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Mi, 19:06 Uhr
18.12.2002

nnz-Forum: Mit dem Rücken zur Wand?

Nordhausen (nnz). Am Montag tagte der Planungsverband „Industriegebiet Goldene Aue“ in Nordhausen. Die nnz berichtete ausführlich dazu. Jetzt erreichte die Redaktion ein Beitrag der Bürgerinitiative „Rettung der Goldenen Aue“. Diesen veröffentlichen wir in unserem Forum.


Diesen Eindruck erweckten führende Mitglieder des Planungsverbandes am Montag Abend. Noch vor wenigen Tagen „lobte sich der PV selbst“ in diversen Pressemitteilungen ob seiner gute Planungen und damit der anerkennenden Akzeptanz bei der Landesregierung. Auf der Sitzung musste allerdings der PV einräumen, daß das Landesverwaltungsamt die bisherige Planung abgelehnt hat. Durch die komplette Veränderung des B-Planes bestätigte er gestern eindrucksvoll, daß das Gebiet in der Goldenen Aue nur dann eine vage Chance hat, wenn hier „brutalst möglich“ ein Erschließung durchgeführt wird.

Das die Planungen entgegen fast aller Auflagen der LEG, die zur Entwicklung großflächiger Industriegebiete gefordert werden, durchgeführt wurde, hat die BI schon vor längerer Zeit (siehe Archiv der nnz bzw. www.bi-goldeneaue.de) deutlich gemacht. Um im harten Kampf um „Fördergelder“ und Anerkennung seitens des Wirtschaftsministeriums überhaupt noch bestehen zu können, hat man jetzt eine „Rolle rückwärts“ gemacht und einen B-Plan-Entwurf vorgelegt, der auch schon im Jahre 1999 vorhanden war und gegen den die Bürger der Goldenen Aue „Sturmgelaufen sind“ und jetzt sicherlich wieder werden.

Bedauerlich für uns, aber auch sicherlich für einige Mitglieder des Planungsverbandes sind die verbalen Auseinandersetzungen dieses Abends. Dem PV muß klar gewesen sein, daß eine derartige Veränderung des B-Planes heftigsten Protest auslösen wird. Hier ist eine sachliche Diskussion oder besser gesagt eine Moderation der Pro und Kontra-Standpunkte dringend zu führen!. Bedauerlich die Äußerungen des Wirtschaftsdezernten der Stadt Nordhausen, Dietrich Beyse, der statt auf Konsens zu setzen, den Konfrontationskurs fährt, den er eigentlich immer der Bürgerinitiative vorwirft.

Im harten Kampf um Investoren sind ein vorbildliches Gebiet, eine vorbildliche Planung, ein kompetentes Wirtschaftsführungsteam und nicht zu verachten, ein „positives Umfeld“ von größter Bedeutung. Dieser Abend hat gezeigt, das nicht ein einziger der aufgeführten Punkte für diese Region zutrifft. Daran ändert auch nicht das von der Nordhäuser Oberbürgermeisterin jetzt „hochstilisierte“ Regionalmanagement etwas. Denn gerade hier ist eine positive Zusammenarbeit und ein „globales“ Denken notwendig. Beides „schönzureden“ bringt vielleicht Fördergelder und eine gute Schlagzeile in der Presse. Dem daniederliegenden Wirtschaftsstandort hilft dies nicht.

Auch den Vertretern der Wirtschaft, die scheinbar kritiklos jede Planung des PV unterstützen, muß gesagt werden, das es eben nicht ausreichend ist, zu versuchen ein Gebiet so hin zu biegen, damit es irgendwie passt. Ausführungen wie z.B., „na und wenn dann halt keiner kommt, können die Bauern ja weitermachen“ können wir nicht folgen. Denn entgegen den ständigen Vorwürfen, hat die BI die Angst, das wenn dieses Gebiet keine Akzeptanz bei Investoren findet, unsere Region keine zweite Chance bekommt. Darum appelliert unsere BI weiter dafür Alternativen zu nutzen, die vorhanden sind und von vornherein wesentlich besser Ausgangchancen bieten. Die vom Planungsverband durchgeführte Alternativstandortuntersuchung ist in vielen Punkte falsch, bzw. „schöngeredet“. Bis heute kann z.B. der PV keine Auskunft zu Erweiterungsflächen, noch zu einem Gleisanschluss, geschweige denn überhaupt zur reellen Möglichkeit des Flächenerwerbs machen.

So bestätigt sich für die BI der Eindruck: Nur wenn der BI endlich nachgewiesen werden kann, das es für sie doch sowieso ausschließlich um die „schöne Aussicht“ geht, sind einige Damen und Herren so richtig zufrieden. Kritische Bürger zu diskreditieren und mit der Arroganz der Macht seine Pläne durchsetzen zu wollen, werden unserer Region mehr schaden als zu versuchen die Argumente anders denkender Menschen aufzugreifen und in eine so bedeutsame Planung einfließen zu lassen.

Doch nicht unsere BI steht mit dem Rücken zur Wand... in diesem Falle darf der PV keinen falschen Schritt mehr machen, ansonsten stürzt er samt der Region in den „Abgrund der Bedeutungslosigkeit“. Unsere BI wird sich dennoch nicht zurücklegen und diesem „Fiasko“ tatenlos zusehen. Wir werden diese Planung weiter sehr kritisch begleiten, auch wenn das vielen nicht passen wird. Denn auch wir wollen in unser Region bleiben...
Bürgerinitiative Rettung der Goldenen Aue

Anmerkung der nnz-Redaktion: Die im nnz-Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
Autor: nnz

Anmerkung der Redaktion:
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