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So, 13:34 Uhr
17.02.2008

Nicht mit der CDU!

Das Vereinslokal des VfB Werther hat schon viele Veranstaltungen gesehen. Eine der politischen Art kam heute hinzu. Der Freundeskreis von Richard Dewes wollte bei heißem Kaffee und duftenden Rostbratern über die Zukunft Thüringens diskutieren.

Rot war angesagt (Foto: nnz) Rot war angesagt (Foto: nnz)

50 Genossinnen und Genossen – von SPD und Linkspartei – kamen zum Frühschoppen an den Wertherschen Sportplatz, auch ein Kleinkind und ein Dackel wurden mitgebracht. Das erste Wort hatte nach der Begrüßung von Dagmar Becker dann aber der Bürgermeister der Einheitsgemeinde Werther, Klaus Hummitzsch. Das der nun einer der Strategen der LINKEN ist, gab dem gemütlichen Politschoppen eine zusätzliche Würze.

Natürlich begrüßte Klaus Hummitzsch, der auch ehrenamtlicher Beigeordneter im Landkreis ist, die Gäste und er bescheinigte der Zusammenarbeit zwischen den beiden linken Parteien eine gute Qualität, selbst bei kontroversen Ansichten. Und natürlich machte Klaus Hummitzsch aus seiner Bedrückung hinsichtlich der Aussagen von Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD) in Ilfeld keinen Hehl. „Das war für mich schon niederschmetternd, denn schließlich war Frau Rinke mit den Stimmen vieler Linker zur Oberbürgermeisterin gewählt worden. Zumindest haben wir ihr die Stichwahl und damit viel Geld erspart“.

Martin Schulze, der SPD-Ortsvereinsvorsitzende von Werther, wiederum attestierte Klaus Hummitzsch eine hervorragende Arbeit als Bürgermeister. Es sei sein Verdienst gewesen, dass die acht Ortsteile zu einander gefunden haben. Schulze hatte in der Ortschronik gekramt und herausgefunden, dass selbst noch im Jahr 1933 46 Prozent der Wähler in Kleinwerther die SPD gewählt hätten. Auch im kommenden Jahr müsse die SPD in Thüringen die stärkste Partei sein. Dazu bedarf es jedoch des stärksten Kandidaten. „Er ist heute hier!“, machte Schulze klar.

Frühschoppen in Werther (Foto: nnz) Frühschoppen in Werther (Foto: nnz)

Und dann Richard Dewes, der unter anderen von Dagmar Becker, Harald Zanker und 90 Minuten später auch von Andreas Bausewein, sekundiert wurde. Nur mal zum Politverständnis: Zanker, Landrat des Unstrut-Hainich-Kreises und Bausewein, Oberbürgermeister von Erfurt, sind stellvertretende Landesvorsitzende. Also: Richard Dewes: Der repetierte viele Positionen, die er vermutlich schon mehr als zehn Mal vortrug. Da war eingangs vieles zu hören, dass in die Zuständigkeit des Bundes gehört – Kinder, Alte, Globabilsierung. Alles Zuständigkeiten, die der Bundes-SPD zugeordnet werden, doch geschickt ist der Dewes schon. Quintessenz: Die SPD in Deutschland müsse sich endlich wieder als die Volkspartei von der Mitte bis links verstehen, müsse sich ihrer Gründerwerte besinnen, und: Sie dürfe all das nicht den LINKEN überlassen. Doch Dewes der Stratege erkennt auch, dass die Ur-SPD-Gedanken nicht mit der CDU umzusetzen seien. Mit wem, dass solle dem Wähler überlassen werden und man müsse vehement den Hinweisen aus Berlin oder aus der Pfalz widerstehen.

„Wir müssen immer daran denken, dass wir uns im Konkurrenzkampf mit den Linken um die Menschen befinden. Bislang lag doch das Problem darin, dass wir diese Menschen den anderen überlassen haben“, meinte Dewes und erhielt Beifall und zustimmendes Hundegebell.

Er, Dewes, sei gegen das Neuverschuldungsverbot, das die CDU in die Landesverfassung schreiben will, schließlich sei es besser Schulden fürs soziale Gleichgewicht aufzunehmen, als brennende Autos auf den Straßen zu haben. Auch die Diskussion um die Gemeindegebiets- und die Kreisgebietsreform waren Themen, die von mehreren Bürgermeistern angesprochen wurden. Hier festigte Dewes seine Position. Etwas mehr als zehn Jahre nach den zurückliegenden Reformen wieder an der politischen Schraube zu drehen, halte er für verfrüht, es müsse Zeit und Raum zur Weiterentwicklung vorhandener Strukturen bleiben. Richard Dewes warnte davor, das zu einem Wahlkampfthema zu machen: „Das sind nur Verliererthemen“, so seine These.

Im Rahmen der Diskussion kam auch LINKE-Kreissprecher Rainer Bachmann zu Wort, der als Fünfjähriger in der Nähe des Wertherschen Sportplatzes mal in einen Graben gefallen war. Einerseits ging er davon aus, auch in Zukunft linke Mehrheiten im Kreistag durchsetzen zu können, andererseits habe ihn die Aussage von Frau Rinke sehr getroffen. Er warte immer noch auf eine Antwort des Bedauerns von ihr.

Was hat Werther heute wieder gezeigt. Das Duell, die Urabstimmung hat dieser einst grauen, fast nicht mehr wahrgenommenen Partei, die ja immer noch den Volksparteistatus für sich reklamiert, wieder ein wenig Leben eingehaucht. Wie viel Polit-Atem davon nach dem 24. Februar noch übrig bleibt, sei dahingestellt. Aber: Wer wäre zu einem politischen Frühschoppen schon Sonntagvormittags nach Werther gekommen?
Autor: nnz

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