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Do, 17:43 Uhr
26.02.2009

Mehr Spielplätze und Netze

Die nnz hatte gestern bereits über die Sozialraumkonferenz in Großwechsungen berichtet. Jetzt gibt es weitere Einzelheiten. Zum Beispiel: „Die Jugend ist nicht so schlecht!“


Konferiert (Foto: Piper) Konferiert (Foto: Piper) „Unsere Jugendarbeit ist schon nicht schlecht aufgestellt. Wir haben vier Jugendclubs – mehr ist finanziell nicht machbar. Das ist zwar bedauerlich, aber erklärbar“, sagte Gerold Reinhardt gestern bei der Sozialraumkonferenz für Werther. Der Ortsteilbürgermeister von Günzerode stellte für seinen und die drei anderen Ortsteile ohne Jugendclub eine Forderung auf: Um Jugendlichen einen Rückzugsbereich anzubieten, sollten Spiel- und Bolzplätze oder andere Treffpunkte geschaffen werden. Dieses Ziel ist ein Ergebnis der Sozialraumkonferenz für die Gemeinde Werther, bei der sich gestern Jugendliche und Vertreter der Kindertagesstätten, Schule, Verwaltung sowie Ortteilbürgermeister in Großwechsungen trafen.

„Wenn wir die Jugendlichen in allen Ortschaften erreichen wollen und das auf einem qualitativ gutem Niveau, müssen wir da nicht die Frage stellen, ob eine halbe Planstelle in der Bereichjugendpflege ausreicht?“ fragte Jutta Patzelt, Sozial- und Jugendhilfeplanerin im Landratsamt Nordhausen, die die Konferenz organisierte. Bislang fördert die Gemeinde anteilig eine halbe Stelle der Bereichsjugendpflegerin Beanke Juch. Sie betreut gemeinsam mit Ehrenamtlichen, die sich häufig als Jugendgruppenleiter weiter qualifiziert haben, die vier Jugendclubs in Werther, Großwechsungen, Kleinwechsungen und Haferungen.

„Ich bin aber auch als Streetworkerin unterwegs“, sagte Beanke Juch, die gleichzeitig verdeutlichte, dass es für Jugendliche ohne Auto oft schwierig sei, in die Jugendclubs in anderen Ortsteilen zu fahren. Diese mobile Arbeit könnte sich bei entsprechender personeller Ausstattung zukünftig intensivieren – eine wichtige Zielvorgabe der Konferenz: Die Möglichkeiten eines personellen Ausbaus der Bereichsjugendpflege sollen die Mitglieder des Gemeinderats noch einmal debattieren. Denn der Bedarf ist da: „Werther hat den höchsten Anteil an Kindern und Jugendlichen bis 17 Jahren im Landkreis. Der Anteil im gesamten Kreisgebiet liegt im Durchschnitt bei 13,7 Prozent, in Werther beträgt er 15,5 Prozent“, so Jutta Patzelt.

Insgesamt gibt es im Gemeindegebiet kaum Probleme. Dies zeigt sich beispielsweise darin, dass Jugendhilfe- und Sozialeistungen wie Hilfe zu Erziehung, Unterhaltsvorschuss oder Jugendgerichtshilfe in Werther weniger in Anspruch genommen werden als im Kreisdurchschnitt. In den letzten fünf Jahren ist die Zahl der Straftaten um ein Drittel zurückgegangen. Von den rund 700 Anträgen auf Bafög für Schüler und Auszubildende, die im Landratsamt im vergangenen Jahr aus dem gesamten Kreisgebiet eingegangen sind, kommen im Gemeindevergleich die meisten aus Werther. Neben den vier Jugendclubs wird auch kräftig in den noch jüngeren Nachwuchs investiert: Derzeit entsteht in der ehemaligen Grundschule in Werther für rund 1,2 Millionen Euro der erste Bewegungskindergarten im Landkreis, der zu einer „Sportschule im Kindergartenbereich“ werden soll, wie es Rainer Hirdes vom Bauamt formulierte.

Einen wichtigen Anteil am gut funktionierenden Sozialgefüge in der Gemeinde Werther haben die Vereine, in denen insgesamt rund 600 Mitglieder aktiv sind. „Die holen die Jugendlichen von der Straße“, meinte Gerold Reinhardt. Die Konferenzteilnehmer gaben das Ziel aus, dass die Gemeindeverwaltung eine finanzielle Förderung der aktiven Vereinsarbeit prüfen möge.
Als weiteres Ergebnis wurde als Ziel vereinbart, dass die generationsübergreifenden Angebote ausgebaut werden – ein Anliegen, dass die Seniorenbeauftragte Roswitha Knopf gemeinsam mit der Bereichsjugendpflegerin in Angriff nehmen wird. Gerade im Bereich der übergreifenden Kooperation – über Institutionen hinweg – sah der evangelische Gemeindepfarrer Jochen Lenz noch Defizite. „Die Zusammenarbeit ist wichtig, um Kräfte zu sparen und zu bündeln“, sagte er.

Neben einer intensiveren Netzwerkarbeit und gemeinsamen Treffen zur Termin- und Angebotsabstimmung, regte er nicht nur gemeinsame Freizeitfahrten an, sondern eröffnete noch eine Vision: Die Akteure in der Jugend- und Seniorenarbeit könnten gemeinsam einen Kleinbus anschaffen, um so eine Fahrgelegenheit zu bieten und die Arbeit mobiler zu gestalten. Vorerst wurde diese Idee aus finanziellen Gründen jedoch vertagt.

Allerdings gab es nicht nur Wünsche zu Ausbau und Vernetzung der Jugend- und Seniorenarbeit, sondern auch an die Jugendlichen selbst. „Was ich ein wenig vermisse ist, dass die Jugendlichen mal zu uns kommen, in den Ortschaftsrat oder in meine Sprechstunde“, sagte Ullrich Wilhelm, Ortsteilbürgermeister von Haferungen. Dies stärke nicht nur das politische Interesse und Verständnis der Jugendlichen, sondern gebe der Politik die Chance, sich direkt bei den Jugendlichen über ihre Interessen und Bedürfnisse zu informieren.
Autor: nnz

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