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Fr, 13:01 Uhr
09.10.2009

nnz-Forum: Grau in grau?!

In Sollstedt bahnt sich Ärger an. Bürgermeister Hohberg jedenfalls sieht rot. Oder grau? Lesen Sie seinen Brief im nnz-Forum...


Nach langjährigem Ringen der Eltern, Elternvertreter, des Gemeinderates Sollstedt und zahlreicher engagierter Bürgerinnen und Bürger erhielten wir in diesem Jahr - dem Konjunkturpaket II der Bundesregierung sei Dank die frohe Kunde über die geplante und in einigen Bereichen bereits begonnene grundhafte Sanierung der Grundschule Sollstedt.

Am 07.10.2009 (zufällig wäre das der 60. Jahrestag der DDR gewesen) erhielt die Gemeindeverwaltung Sollstedt die Planungsunterlagen zur Erteilung des gemeindlichen Einvernehmens, welches wir mit Freuden kurzfristig vorgenommen hätten, zumal die Planer hervorragende Arbeit geleistet haben. Die Darstellung der Außenansichten hat allen besonders gut gefallen eine freundliche, aber unaufdringliche Farbgestaltung wurde als mögliche Variante vorgeschlagen.

Das Gebäude wäre damit seiner Zweckbestimmung, Generationen von Grundschülern künftig eine angenehme Lernatmosphäre zu bieten, hervorragend gerecht geworden. Auf dem Plan wurde allerdings darauf hingewiesen, dass die gewählte Farbvariante noch mit der zuständigen Denkmalschutzbehörde abgestimmt werden muss, da es sich bei dem Objekt bekanntermaßen um ein unter Denkmalschutz stehendes Gebäude handelt, und die hat abgelehnt, wie wir heute von den Elternsprecherinnen erfahren mussten.

Nach deren Forderung muss an dem Grau der frühen 50er Jahre des vorigen Jahrhunderts festgehalten werden! Der Mangel an Farbe und Fantasie in der DDR soll auch künftigen Generationen vererbt werden unvorstellbar!

Das Thüringer Denkmalschutzgesetz fordert zwar, dass bei öffentlichen Planungen und Maßnahmen der Denkmalschutz und die Denkmalpflege angemessen zu berücksichtigen sind, aber wer mit einem normal ausgeprägten ästhetischen Empfinden hält das Einheitsgrau einer Grundschule für angemessen?! Man kann wohl davon ausgehen, dass beim Umbau des aus dem 19. Jahrhundert stammenden Reichtagsgebäudes in Berlin zum Sitz des Deutschen Bundestages Belange des Denkmalschutzes angemessen berücksichtigt werden mussten und auch wurden.

Ohne Veränderungsmöglichkeiten gäbe es aber z.B. nicht die gläserne Kuppel, die sich inzwischen zu einem Wahrzeichen Berlins entwickelte.

Im Lexikon „Wikipedia“ kann man nachlesen, dass für das Gebäude ein neues Farbkonzept, bestehend aus neun z.T. sehr kräftigen Farben, umgesetzt wurde.
In diesem Sinne richten wir einen eindringlichen Appell an die maßgeblichen Entscheidungsträger der zuständigen Denkmalschutzbehörde: Hören Sie auf den gesunden Menschenverstand und lassen Sie die Grundschule kindgerecht gestalten!
Jürgen Hohberg, Bürgermeister
Anmerkung der Redaktion:
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