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Mi, 11:19 Uhr
16.12.2009

Die „Renaissance“ der Schneitelwirtschaft

Phase 2 im Projekt „Schneitelwirtschaft“ der Unteren Naturschutzbehörde: Wie schon vor einem Jahr sind momentan Landschaftspfleger Axel Becker und seine Mitarbeiter an drei Standorten unterwegs, um Hainbuchen nach einem halben Jahrhundert zum ersten Mal wieder zu „schneiteln“...

Schneiteln (Foto: J. Piper) Schneiteln (Foto: J. Piper)
Das Foto entstand bei Ilfeld

Dahinter verbirgt sich eine historische Form der Waldnutzung, die nun im Rahmen des Naturparks Südharz i.G. wieder belebt wird. Früher kappten die Menschen die Hainbuchen etwa in Mannshöhe, sägten also die Äste ab, bevor diese zu groß und schwer wurden, so dass der Baum sie nicht mehr tragen konnte und auseinander brach. In Mannshöhe deshalb, weil die Bauern die Fläche zwischen den Bäumen als Waldweide für ihr Vieh nutzten und die Tiere sollten die jungen Triebe nicht gleich wieder fressen. Das abgesägte Holz verwendeten sie als Brennholz, Futter, aber auch um Werkzeuge herzustellen.

Zu Brennholz werden auch heute noch teilweise die abgesägten Äste der Hainbuchen. Nur das inzwischen keine Handsäge mehr reicht, um die starken, meist weit über zehn Meter langen Äste abzusägen. Vielmehr steigen ausgebildete Baumkletterer mit einer kleinen Motorsäge in die Hainbuchen, um die Äste bis auf den Ansatz zu kappen. Nur ein so genannter Zug-Ast bleibt auf einer Länge von etwa einem Meter stehen. Er soll der Hainbuche dabei helfen, wieder neu auszutreiben.

„Das hier ist quasi die Renaissance der Schneitelwirtschaft“, sagt André Richter vom Südharzer Tourismusverband, der sich gemeinsam mit Rolf Schiffler von der Naturschutzbehörde vor Ort ein Bild von den Fortschritten macht. Die Schneitelwirtschaft als eine sehr alte Art der Waldgärtnerei soll ein „Farbtupfer“ im Naturpark Südharz werden, der im Frühjahr ausgewiesen werden soll. Die Bedeutung dieser Form der Landschaftspflege betont Rolf Schiffler.

Denn nun haben im Frühjahr beispielsweise Frühblüher wieder neue Chancen sich anzusiedeln. Bislang war es ihnen durch das dichte Blätterdach der Hainbuchen zu dunkel. Dann wird sich zeigen, ob die nun beschnittenen Bäume genauso gut wieder austreiben wie die Hainbuchen der ersten Testphase.
Autor: nnz

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