Do, 13:20 Uhr
25.04.2002
Nach 20 Jahren nun in der "Freiheit"
Nordhausen (nnz). Am Sonnabend wird es im Alternativen Bärenpark in Worbis interessant. Ab 11 Uhr öffnen sich die Schieber der Eingewöhnungsstation für die Bären Mischa, Maike und Tina für immer.
Über 20 Jahre, seit Mitte der 80-er Jahre, vegetierten Mischa (geb. 1978), Maike (geb. 1978) und Tina (geb. 1980) gemeinsam in einem ca. 60 Quadratmeter kleinen Käfig mit Steinfußboden inmitten eines kleinen Parks in Grimma (Sachsen). Man beschaffte sich die Jungtiere aus Zuchten in Hirschfeld, Delitzsch und Torgau. Gedanken über schlechte Alternativen für die zahlreich produzierten Jungtiere machten sich weder die Züchter noch die Halter.
Die drei Bären waren am 5. März dieses Jahres aus ihrer kleinen Anlage vom Bärenpark Worbis übernommen und zunächst in die Eingewöhnungs- und Quarantänestation gebracht worden. Am 18. April mussten sich zwei Bären außerdem einer notwendigen Zahn-OP unterziehen; bei der Übernahme aus Grimma war der schlechte Zustand der Zähne aufgefallen. Dem Bären Mischa, der nur noch mit 14 Zähnen nach Worbis reiste, mussten alle Zähne gezogen werden. Bärin Maike kam mit vier Wurzelbehandlungen davon. Nach den nun gut überstandenen Behandlungen steht der Entlassung der Bären nichts mehr im Wege.
Die drei Grimmaer Bären werden vorerst nur einen Teil des Freianlage, nämlich 7 000 Quadratmeter, nutzen. In diesem Bereich können sie vorsichtig und ohne direkten Kontakt zu den anderen sieben Bären und dem Wolfsrudel das Bär-Sein im Wald üben.
Viele Grimmaer Bürger, werden es sich nicht nehmen lassen, ihren Bären zuzuschauen, wenn diese erstmalig ihre Tatzen in den Waldboden der Freianlage drücken. Sie reisen eigens dafür mit Bussen an. Zudem wird die Vorsitzende des Fördervereins Bärenburg, Aniko Heydrich, an diesem Tag einen Spendenscheck in Höhe von rund 3.000 Euro an den Leiter des Bärenparks, Uwe Lagemann, übergeben. Der Förderverein in Grimma hatte sich gegründet, um für die damals dort lebenden Bären eine Erweiterung der Käfiganlage um weitere 70 m² durchzusetzen. Firmen und Privatpersonen spendeten für diesen Zweck das Geld. Da die drei Bären eine nun viel bessere Alternative erfahren haben, werden die gesammelten Spenden auf Beschluss des Fördervereins dem Bärenpark zugeführt, der dieses Geld für Baumaßnahmen einsetzt.
Der Bärenpark in Worbis ist ein in Deutschland einzigartiges Tierschutzprojekt und bietet Bären aus miserablen Haltungen - bedingt durch die jahrelange, kommerzielle, unkontrollierte Nachzucht - eine 40.000 Quadratmeter große Wald- und Wiesenfläche. Bisher konnten 11 Bären aufgenommen werden; sieben Bären leben derzeit in der Freianlage - gemeinsam mit einem Wolfsrudel - und können hier ihre einst verkümmerten natürlichen Instinkte ausleben. Ab dem 27. April erhöht sich die Zahl der in der Freianlage lebenden Bären auf zehn. Auch in der Zukunft wird der Bärenpark in Not geratenen Bären eine Alternative bieten.
Autor: nnzÜber 20 Jahre, seit Mitte der 80-er Jahre, vegetierten Mischa (geb. 1978), Maike (geb. 1978) und Tina (geb. 1980) gemeinsam in einem ca. 60 Quadratmeter kleinen Käfig mit Steinfußboden inmitten eines kleinen Parks in Grimma (Sachsen). Man beschaffte sich die Jungtiere aus Zuchten in Hirschfeld, Delitzsch und Torgau. Gedanken über schlechte Alternativen für die zahlreich produzierten Jungtiere machten sich weder die Züchter noch die Halter.
Die drei Bären waren am 5. März dieses Jahres aus ihrer kleinen Anlage vom Bärenpark Worbis übernommen und zunächst in die Eingewöhnungs- und Quarantänestation gebracht worden. Am 18. April mussten sich zwei Bären außerdem einer notwendigen Zahn-OP unterziehen; bei der Übernahme aus Grimma war der schlechte Zustand der Zähne aufgefallen. Dem Bären Mischa, der nur noch mit 14 Zähnen nach Worbis reiste, mussten alle Zähne gezogen werden. Bärin Maike kam mit vier Wurzelbehandlungen davon. Nach den nun gut überstandenen Behandlungen steht der Entlassung der Bären nichts mehr im Wege.
Die drei Grimmaer Bären werden vorerst nur einen Teil des Freianlage, nämlich 7 000 Quadratmeter, nutzen. In diesem Bereich können sie vorsichtig und ohne direkten Kontakt zu den anderen sieben Bären und dem Wolfsrudel das Bär-Sein im Wald üben.
Viele Grimmaer Bürger, werden es sich nicht nehmen lassen, ihren Bären zuzuschauen, wenn diese erstmalig ihre Tatzen in den Waldboden der Freianlage drücken. Sie reisen eigens dafür mit Bussen an. Zudem wird die Vorsitzende des Fördervereins Bärenburg, Aniko Heydrich, an diesem Tag einen Spendenscheck in Höhe von rund 3.000 Euro an den Leiter des Bärenparks, Uwe Lagemann, übergeben. Der Förderverein in Grimma hatte sich gegründet, um für die damals dort lebenden Bären eine Erweiterung der Käfiganlage um weitere 70 m² durchzusetzen. Firmen und Privatpersonen spendeten für diesen Zweck das Geld. Da die drei Bären eine nun viel bessere Alternative erfahren haben, werden die gesammelten Spenden auf Beschluss des Fördervereins dem Bärenpark zugeführt, der dieses Geld für Baumaßnahmen einsetzt.
Der Bärenpark in Worbis ist ein in Deutschland einzigartiges Tierschutzprojekt und bietet Bären aus miserablen Haltungen - bedingt durch die jahrelange, kommerzielle, unkontrollierte Nachzucht - eine 40.000 Quadratmeter große Wald- und Wiesenfläche. Bisher konnten 11 Bären aufgenommen werden; sieben Bären leben derzeit in der Freianlage - gemeinsam mit einem Wolfsrudel - und können hier ihre einst verkümmerten natürlichen Instinkte ausleben. Ab dem 27. April erhöht sich die Zahl der in der Freianlage lebenden Bären auf zehn. Auch in der Zukunft wird der Bärenpark in Not geratenen Bären eine Alternative bieten.

