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Di, 18:33 Uhr
01.10.2002

BUND fordert Offenlegung

Nordhausen (nnz). Der Nordhäuser Kreisverband des BUND fordert die Offenlegung der Planungsunterlagen zur Verrohrung des Krummbachs. Der ökologische Verband reagiert damit auf Äußerungen von Landrat Joachim Claus (CDU) und schrieb dem Politiker einen offenen Brief.


Wie der Presse zu entnehmen war, scheint der Gedanke der Bachverrohrung des Krummbaches im geplanten Industriegebiet Goldene Aue tatsächlich Gestalt anzunehmen, so die Vorsitzende des BUND-Kreisverbandes Nordhausen Gudrun Holzapfel. Der Planungsverband "Industriegebiet Goldene Aue" müsse seine Blockadehaltung endlich aufgeben und seine beteuerte Bürgernähe in die Tat umsetzen, fordert der BUND-Kreisvorstand.

Da es sich bei dem Krummbach um ein "besonders geschütztes Biotop“ handelt, sieht das Thüringer Naturschutzgesetz für den Fall der Beeinträchtigung solcher wichtigen Lebensräume eine Beteiligung der Umweltverbände vor. Im Fall einer Verrohrung müsste sogar ein Planfeststellungsverfahren mit Öffentlichkeitsbeteiligung durchgeführt werden, teilt der Umweltverband mit, und meint weiter: „Dieses Verfahren zu umgehen, hieße geltendes Recht zu brechen."

Besorgt zeigt sich ebenfalls der BUND-Landesverband über das Vorhaben auch deshalb, weil der Krummbach in der ersten Planungsphase zum Industriegebiet eine Aufwertung in seiner Funktion als natürliches Gewässer erfahren sollte. Die jetzt in Rede stehende Verrohrung würde nicht nur den Lebensraum "Gewässer" vernichten, sondern auch dessen Pufferfunktion bei der gedrosselten Ableitung von Niederschlagswasser der auf 100 ha zu versiegelnden Fläche quasi aufheben.

Eine Verschärfung der Hochwassersituation müsse aber nach Meinung des BUND genau geprüft und vermieden werden. Man erwarte seitens des Planungsverbandes dazu konkrete nachvollziehbare Aussagen, zu denen man sich auf fachlicher Grundlage umgehend äußern werde.

Ihrerseits hat auch die Bürgerinitiative „Rettung der Goldenen Aue“ reagiert und sich in einem Brief an Landrat Joachim Claus gewandt. Darin heißt es: Sie machten Andeutungen zum Biotop „Krummbach“, die deutlich nachzufragen sind und einer nachträglichen Erläuterung bedürfen. Um hier Spekulationen und falschen Auslegungen zum Antrag des Planungsverbandes vorzubeugen, sehen wir dringenden Aufklärungsbedarf. Wir wählen die Form des offenen Briefes, der gleichzeitig auch an den Planungsverbandsvorsitzenden geht, damit hier nicht der Eindruck entsteht, das in Ihrem Hause Entscheidungen hinter verschlossenen Türen getroffen werden.

Sollte die Annahme richtig sein, daß der Planungsverband nach Abschluss der Einspruchsfrist bzw. nach Beendigung der gesetzlich vorgeschriebenen, öffentlichen Auslegung wesentliche, naturschutzrechtliche Maßnahmen drastisch verändern will, weisen wir vorsorglich auf die Notwendigkeit eines neuen Planfeststellungsverfahren mit Verbandsbeteiligung hin. Da wir Ihre offene Art in der Vergangenheit immer sehr geschätzt haben, bitten wir Sie in diesem Falle um eine öffentliche Erklärung.“
Autor: nnz

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