Fr, 18:22 Uhr
16.04.2010
Der Markt der Demographie
Der Nordhäuser Unternehmerverband hatte am Abend zu einem Klubabend eingeladen. Im Mittelpunkt standen Themen der Arbeitsmarktpolitik. Dazu hatte der Vorstand die unterschiedlichsten Gesprächspartner eingeladen, die aber scheinbar alle an einem Strick ziehen wollen...
Karsten Froböse, der Chef der Nordhäuser Arbeitsagentur, ging in seinem Vortrag auf die Situation am Lehrstellenmarkt aus Sicht der Behörde ein. Auf diesem Markt sei die Zahl der Bewerber von rund 5.000 Bewerber im Jahr 2005 auf 2.016 im vergangenen Jahr zurückgegangen. Gleiches gelte für die Zahl der Schulabgänger. Diese Zahl werde sich zwar in den kommenden Jahren stabilisieren, jedoch auf einem niedrigen Niveau. Hinzu käme der Trend, dass immer mehr Jugendliche zum Studium gehen würden, aktuell seien das 40 Prozent der Schulabgänger.
Es gibt also jetzt und in Zukunft weniger Jugendliche, die eine Ausbildung in den Unternehmen anstreben. Es kommt noch schlimmer: Es gibt in den kommenden Jahren viele Arbeitnehmer, die altersbedingt aus den Unternehmen ausscheiden, so Froböse. Jetzt schon werde der Fachkräftemangel spürbar, vor allem bei den verarbeitenden Berufen, aber auch in den Gesundheitsberufen. Aktuell herrsche ein Mangel an Ausgebildeten zum Beispiel bei Elektrikern, hier belaufe sich die spezifische Quote auf rund sieben Prozent, bei Ärzte beträgt sie 0,7 Prozent.
Für die Betriebe gelte es, den kommenden qualifizierten Nachwuchs selbst auszubilden und heranzubilden. Der normale Arbeitsmarkt gebe Fachkräfte aktuell und auch in den nächsten Jahren einfach nicht her.
Nach Karsten Froböse waren zwei Damen an der Reihe, die den Arbeitskreis Schule-Wirtschaft im Landkreis Nordhausen repräsentieren. Dieser Arbeitskreis solle vorgestellt werden. Sophia Kröhn vom Verein für Wirtschaftsentwicklung des Landkreises Nordhausen und Katja Baumann vom Bildungswerk der Thüringer Wirtschaft übernahmen den Part. In Nordhausen werden Unternehmer gesucht, die im Arbeitskreis mitarbeiten und so Schülern, aber auch Lehrern die Möglichkeit geben, Atmosphäre im Unternehmen zu erfahren.
Udo Rockmann, der Leiter des Regionalen Service Centers der IHK in Nordhausen, gab aus seiner Sicht einen Überblick über die Maßnahmen zur Förderung der Ausbildung und leitete mit einer Umfrage des DIHK ein, über die nnz bereits berichtet hatte (siehe nnz-Archiv). Die Unternehmen in Nord- und Mittelthüringen würden demnach 5.000 Lehrlinge suchen. Zwei Bewerbern stehen dann drei freie Ausbildungsplätze gegenüber.
Also sollten sich die Unternehmer darauf einstellen, dass auch Jugendliche mit schlechten Abgangszeugnissen eingestellt werden müssen, es sind schlicht und ergreifend keine da, so Rockmann. Mit anderen Worten die IHK, die Agentur und viele andere Partner müssen sich auf die zurückgehende Intelligenz der Bewerber einstellen. Hier müssen Hilfen her, vom Staat natürlich.
Die erwähnte Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages zeigte, dass ein Großteil der Bewerber nicht belastbar sei, über deutliche Schwächen in den Grundrechenarbeiten sowie im mündlichen und schriftlichen Ausdruck verfügen. Die nnz titelte in dieser Woche: Immer weniger, immer dümmer.
Autor: nnzKarsten Froböse, der Chef der Nordhäuser Arbeitsagentur, ging in seinem Vortrag auf die Situation am Lehrstellenmarkt aus Sicht der Behörde ein. Auf diesem Markt sei die Zahl der Bewerber von rund 5.000 Bewerber im Jahr 2005 auf 2.016 im vergangenen Jahr zurückgegangen. Gleiches gelte für die Zahl der Schulabgänger. Diese Zahl werde sich zwar in den kommenden Jahren stabilisieren, jedoch auf einem niedrigen Niveau. Hinzu käme der Trend, dass immer mehr Jugendliche zum Studium gehen würden, aktuell seien das 40 Prozent der Schulabgänger.
Es gibt also jetzt und in Zukunft weniger Jugendliche, die eine Ausbildung in den Unternehmen anstreben. Es kommt noch schlimmer: Es gibt in den kommenden Jahren viele Arbeitnehmer, die altersbedingt aus den Unternehmen ausscheiden, so Froböse. Jetzt schon werde der Fachkräftemangel spürbar, vor allem bei den verarbeitenden Berufen, aber auch in den Gesundheitsberufen. Aktuell herrsche ein Mangel an Ausgebildeten zum Beispiel bei Elektrikern, hier belaufe sich die spezifische Quote auf rund sieben Prozent, bei Ärzte beträgt sie 0,7 Prozent.
Für die Betriebe gelte es, den kommenden qualifizierten Nachwuchs selbst auszubilden und heranzubilden. Der normale Arbeitsmarkt gebe Fachkräfte aktuell und auch in den nächsten Jahren einfach nicht her.
Nach Karsten Froböse waren zwei Damen an der Reihe, die den Arbeitskreis Schule-Wirtschaft im Landkreis Nordhausen repräsentieren. Dieser Arbeitskreis solle vorgestellt werden. Sophia Kröhn vom Verein für Wirtschaftsentwicklung des Landkreises Nordhausen und Katja Baumann vom Bildungswerk der Thüringer Wirtschaft übernahmen den Part. In Nordhausen werden Unternehmer gesucht, die im Arbeitskreis mitarbeiten und so Schülern, aber auch Lehrern die Möglichkeit geben, Atmosphäre im Unternehmen zu erfahren.
Udo Rockmann, der Leiter des Regionalen Service Centers der IHK in Nordhausen, gab aus seiner Sicht einen Überblick über die Maßnahmen zur Förderung der Ausbildung und leitete mit einer Umfrage des DIHK ein, über die nnz bereits berichtet hatte (siehe nnz-Archiv). Die Unternehmen in Nord- und Mittelthüringen würden demnach 5.000 Lehrlinge suchen. Zwei Bewerbern stehen dann drei freie Ausbildungsplätze gegenüber.
Also sollten sich die Unternehmer darauf einstellen, dass auch Jugendliche mit schlechten Abgangszeugnissen eingestellt werden müssen, es sind schlicht und ergreifend keine da, so Rockmann. Mit anderen Worten die IHK, die Agentur und viele andere Partner müssen sich auf die zurückgehende Intelligenz der Bewerber einstellen. Hier müssen Hilfen her, vom Staat natürlich.
Die erwähnte Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages zeigte, dass ein Großteil der Bewerber nicht belastbar sei, über deutliche Schwächen in den Grundrechenarbeiten sowie im mündlichen und schriftlichen Ausdruck verfügen. Die nnz titelte in dieser Woche: Immer weniger, immer dümmer.


