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Mo, 07:11 Uhr
03.08.2009

Sundhäuser Berge mit dem Rad?

Die Thüringer Minister Dr. Klaus Zeh und Gerold Wucherpfennig (beide CDU) stellten am Freitag die Verkehrsentwicklung um Nordhausen sowie zwischen Nordhausen und Sondershausen vor. Eines wurde allerdings vermisst...


So wurde unter anderem festgestellt, für den Ausbau der B4 in Richtung Erfurt sind die notwendigen Voruntersuchungen für die Strecke von der A38 bis zum Anschluss an die Ortsumfahrung Sondershausen beendet, d.h. der Trassenverlauf steht fest. Dieser sieht von der A38 bis zum Abzweig Hain den Bau einer völlig neuen Trasse vor. Leider wurde offensichtlich mal wieder nur auf die Autofahrer geschielt.

Sicher stellen PKW und LKW das Gros der Fahrzeuge dar, welche die Bundesstraße 4 "bevölkern". Aber welcher Radfahrer begibt sich schon freiwillig auf die lebensgefährliche Bundesstraße? Leider war bei der Vorstellung der Projekte die Frage der Radwege ausgeklammert worden. Bei der Ortsumfahrung B4 Sondershausen hatte man schon aus Kostengründen auf einen straßenbegleitenden Radweg verzichtet. Wird das auch bei der Weiterführung über die Sundhäuser Berge auch der Fall sein? Es wäre schön, wenn sich hier die Verkehrsexperten einmal äußern würden.

Es muss doch langsam mal auffallen, dass es für Fahrradfahrer praktisch keine Möglichkeit gibt, aus der Landeshauptstadt auf Radwegen in den Norden des Freistaates Thüringen zu gelangen, ohne sein Leben aufs äußerste zu gefährden. Dabei sind die 60 Kilometer bis Sondershausen, oder rund 80 km bis Nordhausen für einen erfahrenen Radwanderer an einem Vormittag zu schaffen, auch wenn sicher mancher Berg einem die Schweißperlen auf die Stirn treiben kann.

Bei den Verkehrskonzepten sollte man möglichst zwischen touristischen Radwegen und reinen straßenbegleitenden Radwegen unterscheiden. Straßenbegleitenden Radwege sind oft erst eine wichtige Voraussetzung, damit touristische Radwege besser genutzt werden können, um einen richtigen Anschluss zu haben. Gerade über diesen Zusammenhang sollten sich Touristiker und Straßenverkehrsplaner einmal austauschen, um in Thüringen ein vernünftiges Netz von straßenbegleitenden Radwegen zu schaffen. Für den Norden Thüringens - und hier ganz besonders das Gebiet des Altkreises Sondershausen - ist so ein Netz nicht vorhanden und so mahnt daher ein bekennender Radfahrer an, der aber auch mal auf sein Auto umsteigen muss, wenn es die Redaktionsarbeit erfordert.
Karl-Heinz Herrmann
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Kommentare

03.08.2009, 08.39 Uhr
blueeyesvr66 | Fahrradwege contra Bundesstraße
Die Fahrradwege in Nordhausen sind ja schon ziemlich dürftig, aber in Richtung Worbis oder Erfurt ist es ja schon fast unmöglich mit dem Rad zu fahren. Als Radfahrer werde ich geschnitten, angehupt oder beschimpft. Wer öfters fährt hat sicherlich schon ähnliches erlebt. Fahrradwege an der B4 werden sicherlich in den nächsten Jahren hinzukommen.

Trotzdem müssen wir langsam umdenken. Sicher wird nicht jeder mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren können. Aber sind nicht viele Fahrten mit dem Auto vermeidbar? Lieber 30min im Berufsverkehr durch die Stadt fahren, als 10 min mit Fahrrad zum Bäcker zu fahren? Die Mobilität wird nicht so weiter wachsen können. Fossile Brennstoffe werden knapper werden und das tolle Elektroauto mit riesiger Reichweite ist noch lange nicht in Sicht.

Sicherlich werden die nächsten Preissteigerungen an den Tankstellen noch zu verkraften sein. Aber was ist mit den jungen Menschen? Haben die keinen Anspruch auf Mobilität in der Zukunft? Vielleicht überlegt es sich ja einer mal den dicken Geländewagen mit 3-Liter Maschine stehen zulassen... Und einfach mal zu Fuß zu gehen oder sich ein Fahrrad zuzulegen, um die Brötchen zu holen...

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