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Mo, 14:11 Uhr
31.08.2009

Ein Stück anderer Kultur

Der Sommer ist bald zu Ende und mit ihm auch mein Leonardo-Praktikum. Vier Monate reichen kaum, um sich in einer neuen Stadt einzuleben, aber diese kurze Erfahrung in Nordhausen und in der Jugendherberge „Rothleimmühle“ hat mir sowieso viel beigebracht. So beginnt der Bericht von Antonella Manzoni in der nnz…


Bald werde ich wieder in meiner Heimat sein, ich werde wieder mit meiner Familie wohnen und wieder anfangen, zu studieren. Alles wird dort ungefähr so aussehen, wie es vor vier Monate ausgesehen hat. Ich werde vielleicht ein paar neue Bars in der Stadt finden und merken, dass die kleine Schwester größer geworden ist. Die Menschen werden vielleicht noch sehr braun von der sommerlichen Sonne sein und werden ein paar neue Kleider haben.

Das passiert aber dort sowieso jeden Sommer. Im Gegenteil werde ich so weiß aussehen wie noch nie und gewachsen bin ich sicher auch nicht. Aber ich bin doch viel anders als vor vier Monate, als ob ich schnell mal aus dem „normalen“ Leben geflüchtet wäre und nun weiß keiner, was in mir passiert ist. Bestimmt etwas, dass sich nicht mehr wiederholt.

Hier in Nordhausen habe ich das Gefühl, durch die ersten Schwierigkeiten Erwachsener geworden zu sein. Das ist eigentlich nicht meine erste Erfahrung alleine im Ausland aber bei meinen „Erasmus“ und „Erasmus Placement“ Erfahrungen ging es hauptsächlich nur darum, Spaß zu haben und große Städte wie Berlin und Hamburg richtig zu erleben. In Nordhausen ist das Stadtleben im Gegenteil viel ruhiger und man muss richtig fähig sein, sich die Freizeit mit den richtigen Menschen zu organisieren, egal ob zu Hause oder in einem Park, denn es geht schnell, dass man sich durch die Ruhe alleine fühlt. Nach dem relativ schwierigen Anfang, habe ich es geschafft, Kontakte mit immer mehreren neuen Menschen zu knüpfen und darüber freue ich mich jetzt.

Ich freue mich jetzt auch auf meinen chaotischen und lauten italienischen Alltag aber gleichzeitig weiß ich schon, dass ich bald viel von meinem aktuellen Leben vermissen werde und wieder Lust haben werde, weg zu gehen.

Ich gebe es zu, ich bin nie zufrieden und die Umstände reichen mir nie, aber nach jeder einzelnen Erfahrung im Ausland, nehme ich Stücke anderer Kulturen mit mir mit und das ist meiner Meinung nach viel wertvoller als bloß im Lebenslauf zu schreiben, dass ich ein „Leonardo“ Praktikum absolviert habe.
Antonella Manzoni
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