch in Zukunft wahrnehmen. Der Blick für das Risiko wird jedoch deutlich schärfer. Lassen Sie mich deshalb auch folgendes klar sagen: Wo Unternehmen mittelfristig keinerlei Perspektiven haben, sind Kreditierungen nicht möglich.
Meine Damen und Herren,
wir stellen unsere Sparkasse neu auf und rüsten uns damit für den zunehmenden Wettbewerb in der Branche. Wir stellen uns auf die Veränderungen der Zukunft ein. Wie in jedem anderen Unternehmen genügt es nicht, sich auf dem Erfolg der Vergangenheit auszuruhen. Ständige Marktbeobachtung und eine kritische Analyse der Ist-Situation ist zwingend erforderlich, um dauerhaft erfolgreich zu sein. Und man muss bereit sein, auch Bewährtes aufzugeben und Neues zu beginnen. In voller Konzentration auf unsere Stärken und voller Überzeugung von unseren Ideen schaffen wir mit viel Energie neue Strukturen. Dabei konzentrieren wir uns auf unsere Kernkompetenzen. Im Rahmen dieser strategischen Neuausrichtung gehen wir auch bewusst eine Konsolidierung unserer betriebswirtschaftlichen Kennzahlen an.
Neben den bekannten Filialen und Selbstbedienungseinrichtungen im gesamten Landkreis steht für das wichtige Thema Rund um die Immobilie seit Herbst 2002 ein neues Immobiliencenter zur Verfügung. Dort bieten wir Immobilienvermittlungen und finanzierungen an sowie Beratungsleistungen in allen Versicherungsangelegenheiten. Für die Beratung hinsichtlich einer Vermögensoptimierung oder der Berücksichtigung von Steuerfragen bei der Geldanlage sowie für innovative Spezialanlageprodukte steht unser Vermögensanlagecenter hier in der Hauptstelle zur Verfügung.
Für unsere Firmenkunden bündeln wir unsere Kompetenz und schaffen Freiräume für eine intensive Betreuung. Neben diesen stationären Anlaufstellen bauen wir unser mediales Angebot ständig aus. Unsere Internetadresse www.kreissparkasse-nordhausen.de bietet umfangreiche Informationen. Die Abwicklung des Zahlungsverkehrs auf virtuellem Weg nutzt schon fast jeder 5. Kunde. Der Abschluss von Bankgeschäften über Internet wird noch in 2003 möglich werden. Eine deutliche Verbesserung unserer Servicequalität bietet unser Callcenter (telefonisches Servicecenter). Seit September letzten Jahres bauen wir diese Einheit auf. Wir werden die volle Nutzung im März 2003 erreichen. Unter einer zentralen Telefonnummer stehen Ihnen unsere Mitarbeiter Montag Freitag von 8.00 bis 20.00 Uhr zur Verfügung. Das Angebot umfasst allgemeine Auskünfte, Sie können Überweisungen in Auftrag geben oder Wertpapiere kaufen oder verkaufen etc.
Die Zugangswege zu Ihrer Kreissparkasse Nordhausen bestimmen Sie. Ob Filiale, Telefon, Internet oder Selbstbedienungstechnik. Ihnen stehen alle Wege offen.
Zur Geschäftsentwicklung im letzten Jahr:
Die Bilanzsumme unserer Sparkasse spiegelt mit einem leichten Rückgang von 0,8 % auf 914,1 Mio. Euro die wirtschaftliche Entwicklung in der Region wider. Das Kreditvolumen erhöhte sich um 12,0 Mio. Euro auf 584,5 Mio. Euro. Es wird im Wesentlichen durch das Firmenkreditgeschäft getragen.
Bei den Geldanlagen haben wir das Wertpapiergeschäft weiter forciert. Unsere Kunden bevorzugten Investmentfonds mit risikominimierten Anlagestrategien. Aktien waren aus nachvollziehbaren Gründen weniger gefragt. Durch weitere Umschichtungen zugunsten des Wertpapiergeschäftes haben sich die bilanziellen Geldanlagen unserer Kunden im vergangenen Jahr geringfügig auf 694,2 Mio. Euro verringert. Rund 7.000 Euro unterhält jeder Einwohner im Landkreis (ob Kind oder Großvater) statistisch gesehen bei uns.
Im Vergleich zu den anderen Sparkassen in Thüringen, halten wir bei der Marktausschöpfung im Passivgeschäft die Spitzenstellung. Das Passivvolumen ist die eigentliche und wesentliche Grundlage für unsere Geschäftsmöglichkeiten. Für das Vertrauen, das uns die Sparer auch im letzten Jahr entgegengebracht haben, bedanken wir uns herzlich. Die Beachtung von Solidität und Sicherheit in unserer geschäftspolitischen Ausrichtung hatte und hat deshalb auch in Zukunft höchste Priorität.
