Do, 13:03 Uhr
26.02.2009
Keine wirkliche Besserung
Sie wecken Erinnerungen an längst vergangenen Zeiten: üble Hinterlassenschaften. Vergleichbar mit klebrigen Teerflecken auf weißer Weste schmälern sie das Gesamtbild einer ansonsten schönen Stadt. Kurt Frank war für die nnz auf Spurensuche.
Den Anwohnern fuhr der Schrecken in die Glieder. Mit ohrenbetäubendem Krachen war ein Dach des baufälligen Garagenkomplexes des ehemaligen Kraftverkehrs in der Justus-Jonas-Straße in sich zusammengestürzt. Eine besonders schmucklose Hinterlassenschaft. Das war im Jahr 2005. Der damalige Bau- und Wirtschaftsdezernent Dietrich Beyse (CDU) zeigte sich zuversichtlich. Beyse hatte den Bauhof angewiesen, das Objekt gründlich unter die Lupe zu nehmen. Ob es endgültig verschwindet, vermochte er noch nicht zu sagen.
Über einen Investor, der in Aussicht stehe und eventuell eine Gewerbeansiedlung plane, soll Beyse Bescheid gewußt haben. Beyses Nachfolgerin Inge Klaan (CDU) kann mit keinem Investor dienen. Die Vermarktung der Fläche, Eigentum der Stadt, scheiterte bislang, weil ein wirtschaftliches Interesse für das Terrain fehle. Klaan ist dennoch optimistisch: Ein Bauantrag für einen provisorischen Parkplatz ist in Arbeit. Der könnte im zweiten Quartal fertig sein.
Über die Form der Bewirtschaftung werde noch beraten, wie auch über die Beräumung der leer stehenden Garagen. Vor über vier Jahren registrierten Passanten mit Freude eine vor einer baufälligen Kümmelhütte im Altendorf gegenüber der Fleischerei Hucke weithin sichtbar angebrachte Informationstafel. Sie tat kund, dass an dieser Stelle schmucke Eigentumswohnen entstehen. Das Vorhaben schien Gestalt anzunehmen. Mühevoll entfernten Handwerker morsche Balken, um sie durch neue zu ersetzen.
Dann war Schluss. Bis heute. Firmenpleite? Leere Kassen? Von Eigentumswohnungen ist noch immer etwas zu lesen, ansonsten zeigt sich die Häuserfront in einem erbärmlichen Zustand. Der private Eigentümer, schreibt Inge Klaan, hatte in jüngster Zeit keine Möglichkeit, an dem Bau weiter arbeiten zu lassen. Die Absperrung des Gehweges war in dieser Form für den Fußgängerschutz erforderlich. Der Eigentümer soll möglicherweise mit Fördermitteln in seinem Vorhaben unterstützt werden. Baubeginn, informiert die Dezernentin abschließend, könnte schon im Frühjahr sein und nach Fertigstellung von Fassade und Dach im Herbst der Fußweg freigegeben werden.
Abgesehen von der klaffenden sich im Dauerzustand befindlichen Baugrube auf dem Terrain des ehemaligen Volkspolizei-Kreisamtes zeigt sich der Blasii-Kirchplatz nebenan nicht von seiner Schokoladenseite. Bis Jahresende 2009, so war zu lesen, soll er ein ansprechenderes Bild abgeben. Wirklich?
Dem Antwortschreiben aus dem Rathaus ist zu entnehmen, dass für die Umgestaltung des Platzes in diesem Jahr eigene Haushaltsmittel für ein erstes Wettbewerbsverfahren verfügbar sind. Begonnen werde mit den Freiflächen Pferdemarkt, Kranichstraße und Engelsburg. In der zweiten Phase erwarte man Vorschläge für die Gestaltung des Blasii-Kirchplatzes und der Randbereiche. Wann dessen Umbau erfolgt, hänge von den Haushaltsmitteln ab. Sicher nicht vor 2010. Inge Klaan wörtlich: Bis dahin werden die Flächen für die Baustelleneinrichtung des Kaufhauses benötigt.
Zu den wohl schrecklichsten Überbleibseln aus uralten Tagen zählt der Ruinen-Komplex im Bereich des ehemaligen Gaswerkes zwischen Geseniusstraße und Zorge. Ein Bild, das bei älteren Nordhäusern Erinnerungen an den Bombenangriff von 1945 weckt: Eingestürzte Dächer, wie ausgebrannt anmutende Gebäude. Bau- und Wirtschaftsdezernentin Klaan gibt Auskunft: Die Gebäude Geseniusstraße 18 (Villa und Werkstattgebäude) stehen auf der Denkmalliste. Das Gelände ist Privateigentum. Letzter der Stadt bekannter Eigentümer ist der Landkreis Nordhausen. Der Eigentümer ist verpflichtet, sich um sein Eigentum entsprechend zu kümmern. Sofern keine Gefährdung der Allgemeinheit von den Gebäuden ausgeht, hat die Stadt keine Einflussmöglichkeiten.
