Do, 18:57 Uhr
20.06.2002
Vogel haut auf den Theater-Tisch
Nordhausen/Erfurt (nnz). In der Strukturdebatte um die Thüringer Theater und Orchester hat Ministerpräsident Vogel (CDU) ein Machtwort gesprochen. Er forderte von den Trägern nachvollziehbare Konzepte, die sie bis 21. Juli vorlegen sollen...
Vogel geht davon aus, dass die Zeit der klassischen Drei-Sparten-Theater in Deutschland und damit auch in Thüringen offensichtlich vorbei sei. Zwar sollten die Thüringer Theater alle Sparten in ihren Programmen anbieten, das aber impliziere nicht automatisch eine dreispartige Produktion.
Das Land will die Thüringer Theater und Orchester zwischen 2004 und 2008 wie bisher mit rund 60 Millionen Euro im Jahr fördern. Die Träger geben insgesamt 50 Millionen Euro. Die steigenden Tarife bringen die Häuser jedoch in Finanznöte, die das Land nicht ausgleichen kann. Wenn der jetzige Staus Quo weitergeführt werde, dann mussten bis zum Jahr 2007 rund 20 Millionen Euro mehr aufgebracht werden. Angesichts der "exorbitant hohen Zuschüsse" will das Land die Förderung künftig an die Bereitschaft zur Kooperation in ganz Thüringen binden. Das Land will noch in diesem Monat ein Grundkonzept vorstellen. Bis Ende August soll die Diskussion abgeschlossen sein.
Der Druck kommt noch stärker: Die Verträge des Landes mit den Theater und Orchestern laufen im kommenden Jahr aus. Nach Aussagen von Vogel liege Thüringen bei der Förderung der Theater und Orchester in Deutschland an der Spitze. Im Bundesdurchschnitt würden 12 Euro pro Kopf ausgegeben, in Thüringen 24.40 Euro. Auslastung und Einspielergebnisse lägen jedoch mit weniger als 10 Prozent unter dem Bundesdurchschnitt von 15 Prozent. Eine Theaterkarte werde in Deutschland im Schnitt mit 90 Euro gefördert, in Thüringen seien es 112 Euro.
An der Tagung in Erfurt nahm auch Nordhausens Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD) teil. Schauspieler des Nordhäuser Theaters protestierten vor der Erfurter Staatskanzlei gegen die Schließungsvorhaben am Nordhäuser Theater.
Autor: nnzVogel geht davon aus, dass die Zeit der klassischen Drei-Sparten-Theater in Deutschland und damit auch in Thüringen offensichtlich vorbei sei. Zwar sollten die Thüringer Theater alle Sparten in ihren Programmen anbieten, das aber impliziere nicht automatisch eine dreispartige Produktion.
Das Land will die Thüringer Theater und Orchester zwischen 2004 und 2008 wie bisher mit rund 60 Millionen Euro im Jahr fördern. Die Träger geben insgesamt 50 Millionen Euro. Die steigenden Tarife bringen die Häuser jedoch in Finanznöte, die das Land nicht ausgleichen kann. Wenn der jetzige Staus Quo weitergeführt werde, dann mussten bis zum Jahr 2007 rund 20 Millionen Euro mehr aufgebracht werden. Angesichts der "exorbitant hohen Zuschüsse" will das Land die Förderung künftig an die Bereitschaft zur Kooperation in ganz Thüringen binden. Das Land will noch in diesem Monat ein Grundkonzept vorstellen. Bis Ende August soll die Diskussion abgeschlossen sein.
Der Druck kommt noch stärker: Die Verträge des Landes mit den Theater und Orchestern laufen im kommenden Jahr aus. Nach Aussagen von Vogel liege Thüringen bei der Förderung der Theater und Orchester in Deutschland an der Spitze. Im Bundesdurchschnitt würden 12 Euro pro Kopf ausgegeben, in Thüringen 24.40 Euro. Auslastung und Einspielergebnisse lägen jedoch mit weniger als 10 Prozent unter dem Bundesdurchschnitt von 15 Prozent. Eine Theaterkarte werde in Deutschland im Schnitt mit 90 Euro gefördert, in Thüringen seien es 112 Euro.
An der Tagung in Erfurt nahm auch Nordhausens Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD) teil. Schauspieler des Nordhäuser Theaters protestierten vor der Erfurter Staatskanzlei gegen die Schließungsvorhaben am Nordhäuser Theater.



