eic kyf msh nnz uhz tv nt
Anzeige Refinery (c1)
Mo, 11:44 Uhr
08.03.2010

Jeder Zehnte bricht ab


Auch in der Ausbildung ist aller Anfang schwer. Eine maximale Probezeit von vier Monaten gewährt deshalb Unternehmen und Auszubildenden die Möglichkeit einer vorzeitigen Vertragslösung, falls die gegenseitigen Erwartungen nicht erfüllt werden. Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt analysierte die Abbrüche und kommt zu branchenspezifisch sehr unterschiedlichen Ergebnissen.„Während der Probezeit des aktuellen ersten Lehrjahres sind in unseren Mitgliedsbetrieben 457 Ausbildungsverträge wieder gelöst worden“, informiert IHK-Chef Gerald Grusser.

Damit hätte jeder zehnte der insgesamt 4.341 abgeschlossenen Neuverträge die ersten vier Monate nicht überstanden. Stelle man den Leistungen der Lehrlinge den finanziellen Aufwand der Unternehmen gegenüber, müsse von einem Schaden in hohem sechsstelligen Bereich ausgegangen werden. Bei der Abbrecherquote der einzelnen Berufe gebe es jedoch erhebliche Unterschiede.

„So musste nicht eine Vertragsauflösung bei Bank- oder Industriekaufleuten registriert werden. Hier stimmen die Erwartungen der Lehrlinge offensichtlich mit denen der Unternehmen weitgehend überein“, so Grusser. Gerade im Banken- und Sparkassenbereich seien sehr langfristige Auswahlverfahren die Regel, in denen eine fast optimale Zuordnung von Bewerberwunsch und Unternehmensbedarf gelinge.Dem gegenüber fielen besonders die Berufe des Hotel- und Gastgewerbes mit überdurchschnittlichen Löschungen von Lehrverträgen auf. Dazu gehöre auch der Koch. „Die Ursache liegt sicher auch in den vielen Fernseh-Kochshows, die diesen Beruf leider nur von seiner schönen Seite präsen-tieren“, warnt der IHK-Chef die Bewerber vor übertriebenen Erwartungen.

In der Realität seien viele Jugendliche mit dem Alltag und den Arbeitszeiten in der Küche überfordert. Von den 239 Ausbildungsverhältnissen des ersten Lehrjahres wäre jeder sechste Vertrag annulliert worden. Aber auch in Modeberufen, wie der des Sport- und Fitnesskaufmanns, bestehe eine erhebliche Kluft zwischen Wunschdenken und Realität. Hier sei sogar jeder dritte Vertrag bereits wieder gelöst. Nach der aktuellen gesetzlichen Regelung betrage die Probezeit am Anfang jeder Ausbildung mindestens einen, höchstens aber vier Monate. Wenn die Chemie nicht stimme, hätten beide Seiten die Chance zum sofortigen Abbruch der Ausbildung ohne Angabe von Gründen. Dies sei dann zumeist das Ergebnis falscher Vorstellungen vom Beruf, könne aber auch aus Konflikten mit Ausbildern, ungünstigen Arbeitszeiten oder fehlender fachlicher Kompetenz der Nachwuchskräfte resultieren.

„Wenn die Erwartungen zu weit auseinander gehen, kann ein Abbruch aber auch eine neue Chance darstellen“, so Grusser. Die Erfahrung hätte gezeigt, dass viele Jugendliche einen zweiten Anlauf in einem anderen Beruf erfolgreich nutzten. Die hohen Abbrecherquoten in einigen Ausbildungsrichtungen belegen erneut den steigenden Bedarf an einer frühzeitigen Berufsorientierung der Schüler. Aus diesem Grund wurde bereits vor drei Jahren das Gemeinschaftsprojekt „BERUFSSTART plus“ der Thüringer Industrie- und Handelskammern, Handwerkskammern, der Arbeitsagenturen und des Kultusministeriums ins Leben gerufen.

„Aktuell beteiligen sich 25 Regelschulen und 2.500 Schüler im Kammerbezirk der IHK Erfurt am Projekt“, freut sich der Hauptgeschäftsführer über die sehr gute Beteiligung und Akzeptanz seitens der Schulleitungen. Als weiteren Service biete die Erfurter IHK die passgenaue Vermittlung über ihre Online-Lehrstellenbörse an, in der Schulabschlüsse, Leistungen und Berufswünsche mit den Anforderungen der Wirtschaft verglichen werden.
Autor: nnz

Anzeige symplr (6)
Kommentare

Bisher gibt es keine Kommentare.

Kommentare sind zu diesem Artikel nicht möglich.
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.
Anzeige symplr (9)
Anzeige symplr (8)