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Do, 16:53 Uhr
24.09.2009

Wieder mal Verdi...

Sechs Jahre ist es her, dass die letzte Verdi-Oper im Theater Nordhausen Premiere hatte. Morgen steht jetzt nach dieser langen Zeit wieder Verdi auf dem Programm: die Oper „Ein Maskenball“, die große Gefühle und ergreifende Musik auf die Bühne bringt. Die musikalische Leitung hat Generalmusikdirektor Markus L. Frank.

Aus der Probe (Foto: I. Kühn) Aus der Probe (Foto: I. Kühn)

Seit Wochen proben die Sänger und das Loh-Orchester die Oper und feilen an der Interpretation von Verdis Musik, denn sie verdichtet die emotionale Essenz der Szenen: der Handlungsrahmen ist eine packende Dreiecksgeschichte zwischen König Gustavo (Hugo Mallet), seiner Angebeteten Amelia (Sabine Blanchard) und deren Ehemann Renato (Gavin Taylor). Aber erst durch den Klang der Stimmen und des Orchesters kommen die großen Emotionen zustande, die uns als Zuschauer einer Verdi-Oper so begeistern.

Verdi setze die widerstreitenden Gefühle besonders effektvoll musikalisch um, so Generalmusikdirektor Markus L. Frank. Die einzelnen Akte sind steigernd aufgebaut, Arien und Ensembles lösen sich klug ab, die Spannung verdichtet sich, die Architektur stimmt – und erzeugt so die Emotionen beim Zuhörer. Beispielhaft die Schlüsselszene im zweiten Akt: Amelia ist in ihrer verbotenen Liebe in eine furchtbare Situation geraten. Sie selbst muss das Los desjenigen ziehen, der Gustavo, ihren heimlichen Geliebten, ermorden wird. Sie zieht den Namen ihres eigenen Gatten. Diese tragische Szene wird von Verdi in hochdramatische Musik umgesetzt, durch die das Schicksal Amelias für den Zuhörer erlebbar wird.

Im Orchestersatz tragen die Melodien die Stimmen der Sänger und den Text. Die begleitende Musik gibt mit einem gleichbleibenden rhythmischen Muster die Grundemotion einer Szene vor. Darüber entfalten sich in oftmals großen gesanglichen Bögen die emotionalen Konflikte und starken Gefühle.

Verdis Partitur fordert vom Orchester vor allem Präzision und rhythmische Prägnanz. Auch scheinbar unwichtige Begleitfiguren müssen glasklar und prägnant gezeichnet werden. „In den Orchesterproben hat das großen Spaß gemacht“, so Markus L. Frank. „selbst wenn man die Spielweise nur minimal korrigiert, ändert sich sofort und für alle Musiker hörbar die Grundemotion der Musik“. Nichts hat er dem Zufall überlassen, jedes Detail wurde in der Probenarbeit besprochen und geklärt.

„Ein Maskenball“ wird in italienischer Originalsprache mit deutschen Übertiteln aufgeführt. „In der an Vokalen reichen italienischen Sprache sind Verdis Melodiebögen viel besser zu singen“, erklärt Markus L. Frank. In einer deutschen Übersetzung sei man doch oft krampfhaft damit beschäftigt, jedes einzelne Wort verstehen zu wollen – die großen Gefühle bei Verdi vermittelten sich aber vor allem durch die Musik und den Klang der Stimmen. In Verdis Originalfassung könne man ganz die Musik und das Bühnengeschehen erleben und genießen. In Nordhausen ist es am Freitag, 25. September, um 19.30 Uhr soweit, wenn zur Premiere die ersten Takte aus dem Orchestergraben klingen.

Karten für die Premiere und die nächsten Vorstellungen am 30. September um 15 Uhr, am 17. Oktober um 19.30 Uhr und am 1. November um 14.30 Uhr gibt es an der Theaterkasse (Tel. 0 36 31/98 34 52) und an allen Vorverkaufsstellen der Theater Nordhausen/Loh-Orchester Sondershausen GmbH.
Autor: nnz/kn

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