Do, 17:54 Uhr
20.06.2002
nnz-Forum: "Schöne neue Welt"
Nordhausen (nnz). Der Entwurf des B-Planes für das Industriegebiet Goldene Aue ist beschlossen und liegt aus. Hier eine Wortmeldung der Bürgerinitiative Rettung der Goldenen Aue.
Viele Hoffnungen, daß eine Bürgerinitiative die Katastrophe in der Goldenen Aue verhindern oder wenigsten minimieren kann, wurden seitens der Macher dieses Industriegebietes vor zwei Jahren nicht gemacht. Ganz im Gegenteil. Vor zwei Jahren sahen die Planer, die den ersten Entwurf auslegten, diesen als einen sehr gelungenen Entwurf an, der einem möglichen Investor großen Spielraum ließ und angeblich so konzipiert war, dass den Bewohnern der Goldenen Aue und der Natur kein Schaden entstünde. Damals studierte die BI, im Gegensatz zu vielen anderen, die Planungsunterlagen genauestens und war von den einzelnen Fakten derart erschüttert, das nur ein Ausweg bestand Einwände, Verbesserungsvorschläge, Ablehnungen und Aufklärung der Bevölkerung.
Es ist noch nicht lange her, da wurde die BI wegen ihrer massiven Kritik an den Planungen öffentlich immer wieder der Inkompetenz und des Eigennutzes bezichtigt. 40 Meter hohe Gebäude, oder drastische Erhöhung des Lärmpegels in der Goldenen Aue, Bodenversiegelung und ungenügende Ausgleichsmaßnahmen waren nur einige Punkte der BI-Kritik. Unberechtigt!.....war meistens die Antwort der Planer.
Auf der gestrigen Sitzung des Planungsverbandes zeigte sich nun, das die vielen Kritikpunkte der BI deutlich berechtigt und richtig waren. Das sensible Gebiet der Goldenen Aue lässt die großzügigen und umweltschädigenden Erschließungsabsichten des Planungsverbandes nicht zu. Dies ergab die von der BI immer wieder eingeforderte und bis zu letzt vom Planungsverband nicht durchgeführte Umweltverträglichkeitsprüfung, zu der sie letztendlich dann doch verpflichtet wurde. In der Goldenen Aue ist es nicht möglich 40 Meter hohe Gebäude zu errichten, daher musste die Gebäudehöhe halbiert werden. In der Goldenen Aue sind die damaligen Emissionswerte nicht möglich, auch hier musste man zurückrudern. In der Goldenen Aue ist ein großes, zusammenhängendes Industriegebiet von über 100 ha nicht möglich, daher mussten die Planer das Gebiet in drei kleine Gebiete und in ein Gewerbegebiet umstricken.
Der Krummbach kann nicht einfach übergangen werden, da es sich um ein geschütztes 18er Biotop handelt. Das Gebiet an das Schienennetz anzubinden zeigt sich als derart schwierig, das daß Landesverwaltungsamt die Einzeichnung in den B-Plan nicht zulässt, da für diesen Punkt ein eigenes Verfahren durchgeführt werden muss, dessen Ausgang ungewiss ist. So könnte die Liste weitergeführt werden. All diese Kritikpunkte musste der Planungsverband aufnehmen und in den geänderten B-Plan einfließen lassen. Bei einigen Punkten, sieht die BI allerdings, das sich der PV auf seine eigenen Parolen und Vorurteile verlässt und noch immer der Meinung ist, einzig die Urbacher Häuslebauer sind gegen dieses Industriegebiet. Da wird jetzt ein 5 Meter hoher und 600 Meter! langer Schutzwall für die Urbacher gebaut und damit die Urbacher Kritiker nun ganz verstummen, wird dieser Schutzwall auch um den Schießplatz gelegt. Dafür bedanken sich die Urbacher-Häuslebauer ganz recht herzlich beim Planungsverband.
