Di, 19:55 Uhr
17.09.2002
Grundsolider Grund
Nordhausen (nnz). Es war die letzte große Veranstaltung der CDU in der heißen Wahlkampfphase in Nordhausen. Noch einmal kam Ministerpräsident Bernhard Vogel, um vor allem zu werben. nnz war auf dem Theaterplatz mit dabei.
Zu den rund 200 Schaulustigen gehörten nicht nur CDU-Mitglieder oder Sympathisanten, sondern auch Mitarbeiter des Nordhäuser Theaters und des Loh-Orchesters. Sie brachten auf zwei Spruchbändern ihren Unmut über die Theaterpolitik des Landes Thüringen zum Ausdruck. Die Parolen (Sie sparten und sparten bis zum Ende aller Sparten) konterte der Ministerpräsident Vogel profihaft. Thüringen muß in den kommenden Jahren an vielen Stellen kürzen, bei den Ausgaben für die Theater jedoch nicht, rief Vogel den Leuten entgegen und verwies auf die Festschreibung der Gelder für die Theater des Freistaates bis zum Jahr 2008. Der Mann aus Erfurt machte auch deutlich, dass Thüringen in den theatralischen Ausgaben pro Einwohner Spitze in der Bundesrepublik sei.
Dann aber machte der Christdemokrat in gekonnter Weise Stimmung für seine Partei, aber auch für die Kandidaten Manfred Grund und Lothar Späth. Mit zwei Kreuzen auf dem Wahlzettel würden die Menschen in Nordhausen endlich für Taten sorgen. Wie in Thüringen müsse es auch im Bund weitergehen. Der Ausbau der Infrastruktur, der Aufbau der Fachhochschule in Nordhausen - all das schrieb der MP seiner Partei zu Gute. Das Szenario der Wahlkampfrede blieb jedoch - genau wie bei Auftritten anderer Parteien eine Schablone. Taten statt einer ruhigen Hand, Druck auf Irak statt Konfrontation mit den USA und Isolation, Mittelstand fördern statt schwächen und weiteres mehr, professionell abgespult.
Erstaunlich jedoch: Zwei Frauen hatten es Bernhard Vogel angetan. Da war zum einen Angela Merkel, der er größten Respekt für ihre Arbeit in den zurückliegenden zwei Jahren zollte. Und da war die grüne Verbraucherschutzministerin Renate Kühnast, die erst nach ihrer Ernennung zur Ministerin zum ersten Mal einen Schweinestall von innen gesehen habe.
Auch Manfred Grund sprach zu den Menschen in Nordhausen. Man hatte ihn schon lauter sprechen hören. Grund machte einen soliden Eindruck, wählte bildhafte Vergleiche, sprach von Begegnungen mit den Menschen während des Straßenwahlkampfes und warb für sich und seine Partei, das Lokale nicht vergessend. Vielleicht wusste Grund, dass sein Sieg in diesem Wahlkreis kaum anfechtbar ist, vielleicht aber wusste er auch, dass zwei oder drei Straßenwahlkämpfe für das Überbringen der politischen Wahlbotschaft effektiver sind, als ein Massen-Event. Aber schließlich gehört auch das zum Geschäft. und wer weiß, wann ein Ministerpräsident vielleicht das nächsten Mal nach Nordhausen kommt?
Autor: nnz
Zu den rund 200 Schaulustigen gehörten nicht nur CDU-Mitglieder oder Sympathisanten, sondern auch Mitarbeiter des Nordhäuser Theaters und des Loh-Orchesters. Sie brachten auf zwei Spruchbändern ihren Unmut über die Theaterpolitik des Landes Thüringen zum Ausdruck. Die Parolen (Sie sparten und sparten bis zum Ende aller Sparten) konterte der Ministerpräsident Vogel profihaft. Thüringen muß in den kommenden Jahren an vielen Stellen kürzen, bei den Ausgaben für die Theater jedoch nicht, rief Vogel den Leuten entgegen und verwies auf die Festschreibung der Gelder für die Theater des Freistaates bis zum Jahr 2008. Der Mann aus Erfurt machte auch deutlich, dass Thüringen in den theatralischen Ausgaben pro Einwohner Spitze in der Bundesrepublik sei.
Dann aber machte der Christdemokrat in gekonnter Weise Stimmung für seine Partei, aber auch für die Kandidaten Manfred Grund und Lothar Späth. Mit zwei Kreuzen auf dem Wahlzettel würden die Menschen in Nordhausen endlich für Taten sorgen. Wie in Thüringen müsse es auch im Bund weitergehen. Der Ausbau der Infrastruktur, der Aufbau der Fachhochschule in Nordhausen - all das schrieb der MP seiner Partei zu Gute. Das Szenario der Wahlkampfrede blieb jedoch - genau wie bei Auftritten anderer Parteien eine Schablone. Taten statt einer ruhigen Hand, Druck auf Irak statt Konfrontation mit den USA und Isolation, Mittelstand fördern statt schwächen und weiteres mehr, professionell abgespult.Erstaunlich jedoch: Zwei Frauen hatten es Bernhard Vogel angetan. Da war zum einen Angela Merkel, der er größten Respekt für ihre Arbeit in den zurückliegenden zwei Jahren zollte. Und da war die grüne Verbraucherschutzministerin Renate Kühnast, die erst nach ihrer Ernennung zur Ministerin zum ersten Mal einen Schweinestall von innen gesehen habe.
Auch Manfred Grund sprach zu den Menschen in Nordhausen. Man hatte ihn schon lauter sprechen hören. Grund machte einen soliden Eindruck, wählte bildhafte Vergleiche, sprach von Begegnungen mit den Menschen während des Straßenwahlkampfes und warb für sich und seine Partei, das Lokale nicht vergessend. Vielleicht wusste Grund, dass sein Sieg in diesem Wahlkreis kaum anfechtbar ist, vielleicht aber wusste er auch, dass zwei oder drei Straßenwahlkämpfe für das Überbringen der politischen Wahlbotschaft effektiver sind, als ein Massen-Event. Aber schließlich gehört auch das zum Geschäft. und wer weiß, wann ein Ministerpräsident vielleicht das nächsten Mal nach Nordhausen kommt?

