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Mi, 20:18 Uhr
01.07.2009

nnz-doku: Erklärung

Nach der Verpflichtung der Nordhäuser Stadtratsmitglieder für die neuen Legislaturperiode haben die Fraktionen des Stadtrates und die Gruppe von Bündnis 90/Die Grünen folgende Erklärung abgegeben, die vom Stadtratsmitglied Andreas Wieninger, Fraktionsvorsitzender der SPD, verlesen wurde und die wir an dieser Stelle veröffentlichen...


"Die im Nordhäuser Stadtrat vertretenen Fraktionen von SPD, CDU, Die Linke, FDP und der Gruppe von Bündnis 90 / Grüne bedauern den Einzug der rechtsextremen NPD in das Nordhäuser Rathaus bei den Stadtratswahlen am 7. Juni 2009. Wir sehen es als unsere Aufgabe an, den demokratischen Geist des Nordhäuser Rathauses gegen den braunen Ungeist zu wahren.

Der Einzug der rechtsextremen NPD in den Nordhäuser Stadtrat erfüllt uns mit Sorge. Er schadet der Demokratie und unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung. Wir gehen jedoch davon aus, dass ein Teil der Wählerschaft der NPD sich nicht mit den verfassungsfeindlichen Zielen dieser Partei identifiziert.

Deshalb ist es unsere dringlichste Aufgabe, jene von der Demokratie enttäuschten Bürgerinnen und Bürger für die demokratische Wertegemeinschaft zurück zu gewinnen. Wir wollen nach Kräften dafür sorgen, dass auch diejenigen wieder in den Prozess der politischen Meinungsbildung einbezogen werden, die zur Stadtratswahl nicht wählen gegangen sind.

Eine Zusammenarbeit mit Mitgliedern der NPD darf und wird es nicht geben. Die NPD-Mitglieder als Menschen ernst zu nehmen, kann nicht bedeuten, ihre Ideologie auch nur ansatzweise anzuerkennen. Wir werden gemeinsam alle Möglichkeiten in der Hauptsatzung, der Geschäftsordnung und anderen Regeln des Kommunalrechts nutzen, um den Einfluss der NPD im Nordhäuser Stadtrat zurückzudrängen. Als Demokratinnen und Demokraten grenzen wir uns klar von ihnen ab.

Der Einzug der NPD in den Stadtrat wird nicht dazu führen, dass demokratische Rechte von Stadtratsmitgliedern eingeschränkt werden. Trotz unterschiedlicher politischer Auffassungen sind wir uns darin einig, dass die Verteidigung der Demokratie Vorrang vor Fraktionsinteressen haben muss."
Autor: nnz

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Kommentare
Stadtbürger
02.07.2009, 10:53 Uhr
Erklärung mit fadem Beigeschmack
Vielen Dank, Herr Wieninger. Diese Erklärung ist im Sinne aller Demokraten in unserer Stadt. Allerdings hat die ganze Geschichte einen faden Beigeschmack. Halten wir doch erstmal alle Fakten fest:

1. Die Wahl des Nordhäuser Stadtrates erfolgte im Sinne der im Grundgesetz festgelegten Wahlgrundsätze - also demokratisch.

2. Die NPD ist eine (leider noch) zugelassene Partei in Deutschland und kann auch zu Wahlen antreten.

3. Der eine NPD-Stadtrat wurde von einigen Bürgern dieser Stadt demokratisch gewählt. Er ist also im weitesten Sinne ein Volksvertreter.

Nun bin ich wahrhaftig kein Anhänger der NPD, aber ich halte das "Zurückdrängen" eines demokratisch gewählten Volksvertreters schon für etwas gefährlich. Man sollte sich eher inhaltlich auseinandersetzen mit dem, was die Braunen so von sich geben.

Mal ganz abgesehen davon - es ist schon etwas erheiternd, wenn ein einzelner Stadtrat derartige Aufmerksamkeit erhält. Wenn ich richtig gezählt habe, so ist das Verhältnis Demokraten zu NPD 35 zu 1. Mit der OB sogar 36 zu 1. Man sollte das ganze nicht mehr aufwerten, als es wert ist. Sicher, man sollte aufpassen, aber sich dabei nicht zu lächerlich machen.

Vielmehr sollte der Herr Wieninger sich lieber Gedanken darüber machen, warum es einige Nordhäuser gab, die die NPD gewählt haben bzw. gar nicht erst zur Wahl gegangen sind.

Und noch am Rande bemerkt: Der Auftritt des Genossen Wieninger, bevor er die Erklärung verlas, war in meinen Augen widerlich. Noch im Nachgang hat er Wahlkampf betrieben und die herausragenden Ergebnisse seiner Sozis gepriesen. Das diese aber durch die moralische Wählertäuschung von Rinke und Jendricke, sowie einen aggressiven und geschmacklosen Wahlkampf zustande gekommen sind, hat er wohlweißlich verschwiegen.
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