Mo, 18:25 Uhr
06.01.2003
An der Grenze des Machbaren
Nordhausen (nnz). Die nnz hatte bereits am Wochenende berichtet, dass Feuerwehrleute aus dem Landkreis Nordhausen nach Leubingen angefordert wurden. Hier ein Erlebnisbericht von Thomas Evers, der vor Ort dabei war.
Am Samstag um 10:15 Uhr erfolgte durch die Rettungsleitstelle Nordhausen die Abfrage der Hilfeleistungsmöglichkeit der Feuerwehren der Gemeinde Hohenstein zum Hochwassereinsatz in Leubigen bei Sömmerda. Es wurde eiligst ein erweiterter Löschzug mit 34 Kräften der Gemeinde Hohenstein mit den Wehren aus Branderode, Mackenrode, Liebenrode und Trebra zusammengestellt. Mit neun weiteren Kräften der Feuerwehr Bleicherode wurde ein Verband aus zwei Löschzügen mit 43 Männern und 7 Fahrzeugen unter Leitung von Thomas Evers als Einsatzleiter sowie Roy Gunkel und Enrico Göbel als Zugführer gebildet, welcher um 13:20 Uhr im Katastrophengebiet in Leubingen eintraf.
Unmittelbar nach Eintreffen der Nordhäuser Kräfte wurden diese mit der Sicherung des frisch sanierten Kindergartens, einer Arztpraxis und des dahinter liegenden Wohngebietes beauftragt. Die Aufgabe gestaltete sich schwierig, da das Wasser in der Stunde um bis zu 25 cm stieg und den Kindergarten akut bedrohte. Durch das hervorragende Zusammenspiel der Wehren aus Bleicherode und der Gemeinde Hohenstein sowie des THW Rudolstadt konnte das Gebäude in letzter Minute gerettet werden. Das Wasser hatte die Türschwelle des Kindergartens bereits erreicht. Es wurden Hunderte Sandsäcke verbaut und pro Minute bis zu 12.000 Liter Wasser abgepumpt!!! Den endgültigen Erfolg sicherte die Anlage eines künstlichen Entwässerungsgrabens mittels schwerer Technik.
Nach Entspannung der Situation an der ersten Einsatzstelle wurde der Verband nach einer kurzen Verschnaufpause an den Damm entlang des Flusses Lossa geschickt, hier waren bereits mehrere hundert Einsatzkräfte mit der Sicherung des durchgeweichten Deiches beschäftigt. Sandsäcke wurden uns mit Transporthubschraubern des BGS gebracht. Die zwischenzeitlich eingetretenen Minus-Temperaturen gestalten diesen Vorgang zur Tortur, da die aufgewirbelte Gischt an der Einsatzbekleidung der Kameraden sofort gefror. Eine nette Geste am Rande war der noch auf dem Deich ausgesprochene Dank des Landrates des Landkreises Sömmerda an die Einsatzkräfte aus dem Landkreis Nordhausen.
Der Einsatz hat ein weiteres mal die Wichtigkeit des Ehrenamtes Feuerwehr gezeigt. Ohne den Einsatz hunderter freiwilliger Helfer der Feuerwehren und anderer Organisationen wäre der Ort sicher nicht zu halten gewesen.
Thomas Evers, Ortsbrandmeister/Einsatzleiter
Autor: nnz
Am Samstag um 10:15 Uhr erfolgte durch die Rettungsleitstelle Nordhausen die Abfrage der Hilfeleistungsmöglichkeit der Feuerwehren der Gemeinde Hohenstein zum Hochwassereinsatz in Leubigen bei Sömmerda. Es wurde eiligst ein erweiterter Löschzug mit 34 Kräften der Gemeinde Hohenstein mit den Wehren aus Branderode, Mackenrode, Liebenrode und Trebra zusammengestellt. Mit neun weiteren Kräften der Feuerwehr Bleicherode wurde ein Verband aus zwei Löschzügen mit 43 Männern und 7 Fahrzeugen unter Leitung von Thomas Evers als Einsatzleiter sowie Roy Gunkel und Enrico Göbel als Zugführer gebildet, welcher um 13:20 Uhr im Katastrophengebiet in Leubingen eintraf.
Unmittelbar nach Eintreffen der Nordhäuser Kräfte wurden diese mit der Sicherung des frisch sanierten Kindergartens, einer Arztpraxis und des dahinter liegenden Wohngebietes beauftragt. Die Aufgabe gestaltete sich schwierig, da das Wasser in der Stunde um bis zu 25 cm stieg und den Kindergarten akut bedrohte. Durch das hervorragende Zusammenspiel der Wehren aus Bleicherode und der Gemeinde Hohenstein sowie des THW Rudolstadt konnte das Gebäude in letzter Minute gerettet werden. Das Wasser hatte die Türschwelle des Kindergartens bereits erreicht. Es wurden Hunderte Sandsäcke verbaut und pro Minute bis zu 12.000 Liter Wasser abgepumpt!!! Den endgültigen Erfolg sicherte die Anlage eines künstlichen Entwässerungsgrabens mittels schwerer Technik.
Nach Entspannung der Situation an der ersten Einsatzstelle wurde der Verband nach einer kurzen Verschnaufpause an den Damm entlang des Flusses Lossa geschickt, hier waren bereits mehrere hundert Einsatzkräfte mit der Sicherung des durchgeweichten Deiches beschäftigt. Sandsäcke wurden uns mit Transporthubschraubern des BGS gebracht. Die zwischenzeitlich eingetretenen Minus-Temperaturen gestalten diesen Vorgang zur Tortur, da die aufgewirbelte Gischt an der Einsatzbekleidung der Kameraden sofort gefror. Eine nette Geste am Rande war der noch auf dem Deich ausgesprochene Dank des Landrates des Landkreises Sömmerda an die Einsatzkräfte aus dem Landkreis Nordhausen.Der Einsatz hat ein weiteres mal die Wichtigkeit des Ehrenamtes Feuerwehr gezeigt. Ohne den Einsatz hunderter freiwilliger Helfer der Feuerwehren und anderer Organisationen wäre der Ort sicher nicht zu halten gewesen.
Thomas Evers, Ortsbrandmeister/Einsatzleiter

