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Fr, 07:28 Uhr
27.03.2009

Die Pflanzen des Südharzes

Bis Mitte Juni diesen Jahres kann im Spengler-Museum in Sangerhausen die gemeinsam mit dem Biosphärenreservat Karstlandschaft Südharz initiierte Sonderausstellung „Die Pflanzenwelt im Südharz – Das Herbarium von Carl-Friedrich-Lebing“, besucht werden. Dazu ein Beitrag von Elke Blanke und Armin Hoch in der nnz...

Ausstellung in Sangerhausen (Foto: Blanke) Ausstellung in Sangerhausen (Foto: Blanke)

Bei den gezeigten Exponaten des Herbariums von Lebing (1839 – 1907) handelt es sich um einen kleinen Teil der ehemals umfangreichen Sammlung, die der Sangerhäuser Gymnasiallehrer und Mitglied der „Irmischia“, der botanischen Vereinigung Thüringens und späteren „Botanischen Gesellschaft“, in 25jähriger Forschungsarbeit zusammenstellte. Er konzentrierte sich dabei nicht nur auf die unmittelbare Umgebung von Sangerhausen, sondern auch auf die Hainleite, den Kyffhäuser und Artern.

Die im Spengler-Museum ausgestellten Herbarbelege wurden erst im Jahr 2002 bei Umräumarbeiten wiederentdeckt. Von den ca. 170 Belegen wurden einige im Leibnitz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung in Gatersleben einer chemischen Behandlung zwecks Konservierung unterzogen. Die heute sichtbaren Belege bilden einen eindrucksvollen Extrakt aus dieser aufwendigen Arbeit. Zugleich stellen sie ein Zeugnis der botanischen Schätze des Südharzes dar und sind zugleich Mahnung angesichts der zwischenzeitlich verschollenen oder ausgestorbenen Arten.

Mit Hilfe von Herbarien lassen sich nicht nur unterschiedliche Herkünfte von Pflanzen belegen, sondern auch Veränderungen in der Florenzusammensetzung einzelner Gebiete feststellen. So sind das am „Hohen Berg“ vor den Toren Sangerhausens beheimatete Große Windröschen, der Kamm-Wachtelweizen, der Acker-Schwarzkümmel und die Kalkaster ebenso verschollen wie die Honigorchis bei Questenberg.

Einen aktuellen Bezug und damit auch die Verknüpfung zu heutigen Fundorten stellen die in Ergänzung der Herbarbelege ausgestellten, eindrucksvollen Fotografien der Blütenpflanzen von Armin Hoch und Norbert Rußwurm dar. Adonisröschen, Sumpf-Herzblatt und Ebensträußiges Gipskraut sind nur einige der ausgestellten Arten, die einen Überblick über die floristische Beschaffenheit und andere Eigenheiten der Zechsteinlandschaft geben.

Sie sind Ausdruck der außergewöhnlichen Vielfalt der Pflanzenwelt des Südharzes, die sich sowohl in der besonderen geologischen Situation, als auch den speziellen Klimabedingungen im Übergangsbereich zwischen atlantisch feucht und kontinental trocken begründet.

Insofern ist die Ausstellung nicht nur für eingeschworene Botaniker, sondern auch für Schulklassen von Interesse und kann mit dem Wissen um die weltweite Einmaligkeit der Gipskarstlandschaft im Südharz durch einen Besuch der Ausstellung „Wir hier - leben in/mit einer Landschaft“ in der Verwaltung des Biosphärenreservates in Roßla ergänzt bzw. vervollkommnet werden. Armin Hoch als Mitarbeiter der Verwaltung ist gern bereit, nach vorheriger Anmeldung unter 034651 2988921 beide Ausstellungen erläuternd zu begleiten.
Autor: nnz

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