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Di, 06:40 Uhr
15.12.2009

Fortschritte bei "Frühe Hilfen"

Das Projekt „Frühe Hilfen“ stand gestern auf der Tagesordnung der letzen Sitzung des Jugendhilfeausschusses in diesem Jahr. Frühe Hilfen zielen darauf ab, Risiken für das Kindeswohl zu erkennen, vorzubeugen bzw. entgegenzuwirken.


Dafür soll ein Netzwerk mit verschiedenen Partnern wie zum Beispiel Freien Trägern der Jugendhilfe, Schulen oder dem Fachbereich Jugend und Soziales des Landkreises gefördert werden.

Jana Urbanek, Koordinatorin für Frühe Hilfen, stellte heute den Ausschussmitgliedern die bisherigen Ergebnisse des Projekts vor. Dazu gehören unter anderem Medienkoffer, Bücher und weitere Informationsmaterialien für Schulen und Jugendeinrichtungen zu Themen wie Gewaltprävention, ein Projekt zum Thema Internet und Kinder oder eine durch eine Gesetzesänderung ermöglichte verstärkte Zusammenarbeit mit Schulen, um eine Gefährdung von Kindeswohl zu erkennen und zu begegnen.

Im kommenden Jahr will die Koordinatorin beispielsweise die Netzwerkarbeit weiter vorantreiben und dabei auch Hebammen, Gynäkologen und Kinderärzte ins Boot holen, da diese früh Kontakt zu Familien und Einblick in etwaige Gefährdungspotentiale haben. Angesiedelt ist die Koordinationsstelle für Frühe Hilfen beim Kreisjugendring, fachlich kooperiert sie eng mit dem Fachbereich Jugend und Soziales des Landratsamtes.

Ein „Puzzleteil“ im Netzwerk der Frühen Hilfen, wie Jana Urbanek sagte, ist der Nordhäuser Kinderschutzbogen, den die Fachhochschule Nordhausen, Prof. Dr. Armin Sohns, und der Fachbereich Jugend und Soziales gemeinsam neu entwickelt haben und Inhalt der Diplomarbeit von Jana Urbanek war. Dieser neue Nordhäuser Kinderschutzbogen löst den bisher verwendeten Stuttgarter Kinderschutzbogen ab und hilft den Sozialarbeitern des Landratsamtes, die Situation eines Kindes zu dokumentieren und zu beurteilen.

Ziel ist es, Schubladen-Denken entgegenzuwirken und möglichst umfassend viele Facetten zu begutachten, um so Risiken, aber auch Potentiale in einer Familie zu erkennen. In ihrer Gesamtheit können die Erfassungsbögen auch Rückschlüsse für den jeweiligen Sozialraum ermöglichen, um dann beispielsweise an den Angeboten für Familien, Kinder und Jugendliche vor Ort zu arbeiten. Loni Grünwald (LINKE), 2. Beigeordnete, und Christine Wagner, Fachbereichsleiterin Jugend und Soziales, sagten zu, dass auch die Freien Träger, die in Belangen des Kindeswohls mit dem Landratsamt zusammenarbeiten, den Schutzbogen auf ihre Bedürfnisse hin verwenden können.

Ein weiterer Tagesordnungspunkt waren die Fortschritte der Jugendhilfeplanung, insbesondere vor dem Hintergrund des gesetzlich vorgeschriebenen Mitwirkungsprozesses verschiedener Institutionen wie den anerkannten Träger der freien Jugendhilfe. Weitere Elemente dieser Partizipation sind beispielsweise kürzliche Fachtagung für Seniorenplanung im Landratsamt und die Sozialraumkonferenzen, von denen bislang drei in der Stadt Nordhausen und sechs außerhalb stattgefunden haben. Die Planung legt Schwerpunkte unter anderem für die Jugendförderung und die Hilfen zur Erziehung fest.

Zum Beispiel: Der Informationsaustausch zwischen Freien Trägern, dem Amt und Familienrichtern soll weiterentwickelt werden und das Thema offene Jugendarbeit soll stärker in die Schulen Einzug halten. Die gesamte Sozialplanung soll, etwas verzögert, im Frühjahr nächsten Jahres in einer ersten Fassung fertig gestellt werden, um dann kontinuierlich fortgeschrieben und weiterentwickelt zu werden.
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