Do, 07:12 Uhr
25.06.2009
nnz/kn-TV-Tipp: Panorama
Wieder einmal haben wir einen TV-Tipp für Sie auf Lager. Das Polit-Magazin panorama berichtet unter anderen über einen Mann, der vermutlich fünf Jahre unschuldig im Knast gesessen hat...
Staatsanwaltschaft verschweigt entlastendes Material
Er hat immer gekämpft und immer wieder seine Unschuld beteuert. Mehr als fünf Jahre hat Ralf W. im Hochsicherheitsgefängnis Sehnde bei Hannover gesessen. Der Vorwurf: Er soll ein Mädchen vergewaltigt haben. Doch hat er das wirklich?
Bislang hatten ihm weder Richter noch Staatsanwälte geglaubt. Vor wenigen Tagen aber kam für Ralf W. die Wende. Das Landgericht Lüneburg hat entschieden: Er darf nach Hause, wird vorerst aus der Haft entlassen, denn sein Fall wird neu aufgerollt und neu verhandelt. Der Grund: Die Staatsanwaltschaft Hannover hat in seinem Fall offenbar schwere Fehler begangen und brisante Zeugenaussagen zurückgehalten, die Ralf W. entlasten. Panorama über einen Justizskandal mit schlampigen Staatsanwälten und zweifelhafte Zeugen.
Papiere für den Notfall
Es ist mehr als verständlich, dass viele ältere Israelis nie wieder einen Fuß auf deutschen Boden setzen wollen. Schließlich leben sie nur noch, weil sie rechtzeitig vor den Nazis geflohen sind oder ein Konzentrationslager überlebt haben.
70 Jahre später aber beantragen die in Israel aufgewachsenen Enkel der Überlebenden deutsche Pässe in großer Zahl. Dazu gibt ihnen das Grundgesetz das Recht - rechtlich gesehen sind sie immer Deutsche geblieben. 100.000 haben davon bislang Gebrauch gemacht, und jährlich kommen Tausende hinzu.
Panorama zeigt, dass dieser Trend etwas mit dem Gefühl der Unsicherheit zu tun hat, das viele Israelis heute angesichts zahlreicher Bedrohungen empfinden, etwa der angeblichen iranischen Atombombe. Die Familiengeschichte lehrt: Im Notfall muss man die richtigen Papiere haben, auch wenn es die Papiere des Täterlandes sind.
Neue Kranke durch das alte Gift
Ein Wohngebiet im Hamburger Stadtteil Eimsbüttel, Frühjahr 2009. Arbeiter reißen ein altes Badezimmer heraus, der Schutt wird in einem Container vor dem Haus gelagert, als sei es harmloser Staub. Schutzvorkehrungen gibt es keine. Dabei enthält der Fliesenkleber nach Panorama-Recherchen das hochgefährliche Material Asbest. Und das ist keine Ausnahme: Panorama - Stichproben haben ergeben, dass trotz aller Aufklärungskampagnen der krebserzeugende Stoff noch in vielen Häusern zu finden ist und bei der Entsorgung viele Menschen verseuchen kann.
Dabei sind die tödlichen Gefahren lange bekannt: Die Herstellung und Verwendung von Asbest sind in Deutschland seit 1993 verboten. Schon das Einatmen weniger Asbestfasern kann Jahre später zu Rippenfell- oder Lungenkrebs führen. Die Überlebenschancen sind minimal. Allein in Deutschland starben in den letzten 30 Jahren über 20.000 Menschen an den Folgen einer Asbesterkrankung.
