Mi, 11:50 Uhr
05.03.2008
Düstere Prognose
Trotz weiterer Einwohnerverluste soll es gelingen, Einwohner für die Altstadt zu gewinnen und die Kernbereiche Nordhausens zu stabilisieren. Nicht so rosig sieht es für das Stadtgebiet von Nordhausen-Salza aus. Die nnz mit Hintergründen und Zahlen...
In attraktiven Teilräumen - wie zum Beispiel Nordhausen-Nord oder der historische Kern von Nordhausen-Salza - sollen die Einwohnerverluste auf schätzungsweise 6 Prozent gebremst werden. In Nordhausen-Salza werden sich die Einwohnerverluste konzentrieren, Berechnungen gehen von einem Verlust um die 30 Prozent aus.
Dieses Szenario für das Jahr 2020 hatte Stadtplaner Hermann Sträb in der Nordhäuser Fachhochschule beim Nordhäuser Stadtgespräch für die Stadt Nordhausen vorgestellt. Dort hatte Sträb gemeinsam mit Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD) und Wirtschaftsdezernentin Inge Klaan (CDU) den Arbeitsstand zum Integrierten Stadtentwicklungskonzept für die Stadt Nordhausen bis zum Jahr 2020 vorgestellt. Sträbs Büro ist mit der Erstellung des Konzeptes beauftragt.
Sträb verwies darauf, dass dieses Szenario noch nicht endgültig sei, da es noch weitere Konsultationen und Analysen bis zum endgültigen Entwurf des Entwicklungskonzeptes geben werde. Fest stehe, dass aktuell die Zeit der großen Abrisse vorbei sei, dass sich der Nordhäuser Wohnungsmarkt erfreulich stabilisiert habe. Sollte es später - etwa ab 2012 noch weitere Abrisse aufgrund des weiteren Bevölkerungsrückganges geben, sollte man sie auf die Neubaugebiete in Nordhausen-Salza konzentrieren. Dort werde die Bevölkerung in den kommenden Jahren überproportional sinken wegen des Vergleichsweise hohen Altersdurchschnitts. Und darüber hinaus würde der Stadtteil durch die Auflockerung des sehr dichten Wohnblock-Bestandes an Qualität gewinnen, sagte der Stadtplaner.
Mit Blick auf die Altstadt sagte Sträb, dass es in den vergangenen Jahren erhebliche Sanierungen dort gegeben habe. Darüber hinaus gebe es viele Neubauten - allerdings auch viele Gebäude, die aufgrund des schlechten Zustands nicht bewohnbar seien sowie zahlreiche Brachen. Diese Brachen seien potenzielle Bebauungsgebiete, die man mit Hilfe verschiedener Fördermöglichkeiten für Bauherren attraktiv machen könne.
Auf Anfrage eines Bürgers verwies Oberbürgermeisterin Barbara Rinke darauf, dass eine der größten Brachen - das Quartier Bäckerstraße - nur unter großem Aufwand reaktivierbar sei. Zum einen müsse man vom derzeitigen Privateigentümer erst alle restlichen Flächen erwerben, zum anderen sei der Baugrund aufgrund der bis zu dreigeschossigen Keller sehr kompliziert - eine Bebauung also teuer.
Deshalb sei es nötig, für diesen Bereich nicht nur eine langfristige Konzeption zu entwerfen - also die Bebauung für Wohn- und Gewerbezwecke - sondern vorerst auch eine mittelfristige Strategie zu entwickeln, die wiederum zuerst dafür sorgen muss, dass das Quartier als optischer Schandfleck verschwindet. Die Stadt sei allerdings erst dann handlungsfähig, wenn sie Eigentümer sei. Frau Klaan sagte, dass dies möglicherweise noch in diesem Jahr der Fall sein könne.
Autor: nnzIn attraktiven Teilräumen - wie zum Beispiel Nordhausen-Nord oder der historische Kern von Nordhausen-Salza - sollen die Einwohnerverluste auf schätzungsweise 6 Prozent gebremst werden. In Nordhausen-Salza werden sich die Einwohnerverluste konzentrieren, Berechnungen gehen von einem Verlust um die 30 Prozent aus.
Dieses Szenario für das Jahr 2020 hatte Stadtplaner Hermann Sträb in der Nordhäuser Fachhochschule beim Nordhäuser Stadtgespräch für die Stadt Nordhausen vorgestellt. Dort hatte Sträb gemeinsam mit Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD) und Wirtschaftsdezernentin Inge Klaan (CDU) den Arbeitsstand zum Integrierten Stadtentwicklungskonzept für die Stadt Nordhausen bis zum Jahr 2020 vorgestellt. Sträbs Büro ist mit der Erstellung des Konzeptes beauftragt.
Sträb verwies darauf, dass dieses Szenario noch nicht endgültig sei, da es noch weitere Konsultationen und Analysen bis zum endgültigen Entwurf des Entwicklungskonzeptes geben werde. Fest stehe, dass aktuell die Zeit der großen Abrisse vorbei sei, dass sich der Nordhäuser Wohnungsmarkt erfreulich stabilisiert habe. Sollte es später - etwa ab 2012 noch weitere Abrisse aufgrund des weiteren Bevölkerungsrückganges geben, sollte man sie auf die Neubaugebiete in Nordhausen-Salza konzentrieren. Dort werde die Bevölkerung in den kommenden Jahren überproportional sinken wegen des Vergleichsweise hohen Altersdurchschnitts. Und darüber hinaus würde der Stadtteil durch die Auflockerung des sehr dichten Wohnblock-Bestandes an Qualität gewinnen, sagte der Stadtplaner.
Mit Blick auf die Altstadt sagte Sträb, dass es in den vergangenen Jahren erhebliche Sanierungen dort gegeben habe. Darüber hinaus gebe es viele Neubauten - allerdings auch viele Gebäude, die aufgrund des schlechten Zustands nicht bewohnbar seien sowie zahlreiche Brachen. Diese Brachen seien potenzielle Bebauungsgebiete, die man mit Hilfe verschiedener Fördermöglichkeiten für Bauherren attraktiv machen könne.
Auf Anfrage eines Bürgers verwies Oberbürgermeisterin Barbara Rinke darauf, dass eine der größten Brachen - das Quartier Bäckerstraße - nur unter großem Aufwand reaktivierbar sei. Zum einen müsse man vom derzeitigen Privateigentümer erst alle restlichen Flächen erwerben, zum anderen sei der Baugrund aufgrund der bis zu dreigeschossigen Keller sehr kompliziert - eine Bebauung also teuer.
Deshalb sei es nötig, für diesen Bereich nicht nur eine langfristige Konzeption zu entwerfen - also die Bebauung für Wohn- und Gewerbezwecke - sondern vorerst auch eine mittelfristige Strategie zu entwickeln, die wiederum zuerst dafür sorgen muss, dass das Quartier als optischer Schandfleck verschwindet. Die Stadt sei allerdings erst dann handlungsfähig, wenn sie Eigentümer sei. Frau Klaan sagte, dass dies möglicherweise noch in diesem Jahr der Fall sein könne.