Doch es geht der BI nicht um den Eigennutz einiger, nein es geht der BI, deren Mitglieder aus der gesamten Goldenen Aue stammen, um den Erhalt dieser einzigartigen, weiten Landschaft, um den Erhalt der besten Böden Mitteldeutschlands für die Landwirtschaft, die in den vergangenen Jahren trotz vieler Unkenrufe Arbeitsplätze geschaffen und erhalten hat. Es geht der BI aber auch darum deutlich zu machen, das man zwar seitens des PV Baurecht schaffen kann, aber die Realisierung dieses Projektes deutlich ins Stocken kommt, sobald die LEG das Land aufkaufen will. Nur über meine Leiche so gestern bei der Verbandsitzung ein Grundbesitzer! Und das ist keine Einzelmeinung. Aus unserem Haus kriegt uns keiner raus so der Bewohner des Chausseehauses, der auf den Plänen des Planungsverbandes gar nicht mehr vorhanden ist! Wir würden ja verkaufen, aber nicht zu diesen Spottpreisen von 3 bis 4 Euro, so ein anderer Grundbesitzer. Es wird interessant werden, wie mit den Unwilligen umgegangen wird. Und es geht der BI darum deutlich zu machen, das noch ein langer, beschwerlicher Weg vor der Realisierung beschritten werden muss, bevor der erste Investor überhaupt sein Interesse bekundet kann. Ein schnelle Realisierung, wie es für die Region nötig wäre, wird es nicht geben. Mit dieser Realität müssen auch die Wirtschaftsverbände leben, die alle ihre Hoffnungen in dieses Gebiet gelegt haben.
Sachlich gesehen hat sich das Planungsbüro Mühe gegeben, viele Kritikpunkte im B-Plan zu verändern, und ist damit den Menschen der Goldenen Aue entgegengekommen. Die Auslegungsfrist wird auf 7 Wochen verlängert, auch das sicherlich nur, weil die BI dieses öffentlich eingefordert hat. Trotz der vielen Veränderungen des B-Planes, den sich die BI innerhalb der Auslegungsfrist genauestens ansehen wird, konnten die Hauptkritikpunkte an der Planung nicht ausgeräumt werden. Dazu sind die Interessenskonflikte viel zu groß. Daher wird die BI, genau wie die Stadt Nordhausen für die Rüdigsdorfer Schweiz, von der Landesregierung ein Raumordnungsverfahren, das den Gesamtraum mit all seinen schon vorhandenen Belastungen betrachtet, unnachgiebig einfordern.
Die vom Planungsverband mit Verabschiedung des B-Planes demonstrierte Zuversicht wird auf einen langen Zeitraum durchzuhalten sein. Die jetzt noch immer neu aufkommenden Kritiken werden hoffentlich diesmal ernster genommen als es in der Vergangenheit geschehen ist. Sich immer nur auf sein Recht und auf Gesetzmäßigkeiten zu stützen hat unserer Region in der Vergangenheit mehr Schaden als Nutzen gebracht.
Bürgerinitiative Rettung der Goldenen Aue
Autor: nnzViele Hoffnungen, daß eine Bürgerinitiative die Katastrophe in der Goldenen Aue verhindern oder wenigsten minimieren kann, wurden seitens der Macher dieses Industriegebietes vor zwei Jahren nicht gemacht. Ganz im Gegenteil. Vor zwei Jahren sahen die Planer, die den ersten Entwurf auslegten, diesen als einen sehr gelungenen Entwurf an, der einem möglichen Investor großen Spielraum ließ und angeblich so konzipiert war, dass den Bewohnern der Goldenen Aue und der Natur kein Schaden entstünde. Damals studierte die BI, im Gegensatz zu vielen anderen, die Planungsunterlagen genauestens und war von den einzelnen Fakten derart erschüttert, das nur ein Ausweg bestand Einwände, Verbesserungsvorschläge, Ablehnungen und Aufklärung der Bevölkerung.
Es ist noch nicht lange her, da wurde die BI wegen ihrer massiven Kritik an den Planungen öffentlich immer wieder der Inkompetenz und des Eigennutzes bezichtigt. 40 Meter hohe Gebäude, oder drastische Erhöhung des Lärmpegels in der Goldenen Aue, Bodenversiegelung und ungenügende Ausgleichsmaßnahmen waren nur einige Punkte der BI-Kritik. Unberechtigt!.....war meistens die Antwort der Planer.
Auf der gestrigen Sitzung des Planungsverbandes zeigte sich nun, das die vielen Kritikpunkte der BI deutlich berechtigt und richtig waren. Das sensible Gebiet der Goldenen Aue lässt die großzügigen und umweltschädigenden Erschließungsabsichten des Planungsverbandes nicht zu. Dies ergab die von der BI immer wieder eingeforderte und bis zu letzt vom Planungsverband nicht durchgeführte Umweltverträglichkeitsprüfung, zu der sie letztendlich dann doch verpflichtet wurde. In der Goldenen Aue ist es nicht möglich 40 Meter hohe Gebäude zu errichten, daher musste die Gebäudehöhe halbiert werden. In der Goldenen Aue sind die damaligen Emissionswerte nicht möglich, auch hier musste man zurückrudern. In der Goldenen Aue ist ein großes, zusammenhängendes Industriegebiet von über 100 ha nicht möglich, daher mussten die Planer das Gebiet in drei kleine Gebiete und in ein Gewerbegebiet umstricken.