Dennoch werden seit 1993 jedes Jahr neue Menschen verseucht. Und auch von ihnen werden viele sterben. Bei der Sanierung von asbestverseuchten Gebäuden wird weiter geschlampt. Städte und Länder kontrollieren immer weniger. Das Personal hierfür wurde gekürzt. Das Thema wird tot geschwiegen. Mit fatalen Folgen für Anwohner und Arbeiter. Panorama über eine tickende Zeitbombe.
panorama, heute, 21.45 Uhr, Das Erste
Autor: nnz/knStaatsanwaltschaft verschweigt entlastendes Material
Er hat immer gekämpft und immer wieder seine Unschuld beteuert. Mehr als fünf Jahre hat Ralf W. im Hochsicherheitsgefängnis Sehnde bei Hannover gesessen. Der Vorwurf: Er soll ein Mädchen vergewaltigt haben. Doch hat er das wirklich?
Bislang hatten ihm weder Richter noch Staatsanwälte geglaubt. Vor wenigen Tagen aber kam für Ralf W. die Wende. Das Landgericht Lüneburg hat entschieden: Er darf nach Hause, wird vorerst aus der Haft entlassen, denn sein Fall wird neu aufgerollt und neu verhandelt. Der Grund: Die Staatsanwaltschaft Hannover hat in seinem Fall offenbar schwere Fehler begangen und brisante Zeugenaussagen zurückgehalten, die Ralf W. entlasten. Panorama über einen Justizskandal mit schlampigen Staatsanwälten und zweifelhafte Zeugen.
Papiere für den Notfall
Es ist mehr als verständlich, dass viele ältere Israelis nie wieder einen Fuß auf deutschen Boden setzen wollen. Schließlich leben sie nur noch, weil sie rechtzeitig vor den Nazis geflohen sind oder ein Konzentrationslager überlebt haben.
70 Jahre später aber beantragen die in Israel aufgewachsenen Enkel der Überlebenden deutsche Pässe in großer Zahl. Dazu gibt ihnen das Grundgesetz das Recht - rechtlich gesehen sind sie immer Deutsche geblieben. 100.000 haben davon bislang Gebrauch gemacht, und jährlich kommen Tausende hinzu.
Panorama zeigt, dass dieser Trend etwas mit dem Gefühl der Unsicherheit zu tun hat, das viele Israelis heute angesichts zahlreicher Bedrohungen empfinden, etwa der angeblichen iranischen Atombombe. Die Familiengeschichte lehrt: Im Notfall muss man die richtigen Papiere haben, auch wenn es die Papiere des Täterlandes sind.
Neue Kranke durch das alte Gift
Ein Wohngebiet im Hamburger Stadtteil Eimsbüttel, Frühjahr 2009. Arbeiter reißen ein altes Badezimmer heraus, der Schutt wird in einem Container vor dem Haus gelagert, als sei es harmloser Staub. Schutzvorkehrungen gibt es keine. Dabei enthält der Fliesenkleber nach Panorama-Recherchen das hochgefährliche Material Asbest. Und das ist keine Ausnahme: Panorama - Stichproben haben ergeben, dass trotz aller Aufklärungskampagnen der krebserzeugende Stoff noch in vielen Häusern zu finden ist und bei der Entsorgung viele Menschen verseuchen kann.
Dabei sind die tödlichen Gefahren lange bekannt: Die Herstellung und Verwendung von Asbest sind in Deutschland seit 1993 verboten. Schon das Einatmen weniger Asbestfasern kann Jahre später zu Rippenfell- oder Lungenkrebs führen. Die Überlebenschancen sind minimal. Allein in Deutschland starben in den letzten 30 Jahren über 20.000 Menschen an den Folgen einer Asbesterkrankung.
Dennoch werden seit 1993 jedes Jahr neue Menschen verseucht. Und auch von ihnen werden viele sterben. Bei der Sanierung von asbestverseuchten Gebäuden wird weiter geschlampt. Städte und Länder kontrollieren immer weniger. Das Personal hierfür wurde gekürzt. Das Thema wird tot geschwiegen. Mit fatalen Folgen für Anwohner und Arbeiter. Panorama über eine tickende Zeitbombe.
panorama, heute, 21.45 Uhr, Das Erste


