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Fr, 10:13 Uhr
19.04.2002

Heute startet Initiative "Pro Apotheke"

Nordhausen (nnz). Mit der groß angelegten Initiative „Pro Apotheke" machen die Apotheker in Thüringen Front gegen den Versandhandel mit Arzneimitteln. Start ist heute - auch in den Apotheken des Landkreises Nordhausen.


Aktion Ziel ist es, mit den Patienten und Kunden ins Gespräch zu kommen und sie über die Risiken und Gefahren des Versandhandels aufzuklären. Plakate hängen aus, Patienteninformationen und Unterschriftenlisten liegen in den Apotheken bereit. "Arzneimittel sind keine üblichen Waren des Einzelhandels. Für die sichere Anwendung der Medikamente und Informationen über Wirkung, Wechselwirkungen oder Nebenwirkungen ist die kompetente und verantwortungsbewusste Beratung durch die Apotheker enorm wichtig", sagt Dr. Jörg Jacob, Pressesprecher der Apotheker in Thüringen.

Natürlich sei das Internet ein exzellentes Medium zur Information und Kommunikation. Der Versandhandel mit Arzneimitteln habe dort aber nichts zu suchen, wie Dr. Jörg Jacob erklärt. "Die Internetversender bieten keine Nacht- und Notdienste an und können keine Rezepturen anfertigen. Außerdem garantieren die Versandapotheken nur eine Belieferung innerhalb von 48 Stunden ab Rezepteingang." Auf ein rezeptpflichtiges Arzneimittel müsse man somit mindestens vier Werktage warten. Demgegenüber stehen die Leistungen der Apotheke: "Niemand kann so schnell Arzneimittel besorgen wie wir. Die Apotheken sind 24 Stunden am Tag und 365 Tage im Jahr dienstbereit."

"Versandhändler betreiben Rosinenpickerei, indem sie überwiegend Medikamente aus dem höheren Preisniveau anbieten", so Jacob weiter. Zudem seien die gesetzlichen Kontrollen zur Qualität und Unbedenklichkeit der über den Versandhandel bezogenen Medikamente nicht mehr gewährleistet. Damit könne auch nicht mehr ausgeschlossen werden, dass Arzneimittel-Fälschungen auf den deutschen Markt kommen. "Die Weltgesundheitsorganisation schätzt, dass etwa fünf bis sieben Prozent der im Internet gehandelten Arzneimittel gefälscht sind. Die Apotheke steht dagegen für Arzneimittelsicherheit, individuelle Beratung, Therapiesicherheit und Verbraucherschutz."

Durch den Versandhandel werde zudem die flächendeckende Arzneimittelversorgung gefährdet, erklärt der Pressesprecher weiter. "Gerade für ältere oder chronisch kranke Menschen ist es wichtig, eine Apotheke in ihrer Nähe zu wissen, die sie in kürzester Zeit mit allen Medikamenten versorgen und die erforderliche Beratung erteilen kann", sagt Dr. Jörg Jacob. Nicht nur für die Patienten birgt der Versandhandel zahlreiche Risiken. "Die berufliche Existenz der Apotheken-Mitarbeiter steht auf dem Spiel."

Die Apotheker zielen mit der "Initiative Pro Apotheke" auch auf die ihrer Meinung nach verantwortungslose Gesundheitspolitik und auf das Vorpreschen der Krankenkassen in Sachen Versandhandel. "Wir werden über den Versandhandel gnadenlos aufklären. Die Arzneimittelsicherheit ist nicht gewährleistet. Der Verbraucher benötigt Schutz und Beratung durch den Apotheker", sagt Dr. Jörg Jacob. Mit einer Unterschrift könne der Patient zeigen: Eine sichere und kompetente Arzneimittelversorgung gibt es nur in der Apotheke.
Autor: nnz

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