Der Krummbach kann nicht einfach übergangen werden, da es sich um ein geschütztes 18er Biotop handelt. Das Gebiet an das Schienennetz anzubinden zeigt sich als derart schwierig, das daß Landesverwaltungsamt die Einzeichnung in den B-Plan nicht zulässt, da für diesen Punkt ein eigenes Verfahren durchgeführt werden muss, dessen Ausgang ungewiss ist. So könnte die Liste weitergeführt werden. All diese Kritikpunkte musste der Planungsverband aufnehmen und in den geänderten B-Plan einfließen lassen. Bei einigen Punkten, sieht die BI allerdings, das sich der PV auf seine eigenen Parolen und Vorurteile verlässt und noch immer der Meinung ist, einzig die Urbacher Häuslebauer sind gegen dieses Industriegebiet. Da wird jetzt ein 5 Meter hoher und 600 Meter! langer Schutzwall für die Urbacher gebaut und damit die Urbacher Kritiker nun ganz verstummen, wird dieser Schutzwall auch um den Schießplatz gelegt. Dafür bedanken sich die Urbacher-Häuslebauer ganz recht herzlich beim Planungsverband.
Doch es geht der BI nicht um den Eigennutz einiger, nein es geht der BI, deren Mitglieder aus der gesamten Goldenen Aue stammen, um den Erhalt dieser einzigartigen, weiten Landschaft, um den Erhalt der besten Böden Mitteldeutschlands für die Landwirtschaft, die in den vergangenen Jahren trotz vieler Unkenrufe Arbeitsplätze geschaffen und erhalten hat. Es geht der BI aber auch darum deutlich zu machen, das man zwar seitens des PV Baurecht schaffen kann, aber die Realisierung dieses Projektes deutlich ins Stocken kommt, sobald die LEG das Land aufkaufen will. Nur über meine Leiche so gestern bei der Verbandsitzung ein Grundbesitzer! Und das ist keine Einzelmeinung. Aus unserem Haus kriegt uns keiner raus so der Bewohner des Chausseehauses, der auf den Plänen des Planungsverbandes gar nicht mehr vorhanden ist! Wir würden ja verkaufen, aber nicht zu diesen Spottpreisen von 3 bis 4 Euro, so ein anderer Grundbesitzer. Es wird interessant werden, wie mit den Unwilligen umgegangen wird. Und es geht der BI darum deutlich zu machen, das noch ein langer, beschwerlicher Weg vor der Realisierung beschritten werden muss, bevor der erste Investor überhaupt sein Interesse bekundet kann. Ein schnelle Realisierung, wie es für die Region nötig wäre, wird es nicht geben. Mit dieser Realität müssen auch die Wirtschaftsverbände leben, die alle ihre Hoffnungen in dieses Gebiet gelegt haben.
Sachlich gesehen hat sich das Planungsbüro Mühe gegeben, viele Kritikpunkte im B-Plan zu verändern, und ist damit den Menschen der Goldenen Aue entgegengekommen. Die Auslegungsfrist wird auf 7 Wochen verlängert, auch das sicherlich nur, weil die BI dieses öffentlich eingefordert hat. Trotz der vielen Veränderungen des B-Planes, den sich die BI innerhalb der Auslegungsfrist genauestens ansehen wird, konnten die Hauptkritikpunkte an der Planung nicht ausgeräumt werden. Dazu sind die Interessenskonflikte viel zu groß. Daher wird die BI, genau wie die Stadt Nordhausen für die Rüdigsdorfer Schweiz, von der Landesregierung ein Raumordnungsverfahren, das den Gesamtraum mit all seinen schon vorhandenen Belastungen betrachtet, unnachgiebig einfordern.
Die vom Planungsverband mit Verabschiedung des B-Planes demonstrierte Zuversicht wird auf einen langen Zeitraum durchzuhalten sein. Die jetzt noch immer neu aufkommenden Kritiken werden hoffentlich diesmal ernster genommen als es in der Vergangenheit geschehen ist. Sich immer nur auf sein Recht und auf Gesetzmäßigkeiten zu stützen hat unserer Region in der Vergangenheit mehr Schaden als Nutzen gebracht.
Bürgerinitiative Rettung der Goldenen Aue
Anmerkung der nnz-Redaktion: Die im nnz-Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor. |
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Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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