Mi, 18:15 Uhr
16.09.2009
Erlebte Geschichte
Die September-Abendveranstaltung des Nordhäuser Geschichtsvereins stand ganz im Zeichen des Themas 20 Jahre friedliche Revolution in Nordhausen. Dazu hatten sich die Mitglieder zwei Persönlichkeiten eingeladen, die diese ereignisreiche Zeit in der Rolandstadt mit prägten:
Holger Wengler, damaliger Aktiver und Sprecher des NEUEN FORUM, und Dr. Manfred Schröter, erster vom Nordhäuser Stadtrat gewählter Bürgermeister nach der Wende.
Holger Wengler berichtete im bis auf den letzten Platz gefüllten Museum Tabakspeicher über die ersten Treffen in der Altendorfer Kirche, die Fürbittgottesdienste im September und Oktober 1989, die Verhinderungsversuche der Stasi, die ersten Demonstrationen durch die Stadt und schließlich über die Gründung des NEUEN FORUM in Nordhausen. Für viele der Anwesenden war es eine Auffrischung der Erinnerungen an diese bewegte Zeit in Nordhausen.
Unvergessen bleibt auch die erste genehmigte und damit offizielle Demo am 31. Oktober 1989 auf dem August-Bebel-Platz mit etwa 25.000 Südharzern, die nach der Kundgebung durch die Rautenstraße und am Wehrkreiskommando vorbei marschierten. Viele trugen Kerzen. Wengler ließ die erste Donnerstagsveranstaltung in der Halle der Freundschaft am 2. November noch einmal Revue passieren, wo die Teilnehmer darüber diskutierten, welche Veränderungen in der DDR vorgenommen werden sollten, und er berichtete über die Aktivitäten des NEUEN FORUM und seinen ersten Auftritt im Kreistag am 25. November 1989, wo ihm gestattet wurde, vier Minuten zu sprechen.
Dr. Manfred Schröter begann mit der Schaffung des Runden Tisch als Notparlament im Kreis Nordhausen. Er erinnerte nochmals an die Situation in der DDR, die geprägt war von Selbstbetrug, Lüge und Wahlfälschung und die letztlich dann zur friedlichen Revolution führte, die Ende September 1989 begann. Er hob die Rolle von Propst Joachim Jaeger hervor, der den Runden Tisch leitete.
Er sprach über die vielfältigen Probleme, die er als Nordhäuser Bürgermeister gemeinsam mit seiner Verwaltung zu bewältigen hatte, beispielsweise Streik in den Betrieben, die sprunghafte Entwicklung der Kriminalität, Personalfragen in den kommunalen Einrichtungen, Anstieg der Arbeitslosigkeit, Klärung von Eigentumsfragen u. v. m.
Im Gegensatz zu vielen anderen Städten in vergleichbarer Größenordnung hat Nordhausen keine finanzielle Hilfe aus den Westen angenommen. Es gab nur einen Berater aus der späteren Partnerstadt Bochum, der beim Aufbau der kommunalen Strukturen behilflich war, so Dr. Schröter. Im Anschluss an die überaus lebendigen Ausführungen gab es eine rege Diskussion, die das große Interesse an dieser Thematik verdeutlichte.
Autor: rhHolger Wengler, damaliger Aktiver und Sprecher des NEUEN FORUM, und Dr. Manfred Schröter, erster vom Nordhäuser Stadtrat gewählter Bürgermeister nach der Wende.
Holger Wengler berichtete im bis auf den letzten Platz gefüllten Museum Tabakspeicher über die ersten Treffen in der Altendorfer Kirche, die Fürbittgottesdienste im September und Oktober 1989, die Verhinderungsversuche der Stasi, die ersten Demonstrationen durch die Stadt und schließlich über die Gründung des NEUEN FORUM in Nordhausen. Für viele der Anwesenden war es eine Auffrischung der Erinnerungen an diese bewegte Zeit in Nordhausen.
Unvergessen bleibt auch die erste genehmigte und damit offizielle Demo am 31. Oktober 1989 auf dem August-Bebel-Platz mit etwa 25.000 Südharzern, die nach der Kundgebung durch die Rautenstraße und am Wehrkreiskommando vorbei marschierten. Viele trugen Kerzen. Wengler ließ die erste Donnerstagsveranstaltung in der Halle der Freundschaft am 2. November noch einmal Revue passieren, wo die Teilnehmer darüber diskutierten, welche Veränderungen in der DDR vorgenommen werden sollten, und er berichtete über die Aktivitäten des NEUEN FORUM und seinen ersten Auftritt im Kreistag am 25. November 1989, wo ihm gestattet wurde, vier Minuten zu sprechen.
Dr. Manfred Schröter begann mit der Schaffung des Runden Tisch als Notparlament im Kreis Nordhausen. Er erinnerte nochmals an die Situation in der DDR, die geprägt war von Selbstbetrug, Lüge und Wahlfälschung und die letztlich dann zur friedlichen Revolution führte, die Ende September 1989 begann. Er hob die Rolle von Propst Joachim Jaeger hervor, der den Runden Tisch leitete.
Er sprach über die vielfältigen Probleme, die er als Nordhäuser Bürgermeister gemeinsam mit seiner Verwaltung zu bewältigen hatte, beispielsweise Streik in den Betrieben, die sprunghafte Entwicklung der Kriminalität, Personalfragen in den kommunalen Einrichtungen, Anstieg der Arbeitslosigkeit, Klärung von Eigentumsfragen u. v. m.
Im Gegensatz zu vielen anderen Städten in vergleichbarer Größenordnung hat Nordhausen keine finanzielle Hilfe aus den Westen angenommen. Es gab nur einen Berater aus der späteren Partnerstadt Bochum, der beim Aufbau der kommunalen Strukturen behilflich war, so Dr. Schröter. Im Anschluss an die überaus lebendigen Ausführungen gab es eine rege Diskussion, die das große Interesse an dieser Thematik verdeutlichte.


