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Mi, 18:14 Uhr
24.06.2009

Im Durchschnitt

In den Kommentaren der nnz wurde jüngst auch über die schnelle Genehmigung für den Bau des neuen Einkaufzentrums am Pferdemarkt diskutiert. Wie das Nordhäuser Rathaus jetzt mitteilen lässt, dauert in der Rolandstadt eine Genehmigung...

Nach durchschnittlich nur sechs Wochen ab Antrag halten Eigenheimbauer in der Stadt Nordhausen ihre Baugenehmigung in den Händen. Das sagte jetzt Nordhausens Bauordnungsamtsleiter Mike Szybalski der nnz. „Seit Änderung der Thüringer Bauordnung im Jahr 2004 gibt es 2 Genehmigungsarten. Zum einen das vereinfachte Baugenehmigungsverfahren für Ein- und Zweifamilienhäuser, kleinere Mehrfamilienhäuser und einfache Gewerbebauten außerhalb von Bebauungsplangebieten und zum anderen das `umfassende´ Baugenehmigungsverfahren für höhere Mehrfamilienhäuser, größere Gewerbebauten und andere Sonderbauten, wie z. B. Versammlungsstätten, Krankenhäuser, Verkaufsstätten, Beherbungsstätten und Gaststätten“, so der Amtsleiter.

Die Bearbeitungszeiten liegen beim vereinfachten Baugenehmigungsverfahren bei durchschnittlich 50 Tagen und beim umfassenden Baugenehmigungsverfahren bei durchschnittlich 85 Tagen. „Die Bearbeitungszeit eines Bauantrages hängt im Wesentlichen von der Qualität der beim Bauordnungsamt eingereichten Unterlagen ab. Nicht selten müssen Unterlagen nachgefordert, manchmal müssen Antragsteller oder Bauvorlageberechtigter leider auch wiederholt an die noch nachzureichenden Unterlagen erinnert werden.“

Positiv werde die Bearbeitungszeit eines Bauantrages beeinflusst, wenn umfangreiche Bauvorhaben bereits vor Einreichung des Bauantrages mit dem Bauordnungsamt planungs- und bauordnungsrechtlich abgestimmt werden.
Autor: nnz

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Kommentare
Peppone
24.06.2009, 21:55 Uhr
Ha, Ha, Ha,...,
um das Ganze ein bisschen transparenter für den Normalbürger verständlich zu machen, hier mal die mehrfach erlebte Praxis eines Unternehmens aus einem Nachbarkreis, der auch der Thüringer Bauordnung unterliegt.

Die Bauämter rechnen in Arbeitstagen, das bedeutet bei durchschnittlich 85 Tagen im umfassenden Baugenehmigungsverfahren eben nicht 12 Wochen wie hier so schön vom Bauamt suggeriert, sondern ca. 125 Kalendertage, inklusive der gesetzlichen Feiertage. Das sind dann schon 18 Wochen im Durchschnitt.

Die Zeit beginnt natürlich erst dann an zu laufen, wenn die Kollegen vom Bauamt meinen, sie hätten alle Unterlagen, die sie benötigen. Da kann es schon mal vorkommen, dass einem Sachbearbeiter die Ansicht in der mitgelieferten Zeichnung nicht gefällt. Eine Woche später müssen dann die Emissionsgrenzwerte eines Industriegebietes vom Bauherren nachgeliefert werden, weil man ja auf dem Amt nicht weiß, welche Industriegebiete mit welchen Grenzwerten man vorher schon genehmigt hat. Wiederum eine Woche später wird dann festgestellt, dass die Nutzungsangaben des Bauherren viel detailierter sein müssten um zu einer Entscheidung zu gelangen… Unter einem halben Jahr geht also „im Durchschnitt“ gar nichts!

Ganz prima ist natürlich der Hinweis vom Nordhäuser Bauamt, dass sich Bauherren rechtzeitig mit dem Amt in Verbindung setzen sollen, um ihre Bauvoranfragen „wasserdicht“ zu machen. Am besten ist, man weiß als Unternehmen schon zwei Jahre vorher, welche Aufträge man akquiriert und was man dazu an Infrastruktur braucht. Wie Weltfremd das ist, muss hier nicht weiter erläutert werden!

In der Praxis empfiehlt es sich also, einen Staatssekretär oder Minister aus dem TMWTA zu kontaktieren, damit das alles ein klein wenig im Sinne der Sache beschleunigt wird. Tut man das nicht, ist man wie vor Gericht und auf hoher See in Gottes Hand. ;-)

Schön, dass der Bauherr des „Pferdemarktes“ eine solche zuvorkommende Behandlung erfährt! So eine Behandlung wäre allen zu wünschen, die diese Region zukunftsweisend stabilisieren. Sei es durch privaten Haus- oder Industriebau. Die Realität sieht aber anders aus.

Es geht nur darum, möglichst populistisch Wähler zu „erschließen“. Und da ist ein neues Einkaufszentrum am Pferdemarkt nun einmal besser dazu geeignet, als Emissionsverursachende Industriehallen, in denen geschweißt oder lackiert wird. Die Industriehallen würden sogar dafür sorgen, dass auch nachfolgende Generationen am Pferdemarkt noch einkaufen könnten, aber viele Politiker und Sachbearbeiter interessiert das nicht! Dort denkt man nur von Wahl zu Wahl oder bis zur eigenen Rente.

Bestes Beispiel für kurzsichtige regionale Politik ist das Industriegebiet in der Goldenen Aue, seit dreizehn Jahren bewegt man sich dort in einem unbeschreiblichen Jammertal!
denk-mal
25.06.2009, 15:46 Uhr
valetta ?
machen wir es kurz und schmerzfrei.
waren sie schon mal auf malta und haben die festungsanlagen von valetta gesehen, gigantisch - aber toller ist die Bauzeit, nämlich 365 Tage hatten die Malteserritter benötigt um diese Anlage zu errichten mit zeichnung und fertigung - so viel zum tempo baugenehmigung und schnelligkeit.
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