Mo, 08:46 Uhr
10.11.2008
Ja, wie denn nun?
In Nordhausen Ost soll sich in den kommenden Jahren was tun. Nicht ohne Grund ist diesem Stadtteil im Integrierten Stadtentwicklungskonzept (ISEK) ein besonderer Teil gewidmet. Doch der Weg dahin ist sehr unterschiedlich...
Während die Stadtverwaltung in persona Inge Klaan (CDU) in der vergangenen Woche noch eindeutig für die Etablierung eines Gesundheits- und Dienstleistungszentrums plädierte, ist zum Beispiel Andreas Wieninger (SPD) da ein wenig anderer Ansicht. Seinen Worten nach wäre es ein nicht zu vermittelnder Unsinn, wenn zum Beispiel zwei alte Plattenbauten abgerissen und statt dessen ein neues Wohngebäude gebaut werden würde.
Auch hält der Vorsitzende der SPD-Stadtratsfraktion nicht allzuviel von einem medizinischen Versorgungszentrum, das in der ehemaligen Edeka-Kaufhalle einziehen soll. Inge Klaan ließ in der vergangenen Woche über die Pressestelle des Rathauses mitteilen, daß die bisher angesprochenen Ärzte und Geschäftsinhaber positive Signale zu einem Gesundheits- und Dienstleistungszentrum gegeben hätten.
Auch Wieninger könne sich die Zufriedenheit der Ärzte durchaus vorstellen. Vor allem jedoch angesichts der Tatsache, daß ihnen die Städtische Wohnungsbaugesellschaft (SWG) den kompletten Umzug zum Nulltarif anbieten müßte. Hier solle man sich der 100prozentigen Tochter der Stadtverwaltung nicht ähnlich einer zu melkenden Kuh bedienen, sagte Andreas Wieninger zur nnz.
Der Sozialdemokrat plädiert hingegen für die Etablierung eines sozio-kulturellen Zentrums in der Kaufhallenhülle. Damit werde man den besonderen Bedingungen in diesem Stadtteil eher gerecht, als mit der Schaffung eines MVZ. Das Geld des Steuerzahlers für Abriß und Neubau in einem Areal zu verpulvern, daß könne der Bevölkerung nicht vermittelt werden.
Das Integrierte Stadtentwicklungskonzept ist ein Masterplan für die Entwicklung der Rolandstadt bis hin zum Jahr 2020. Es solle fortgeschrieben werden. Was ja letztlich nichts anderes heißt, als das die gemachten Vorschläge nicht als Dogma zu betrachten sind. In dem Sinne kann man der Forderung Wienigers ein Quantum Verständnis entgegenbringen wenn er meint: Ich fordere deshalb die Stadtverwaltung auf, die betroffenen Bürgerinnen und Bürger umgehend in entsprechenden Versammlungen zu informieren und in die Entscheidungsfindung zu Veränderungen in ihrem Stadtteil auf einer breiten Basis zu diskutieren, bevor Beschlüsse dazu in den Gremien beraten werden.
Wer sich intensiv mit dem ISEK-Ost beschäftigen will, dem bietet die nnz das Material zum Download an.
Autor: nnzWährend die Stadtverwaltung in persona Inge Klaan (CDU) in der vergangenen Woche noch eindeutig für die Etablierung eines Gesundheits- und Dienstleistungszentrums plädierte, ist zum Beispiel Andreas Wieninger (SPD) da ein wenig anderer Ansicht. Seinen Worten nach wäre es ein nicht zu vermittelnder Unsinn, wenn zum Beispiel zwei alte Plattenbauten abgerissen und statt dessen ein neues Wohngebäude gebaut werden würde.
Auch hält der Vorsitzende der SPD-Stadtratsfraktion nicht allzuviel von einem medizinischen Versorgungszentrum, das in der ehemaligen Edeka-Kaufhalle einziehen soll. Inge Klaan ließ in der vergangenen Woche über die Pressestelle des Rathauses mitteilen, daß die bisher angesprochenen Ärzte und Geschäftsinhaber positive Signale zu einem Gesundheits- und Dienstleistungszentrum gegeben hätten.
Auch Wieninger könne sich die Zufriedenheit der Ärzte durchaus vorstellen. Vor allem jedoch angesichts der Tatsache, daß ihnen die Städtische Wohnungsbaugesellschaft (SWG) den kompletten Umzug zum Nulltarif anbieten müßte. Hier solle man sich der 100prozentigen Tochter der Stadtverwaltung nicht ähnlich einer zu melkenden Kuh bedienen, sagte Andreas Wieninger zur nnz.
Der Sozialdemokrat plädiert hingegen für die Etablierung eines sozio-kulturellen Zentrums in der Kaufhallenhülle. Damit werde man den besonderen Bedingungen in diesem Stadtteil eher gerecht, als mit der Schaffung eines MVZ. Das Geld des Steuerzahlers für Abriß und Neubau in einem Areal zu verpulvern, daß könne der Bevölkerung nicht vermittelt werden.
Das Integrierte Stadtentwicklungskonzept ist ein Masterplan für die Entwicklung der Rolandstadt bis hin zum Jahr 2020. Es solle fortgeschrieben werden. Was ja letztlich nichts anderes heißt, als das die gemachten Vorschläge nicht als Dogma zu betrachten sind. In dem Sinne kann man der Forderung Wienigers ein Quantum Verständnis entgegenbringen wenn er meint: Ich fordere deshalb die Stadtverwaltung auf, die betroffenen Bürgerinnen und Bürger umgehend in entsprechenden Versammlungen zu informieren und in die Entscheidungsfindung zu Veränderungen in ihrem Stadtteil auf einer breiten Basis zu diskutieren, bevor Beschlüsse dazu in den Gremien beraten werden.
Wer sich intensiv mit dem ISEK-Ost beschäftigen will, dem bietet die nnz das Material zum Download an.
Downloads:
- Die Planungen für Nordhausen-Ost im Überblick (3.622 kByte)

