Di, 11:08 Uhr
10.12.2002
Für heute alles klar!?!
Nordhausen/Mühlhausen (nnz). Der Zweckverband Abfallwirtschaft Nordthüringen (ZAN) soll heute erneut die Vergabe der Restabfallbehandlung ab dem Jahr 2005 beschließen. Die Standpunkte sind klar abgesteckt. Also nur eine Formalie?
Nach nnz-Informationen werden der Kyffhäuserkreis und der Landkreis Eichsfeld für den Vergabevorschlag (Müllexport) stimmen. Der Unstrut-Hainich-Kreis könnte seine Stimme ungültig machen und wäre damit - politisch gesehen - aus dem Schneider. Der Landkreis Nordhausen wird gegen den Vorschlag votieren. Damit wäre man dem Ansinnen des Vorbandsvorsitzenden Dr. Henning gerecht geworden. Letzterer hatte das Debakel vom 18. November genutzt, um gemeinsam mit dem Landesverwaltungsamt eine Stimmführerschaft herbeizuführen (siehe dazu im nnz-Archiv). Ein hochrangiger Vertreter der Weimarer Behörde wird heute an der Sitzung in Mühlhausen teilnehmen. Er wird sie quasi überwachen.
Natürlich kann man dem Landkreis Nordhausen Egoismus vorwerfen. Hier gibt es eine moderne Deponie, die dem Landkreis viel Geld gekostet hat. Entstanden ist ein Abfallzentrum, das in Nordthüringen und darüber hinaus seines Gleichen sucht und von den Landkreisen (außer Eichsfeld) fleißig und kostengünstig genutzt wird. Das alles soll nicht weiter entwickelt werden. Auch die Wertschöpfung aus dem Restabfall wird mit dem heutigen Beschluß aus der Region heraustransportiert. Das ist schlimm, nicht nur für den Landkreis Nordhausen. Das ist zu kurz gedacht. Vor allem in punkto Müll sollten kommunale und regionale Politiker über ihren Tellerrand hinausdenken.
Also wird unser Restabfall ab Mitte des Jahres 2005 nach Sachsen-Anhalt gebracht. 100.000 Tonnen pro Jahr. In Staßfurt, auf dem Gelände der dortigen Soda-Werke will der Entsorgungsgigant Rethmann eine Müllverbrennungsanlage bauen. Dessen PR-Chefin Monika Hotopp sagte nnz, dass die Genehmigung zum Bau und zum Betrieb einer solchen Anlagen bereits seit Juli 2001 vorliege. Anfang kommenden Jahres soll mit dem Bau begonnen werden. Die Kapazität gab Hotopp mit rund 300.000 Tonnen pro Jahr an.
Staßfurt liegt im Landkreis Aschersleben-Staßfurt. Und selbst in diesem Landkreis scheint noch immer nicht sicher zu sein, wohin deren Restabfall transportiert werden soll. Nach nnz-Informationen liebäugeln die dortigen Müll-Verantwortlichen mit einem Entsorgungs-Angebot aus Magdeburg. Das allerdings würde dann kein Otto-Normal-Müll-Erzeuger mehr verstehen. Nordthüringen liefert den Restmüll nach Staßfurt, um ihn dort verbrennen zu lassen, Staßfurter Müll wird hingegen auf die Reise nach Magdeburg zu Heizzwecken geschickt.
Aber muß man das alles verstehen? Der Protest gegen die Arbeit des ZAN hielt sich im Landkreis Nordhausen bislang ja in Grenzen. Zaghafte Versuche dagegen gab es lediglich vom kleinen Kreisverband von Bündnis90/Grüne, der Bürgerinitiative Rettung der Goldenen Aue und jüngst von der Stadt Nordhausen. Da aber war das Abfallkind bereits in den ZAN-Brunnen gefallen. Ob der Landkreis Nordhausen mit einer mit einer Anfechtung der heutigen Entscheidung viel bewirken kann, bleibt dahingestellt. Ob er das überhaupt machen wird – ebenfalls.
Eines kann man den Verantwortlichen der Kreisverwaltung und den vier Verbandsräten nicht nachsagen: Nichtstun! Sie hatten über Jahre hinweg alles versucht, um die heutige Entscheidung zu verhindern. Ausführlich können sie sich dazu im Archiv der nnz seit dem Jahr 2000 informieren. Sie brauchen lediglich als Stichwort ZAN eingeben.
