Angekommen
Endlich aufatmen in der Nordhäuser LINKEN: Nach Jahren der Abstinenz ist jetzt endlich ein Mandat im Thüringer Landtag in Sicht. Auch eine Frau ist endlich am Ziel ihrer politischem Träume angekommen.
Birgit Keller ist am Abend auf Platz 7 der Landesliste gewählt worden. 72 Prozent der Delegierten der VertreterInnenversammlung stimmten für die Fraktionsvorsitzende im Nordhäuser Kreistag. Die ehemalige Mitarbeiterin der damaligen SED-Kreisleitung steigt nach 20 Jahren in den Thüringer Polit-Olymp auf.
Keller hatte schon einmal für den Landtag kandidiert, auch für den Posten des Landrates. Sie gilt als ungefährdet in den eigenen Reihen und geachtet – selbst in den christdemokratischen Kreisen, dieses Landkreises. Da wird auch schon mal gern ein Deal mit der CDU ausgehandelt (nnz berichtete mehrfach).
Autor: nnz
Kommentare
denk-mal
28.03.2009, 13:57 Uhr
natürlich ! angekommen !
es ist doch richtig und gut, dass so eine kämpferin für soziale gerechtigkeit eine reelle chance bekommt.
Alle haben ihre vergangenheit. ein Egon primos cdu hat in der cdu blockpartei auch nicht gegen den staat ddr gearbeitet, im gegenteil er war damals schon sehr dafür, ein dr. schröter cdu, war kreishygienearzt, ein günther übner spd, war chef der berufsausbildung in der ifa, . . . man könnte das jetzt beliebig fortsetzen, wir haben in diesem ungerechten regime gelebt, und haben uns mehr oder weniger eingebracht.
Es ist doch gut, dass in unserer stadt und im kreis genügend kandidaten auf günstigen zuwählenden listenplätze stehen. stellen sie sich doch vor, von jeder partei kommt aus unserer region einer in den landtag: zeh cdu, primas cdu, keller linke,bachmann linke, hitzing fdp, rodekirchen fdp, winninger spd, becker spd, grüne weiß ich jetzt noch nicht, was besseres kann uns doch gar nicht passieren, nur die minister alleine, haben bis her ja auch nicht alles geschafft.
dsa wäre zwar für die politiker nicht einfach, aber vielleicht müssten sie sich einmal mehr darauf besinnen, das politik nicht für die "eigen"verwaltung ist, sondern für die menschen, für die, die sie gewählt haben.
politische träume hin oder her, frauen in der politik sind nicht das schlechteste, oftmals besser, als das andere geschlecht (zu dem ich gehöre).
H.Buntfuß
29.03.2009, 16:26 Uhr
Freude bei den LINKEN
Die Nordhäuser Linken sind erfreut über den Wahlerfolg von Birgit Keller. Für mich hat das alles einen faden Nachgeschmack. Eine ehemalige Mitarbeiterin der SED-Kreisleitung im Thüringer Landtag. Wird sich diese Frau wirklich für das Wohl aller Bürger einsetzen, oder geht es ihr nur um ihre eigenen Belange?
Wieso ich so etwas schreibe? Nun, ich habe mir einmal die Kandidatenlisten für den Stadtrat und den Kreistag angesehen. Als ich die Listen sah, hatte ich eher das Gefühl, ich habe einen Familienstammbaum vor mir liegen. Da findet man Vater und Tochter, Mutter und Sohn, Mutter und Tochter, Schwiegervater und Schwiegertochter sowie Ehemann mit Ehefrau. Was ein Familienstammbaum nicht zeigt, sind gute Bekannte, aber auf der Liste kann man diese sicher auch finden.
Und genau aus solchen und ähnlichen Gründen, habe ich immer das Gefühl, es geht hier nur darum, die Macht und den Lebensunterhalt für die eigene Klientel abzusichern. Der Bürger kommt nur ins Spiel,wenn man ihn als Wähler benötigt.
Chefkoch
29.03.2009, 22:13 Uhr
Nichtwählengehen hilft nur dem Machtklüngel
Natürlich hat Werner Recht. Die Konsequenzen, die man aus dem Geschriebenen ziehen muss, sind deprimierend und bestätigen die landläufigen Vorurteile: Der politische Klüngel bedient und reproduziert sich selbst und seine Interessen. Die Alternative? Nichtwählengehen? Schon bei den letzten Kommunalwahlen erzielte die Partei der Nichtwähler hier in Nordhausen mit weit über 50% eine satte absolute Mehrheit. Allerdings hat diese Partei durch ihre Mehrheit keinen einzigen Sitz und keine einzige Stimme im Kreistag oder im Nordhäuser Stadtrat gewonnen. Und damit rechnet die Machtelite.
Joachim Claus (CDU) wurde beispielsweise 2006 gegen die hier im Artikel erwähnte Birgit Keller (Linke) mit 52,7% zum derzeitigen Landrat gewählt. Allerdings gaben nur 41,1% der Wahlberechtigten ihre Stimme ab. Rechnerisch ergibt sich folglich, dass Landrat Claus lediglich mit dem Votum von nur 21,7 % aller Wahlberechtigten des Landkreises in sein Amt einzog. Verfassungsmäßig ist das in Ordnung. Aber sieht so etwa der demokratische Wille der Mehrheit aus?
Das Beispiel des Landrats zeigt, dass Nichtwählen keine Alternative ist. Jede Stimme, die bei den Kommunalwahlen nicht abgegeben wird, zählt durch das Verhältniswahlsystem bei der Verteilung der Sitze für jede Liste/Partei rein rechnerisch genau in den Proportionen des endgültigen Wahlergebnisses. Das heißt, dass wer nicht wählt, letztlich den Wahlsiegern – den drei großen Parteien - seine Stimme gibt.
Schlussfolgerung: Wenn Sie Ihren Unmut ausdrücken wollen, dann gehen Sie unbedingt wählen! Und wählen Sie dann richtig, nämlich die Kleinen!
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