Für das neue Jahr sehen wir nach wie vor sehr schwierige Rahmenbedingungen in unserem Geschäftsgebiet. Das Handelsblatt bezeichnet das Jahr 2003 als das Jahr der Herausforderungen. Die Fünf Weisen des Sachverständigenrates sehen für Deutschland ein Wachstum von nur einem Prozent voraus und daraus folgend einen leichten Anstieg der Arbeitslosigkeit im Jahresdurchschnitt. Die Impulse werden erneut von der weltwirtschaftlichen Belebung kommen und für das 2. Halbjahr erwartet. Die Binnenkonjunktur fällt voraussichtlich aufgrund der höheren Steuer- und Abgabenbelastung der Bürger erneut schwach aus. Gefahren gehen insbesondere von einem drohenden Krieg im Irak, von einem steigenden Ölpreis und der Entwicklung des EURO aus.
Aber es gibt auch Lichtblicke, vor allem in einigen Industriebranchen, von denen die Stimmung durchaus besser als vor einem Jahr gesehen wird. Hierzu zählen insbesondere die Chemie- und Stahlindustrie sowie die deutschen Automobilbauer. Bleibt auch die Hoffnung, dass einige Verbände die Stimmung düsterer darstellen als sie ist. Denn Klappern gehört ja bekanntlich zum Handwerk und insbesondere soll ja das Wehklagen zum guten Ton altehrbarer Kaufleute gehören.
Leider partizipieren die Unternehmen in unserem Landkreis nur wenig von den genannten Zukunftsbranchen. Es ist höchste Zeit, nach neuen, kreativen Lösungen zu suchen, die Kräfte der Region zu bündeln und gemeinsam voranzugehen. Ich begrüße die Gründung des Vereins für Wirtschaftsentwicklung der Region Nordhausen mit der Zielsetzung, ein Regionalmanagement zu installieren. Die Initiativveranstaltung Quo vadis Nordhausen hatte ebenfalls die richtigen Inhalte, leider ist es sehr ruhig danach geworden. Die Chancen aus der Einbeziehung der Fachhochschule Nordhausen sollten intensiviert werden. Das BIC mit seinen vielfältigen Möglichkeiten bietet ebenfalls gute Voraussetzungen für neue Unternehmensinitiativen.
Es muss allerdings klar sein, dass die Zeit der umfangreichen Analysen und Konzepte knapp ist. Positive Ergebnisse und Erfolge müssen her und zwar möglichst kurzfristig. Nur daraus entwickelt sich Zuversicht und Vertrauen die Grundlage für Zukunftsinvestitionen.
Ein ausgewogener Branchenmix ist wichtig. Es muss gelingen, neben traditionellen Betrieben auch Zukunftsbranchen anzusiedeln - vor allem aber Unternehmen, die Arbeitsplätze schaffen.
Nun noch einige Worte zur Zinssituation. Die Voraussetzungen für Investitionen sind so günstig wie lange nicht mehr. Die Zinssätze sind historisch niedrig. Im langfristigen Bereich sehen wir für 2003 tendenziell leichte Zinserhöhungen. Im Übrigen teilen wir nicht die im Dezember vom ehemaligen Chef der Deutschen Bank, Rolf Breuer, getätigte Aussage, Zinssenkungen der EZB nicht an Kunden weiterzugeben. Solche Aussagen sorgen nur für Irritationen und unnötige Diskussionen und sie sind vor allem inhaltlich falsch. Die Zinsen werden im Markt, also im Wettbewerb bestimmt. Der Markt sorgt schon für die erforderlichen Maßnahmen und den richtigen Zins.
Für Aktieninteressenten wage ich eine hoffnungsvolle Prognose. Noch nie hat der DAX vier Jahre hintereinander verloren. Aber Sie wissen ja, wie das so ist mit den Prognosen. Der Euro sollte mit einer gewissen Bandbreite um die 1 zu 1 Parität zum Dollar schwanken, was für die deutsche Exportwirtschaft auch positiv wäre. Ein EURO-Kurs ab 1,10 US-Dollar wäre alles andere als förderlich für unsere Wirtschaft.
Wir sollten aber auch wissen, der aktuelle EURO-Kurs ist keineswegs eine EURO-Stärke, eher eine Dollarschwäche.
Liebe Kunden, ich danke Ihnen herzlich für das entgegengebrachte Vertrauen im Jahr 2002. Wir wollen auch im neuen Jahr für Sie kompetenter Ansprechpartner in allen Finanzangelegenheiten sein. Den Mitgliedern unseres Verwaltungsrates, mit Landrat Joachim Claus als Vorsitzendem, danke ich sehr herzlich für die intensive Begleitung unserer Geschäftspolitik und der Unterstützung bei der Zukunftsausrichtung unserer Sparkasse. Ein Dank gilt auch unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die mit großem Engagement tätig und die in unserem Veränderungsprozess erheblich gefordert sind.
Beginnen Sie alle das Jahr voll Elan und versuchen Sie, positiv zu denken.
Wer hätte uns im vergangenen Jahr zugetraut, dass wir Vizeweltmeister im Fußball wurden. Und wie hat uns das zusammengeschweißt. Wer hätte die große Solidarität anlässlich der verheerenden Flutkatastrophe erwartet. Immer wenn es nicht ganz so gut lief, haben wir uns in der Vergangenheit auf unsere Stärken konzentriert und Lösungen gefunden.
Ich bin zuversichtlich, dass wir auch die schwierige Zeit meistern werden. Wir müssen nur endlich konsequent mit den nötigen Reformen beginnen.