Autor: nnzNach nnz-Informationen werden der Kyffhäuserkreis und der Landkreis Eichsfeld für den Vergabevorschlag (Müllexport) stimmen. Der Unstrut-Hainich-Kreis könnte seine Stimme ungültig machen und wäre damit - politisch gesehen - aus dem Schneider. Der Landkreis Nordhausen wird gegen den Vorschlag votieren. Damit wäre man dem Ansinnen des Vorbandsvorsitzenden Dr. Henning gerecht geworden. Letzterer hatte das Debakel vom 18. November genutzt, um gemeinsam mit dem Landesverwaltungsamt eine Stimmführerschaft herbeizuführen (siehe dazu im nnz-Archiv). Ein hochrangiger Vertreter der Weimarer Behörde wird heute an der Sitzung in Mühlhausen teilnehmen. Er wird sie quasi überwachen.
Natürlich kann man dem Landkreis Nordhausen Egoismus vorwerfen. Hier gibt es eine moderne Deponie, die dem Landkreis viel Geld gekostet hat. Entstanden ist ein Abfallzentrum, das in Nordthüringen und darüber hinaus seines Gleichen sucht und von den Landkreisen (außer Eichsfeld) fleißig und kostengünstig genutzt wird. Das alles soll nicht weiter entwickelt werden. Auch die Wertschöpfung aus dem Restabfall wird mit dem heutigen Beschluß aus der Region heraustransportiert. Das ist schlimm, nicht nur für den Landkreis Nordhausen. Das ist zu kurz gedacht. Vor allem in punkto Müll sollten kommunale und regionale Politiker über ihren Tellerrand hinausdenken.
Also wird unser Restabfall ab Mitte des Jahres 2005 nach Sachsen-Anhalt gebracht. 100.000 Tonnen pro Jahr. In Staßfurt, auf dem Gelände der dortigen Soda-Werke will der Entsorgungsgigant Rethmann eine Müllverbrennungsanlage bauen. Dessen PR-Chefin Monika Hotopp sagte nnz, dass die Genehmigung zum Bau und zum Betrieb einer solchen Anlagen bereits seit Juli 2001 vorliege. Anfang kommenden Jahres soll mit dem Bau begonnen werden. Die Kapazität gab Hotopp mit rund 300.000 Tonnen pro Jahr an.
Staßfurt liegt im Landkreis Aschersleben-Staßfurt. Und selbst in diesem Landkreis scheint noch immer nicht sicher zu sein, wohin deren Restabfall transportiert werden soll. Nach nnz-Informationen liebäugeln die dortigen Müll-Verantwortlichen mit einem Entsorgungs-Angebot aus Magdeburg. Das allerdings würde dann kein Otto-Normal-Müll-Erzeuger mehr verstehen. Nordthüringen liefert den Restmüll nach Staßfurt, um ihn dort verbrennen zu lassen, Staßfurter Müll wird hingegen auf die Reise nach Magdeburg zu Heizzwecken geschickt.
Aber muß man das alles verstehen? Der Protest gegen die Arbeit des ZAN hielt sich im Landkreis Nordhausen bislang ja in Grenzen. Zaghafte Versuche dagegen gab es lediglich vom kleinen Kreisverband von Bündnis90/Grüne, der Bürgerinitiative Rettung der Goldenen Aue und jüngst von der Stadt Nordhausen. Da aber war das Abfallkind bereits in den ZAN-Brunnen gefallen. Ob der Landkreis Nordhausen mit einer mit einer Anfechtung der heutigen Entscheidung viel bewirken kann, bleibt dahingestellt. Ob er das überhaupt machen wird – ebenfalls.
Eines kann man den Verantwortlichen der Kreisverwaltung und den vier Verbandsräten nicht nachsagen: Nichtstun! Sie hatten über Jahre hinweg alles versucht, um die heutige Entscheidung zu verhindern. Ausführlich können sie sich dazu im Archiv der nnz seit dem Jahr 2000 informieren. Sie brauchen lediglich als Stichwort ZAN eingeben.

