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Mo, 12:59 Uhr
21.12.2009

Chancen im Ausland

Trotz der dramatischen Einbrüche in vielen Branchen bieten die weltweit aufgelegten Konjunkturprogramme Thüringer Mittelständlern gute Chancen, selbst in schwierigen Zeiten neue Märkte zu erschließen. Nicht nur die Industriestaaten, sondern auch viele Schwellen- und Entwicklungsländer stellen enorme Summen bereit, um ihre Volkswirtschaften wieder anzukurbeln...


Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt hat dieProgramme von über 60 Ländern analysiert und ist dabei auf zahlreiche Expansionspläne gestoßen. „In 14 ausgewählten Ländern werden allein über 1.500 Milliarden Euro für meist langfristige Vorhaben eingesetzt“, informiert IHK-Hauptgeschäfts-führer Gerald Grusser über die gegenwärtig guten Voraussetzungen für einen Markteinstieg und den Ausbau der Geschäftsbeziehungen im Ausland.

Viel versprechende Ansatzpunkte würden beispielsweise die USA bieten. „Das milliardenschwere US-Konjunkturprogramm erweist sich für Thüringer Firmen trotz umstrittener ‚Buy-American’-Klausel vor allem in den Sektoren Energie- und Gebäudeeffizienz, erneuerbare Energien und umweltfreundliche Kraftfahrzeuge sowie in einigen Infrastrukturbereichen als äußerst attraktiv“, betont Grusser.

Ein Blick über den Tellerrand lohne sich jedoch auch in solchen Ländern, die für deutsche Exporteure bisher nicht unmittelbar im Mittelpunkt des Interesses standen, wie etwa Taiwan, Singapur, Hongkong, Kasachstan, Saudi-Arabien, Südafrika oder Katar. Aber auch in unmittelbarer Nachbarschaft, wie in Österreich, Tschechien oder Italien, würden gute Chancen für neue Aufträge bestehen.

„In Mittel- und Osteuropa setzen viele neue EU-Mitgliedsstaaten dank starker Unterstützung aus Brüssel auf teure Infrastrukturprojekte“, unterstreicht der IHK-Chef. Das betreffe insbesondere wichtige nationale Verkehrsvorhaben sowie Umweltmaßnahmen, etwa in der Abfallwirtschaft oder beim Bau von Kläranlagen. Im Bereich Klimaschutz ist vor allem der Markt für erneuerbare Energien mit zahlreichen Projekten zur Erzeugung von Solarkraft, aber auch Wasserkraft, Biogas und Biomasse auf dem Vormarsch.

Selbst China und Indien kämpften mit umfangreichen Konjunkturprogrammen gegen schrumpfende Volkswirtschaften an. So würden ohnehin geplante Infrastrukturmaßnahmen vorgezogen oder mit zusätzlichen Mitteln aufgestockt. In Südafrika und Brasilien verleihe vor allem die Fußball-WM 2010 und 2014 der Bauwirtschaft neue Impulse.

„Trotz aktueller Negativschlagzeilen über Dubai positionieren sich die übrigen Länder der Arabischen Halbinsel ebenfalls sehr viel versprechend“, sagt Grusser. So bewege sich die Wirtschaft des kleinen Emirats Katar auf Rekordkurs: Prognosen zufolge werde das Bruttoinlandsprodukt in diesem Jahr um zwölf Prozent, im nächsten Jahr sogar um 20 Prozent wachsen.

Saudi Arabien wolle in nur 15 Jahren die „King Abdullah Economic City“ aufbauen, eine Retortenstadt von der Größe Washington D.C.’s. Eines der interessantesten Infrastrukturprojekte sei schließlich noch der Bau der so genannten „Freundschaftsbrücke“ zwischen Bahrain und Katar, eine aus mehreren Dämmen und Brücken bestehende 45 Kilometer lange und etwa vier bis fünf Milliarden US-Dollar teure Konstruktion.
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