Autor: nnzDen Anwohnern fuhr der Schrecken in die Glieder. Mit ohrenbetäubendem Krachen war ein Dach des baufälligen Garagenkomplexes des ehemaligen Kraftverkehrs in der Justus-Jonas-Straße in sich zusammengestürzt. Eine besonders schmucklose Hinterlassenschaft. Das war im Jahr 2005. Der damalige Bau- und Wirtschaftsdezernent Dietrich Beyse (CDU) zeigte sich zuversichtlich. Beyse hatte den Bauhof angewiesen, das Objekt gründlich unter die Lupe zu nehmen. Ob es endgültig verschwindet, vermochte er noch nicht zu sagen.
Über einen Investor, der in Aussicht stehe und eventuell eine Gewerbeansiedlung plane, soll Beyse Bescheid gewußt haben. Beyses Nachfolgerin Inge Klaan (CDU) kann mit keinem Investor dienen. Die Vermarktung der Fläche, Eigentum der Stadt, scheiterte bislang, weil ein wirtschaftliches Interesse für das Terrain fehle. Klaan ist dennoch optimistisch: Ein Bauantrag für einen provisorischen Parkplatz ist in Arbeit. Der könnte im zweiten Quartal fertig sein.
Über die Form der Bewirtschaftung werde noch beraten, wie auch über die Beräumung der leer stehenden Garagen. Vor über vier Jahren registrierten Passanten mit Freude eine vor einer baufälligen Kümmelhütte im Altendorf gegenüber der Fleischerei Hucke weithin sichtbar angebrachte Informationstafel. Sie tat kund, dass an dieser Stelle schmucke Eigentumswohnen entstehen. Das Vorhaben schien Gestalt anzunehmen. Mühevoll entfernten Handwerker morsche Balken, um sie durch neue zu ersetzen.
Dann war Schluss. Bis heute. Firmenpleite? Leere Kassen? Von Eigentumswohnungen ist noch immer etwas zu lesen, ansonsten zeigt sich die Häuserfront in einem erbärmlichen Zustand. Der private Eigentümer, schreibt Inge Klaan, hatte in jüngster Zeit keine Möglichkeit, an dem Bau weiter arbeiten zu lassen. Die Absperrung des Gehweges war in dieser Form für den Fußgängerschutz erforderlich. Der Eigentümer soll möglicherweise mit Fördermitteln in seinem Vorhaben unterstützt werden. Baubeginn, informiert die Dezernentin abschließend, könnte schon im Frühjahr sein und nach Fertigstellung von Fassade und Dach im Herbst der Fußweg freigegeben werden.
Abgesehen von der klaffenden sich im Dauerzustand befindlichen Baugrube auf dem Terrain des ehemaligen Volkspolizei-Kreisamtes zeigt sich der Blasii-Kirchplatz nebenan nicht von seiner Schokoladenseite. Bis Jahresende 2009, so war zu lesen, soll er ein ansprechenderes Bild abgeben. Wirklich?
Dem Antwortschreiben aus dem Rathaus ist zu entnehmen, dass für die Umgestaltung des Platzes in diesem Jahr eigene Haushaltsmittel für ein erstes Wettbewerbsverfahren verfügbar sind. Begonnen werde mit den Freiflächen Pferdemarkt, Kranichstraße und Engelsburg. In der zweiten Phase erwarte man Vorschläge für die Gestaltung des Blasii-Kirchplatzes und der Randbereiche. Wann dessen Umbau erfolgt, hänge von den Haushaltsmitteln ab. Sicher nicht vor 2010. Inge Klaan wörtlich: Bis dahin werden die Flächen für die Baustelleneinrichtung des Kaufhauses benötigt.
Zu den wohl schrecklichsten Überbleibseln aus uralten Tagen zählt der Ruinen-Komplex im Bereich des ehemaligen Gaswerkes zwischen Geseniusstraße und Zorge. Ein Bild, das bei älteren Nordhäusern Erinnerungen an den Bombenangriff von 1945 weckt: Eingestürzte Dächer, wie ausgebrannt anmutende Gebäude. Bau- und Wirtschaftsdezernentin Klaan gibt Auskunft: Die Gebäude Geseniusstraße 18 (Villa und Werkstattgebäude) stehen auf der Denkmalliste. Das Gelände ist Privateigentum. Letzter der Stadt bekannter Eigentümer ist der Landkreis Nordhausen. Der Eigentümer ist verpflichtet, sich um sein Eigentum entsprechend zu kümmern. Sofern keine Gefährdung der Allgemeinheit von den Gebäuden ausgeht, hat die Stadt keine Einflussmöglichkeiten.




