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Mo, 13:14 Uhr
06.01.2003

Geld für Jahrhundert-Sanierung

Nordhausen (nnz). Die Heiligen Drei Könige schließen alljährlich die Feiern zu Weihnachten ab. Das kirchliche Fest wurde in Nordhausen zu einer Vertragsunterzeichnung genutzt. Auch dabei ging es um eine Kirche, aber auch um mehr...


Geschafft „Eine Kirche dieser Größe müsse sich alle 100 Jahre einer Sanierung unterziehen. Die letzte für die Blasii-Kirche gab es im Jahr 1911“, sagte heute Detlef Kiel von der arco-Bauplanung. Und so liegen die Sanierer ja fast im historisch dimensionierten Plan. Was aber wäre gewesen, wenn die größte evangelische Kirche der Region nicht hätte gesperrt werden müssen? Eine Frage, die heute weder gestellt noch beantwortet wurde.

Dafür wurde am Vormittag der Sanierungsvertrag zwischen der Kirchengemeinde Blasii-Altendorf und der Stadt Nordhausen unterschrieben (siehe nnz-Foto). Dieser Vertrag hat beileibe nicht nur symbolischen Charakter, sondern ist die Voraussetzung für die Fluß von Städtebaugeldern in die Sanierung. Rund 2,8 Millionen Euro wird die „Runderneuerung“ des Gotteshauses kosten und etwa 1,33 Millionen kommen exakt aus diesem Geldtopf des Landes, verteilt auf mehrere Jahre.

Bislang haben die Planer und die Baufirmen richtig gute Arbeit geleistet. Bedenken sollte man dabei, dass es sich nicht um irgendeinen Neubau, sondern um die Sanierung einer Kirche handelt, die nun mit einem Schlag 100 Jahre älter wurde. Bauforschungen hätte ergeben, dass die baulichen Ursprünge aus dem 14. Jahrhundert stammen. St. Blasii ist also rund 600 Jahre alt. Die Sanierung des Chors und der Nordseite des Querhauses sind erledigt, doch vor Überraschungen waren die Bauleute nicht gefeit. Der „gemeine Hausschwamm“ trieb in diesem Teil des Bauwerkes sein Unwesen und brachte nicht nur die Planer etwas durcheinander. Auch ein Holzschutzgutachten brachte weitere „Überraschungen“.

Bis Mitte dieses Jahres werden sich die Dacharbeiten hinziehen, so Kiel, im Frühjahr werden Neugierige eine technische Meisterleistung mitverfolgen können. Da wird ein Teil in das Dach eingebaut, das den Druck des Gewölbes von den Außenmauern mindern soll. Hydraulikpressen werden eingesetzt, die Verformung der Mauern wird dabei auf den Hundertsten Teil eines Millimeters gemessen, registriert und analysiert. Im März soll auch die Fassadensanierung starten.

Noch einige Monate werden die Nordhäuser und ihre Gäste mit dem Bauzaun „leben“ müssen. Erst wenn in Fragen der Standsicherheit alle Gutachten, alle Unterschriften und Siegel eingeholt seien, könne das Grundstück wieder freigegeben werden. Bis dahin gehe die Sicherheit schlicht und ergreifend vor Schönheit, so Kiel.

An der Finanzierung der Sanierung beteiligen sich neben der öffentlichen Hand auch die Landeskirche, der Kirchenkreis und der agile Förderverein. Bislang hätten die Vereinsmitglieder rund 52.000 Euro eingesammelt. Doch Nachlassen ist nicht das Ding der Mitglieder um Dr. Eva Gebhardt, sie wollen sich auch in diesem und im nächsten Jahr in die Finanzierung weiter einbringen. Das Ziel steht fest: Im Jahr 2004 soll der erste Gottesdienst in St. Blasii angehalten werden. Wobei wohl eher das dritte Quartal die Realität sein wird. Vorausgesetzt, es gibt keine negativen Überraschungen. Dann soll aber richtig gefeiert werden. Mit einem Festwochenende oder einer Festwoche. Und vielleicht noch im Zeitraum der Landesgartenschau...
Autor: nnz

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