Fr, 19:10 Uhr
17.11.2000
Theater im Theater: Verärgerte Förderer und "kleine" Abfindung
Nordhausen (nnz). Seit 1997 gibt es in Nordhausen einen Förderverein für das Theater. Dieser versucht seit dieser Zeit, mit seinen Mitteln und Möglichkeiten, das Theater zu unterstützen. Vielfältige Aktivitäten wurden bereits ins Leben gerufen. Zur Arbeit des Vereins gehören - wie bei jedem Verein - Vorstandssitzungen. Auf einer solchen Sitzung befaßten sich die Damen und Herren auch mit einem Brief des ehemaligen Intendanten Christoph Nix (siehe nnz). Daraus ableitend wollten die Vorstandsmitglieder wissen, was denn an den von Nix aufgestellten Behauptungen dran sei. Und so formulierten sie einen Fragenkatalog an Intendatin Dr. Monika Pirklbauer. Wie entwickeln sich die Zuschauerzahlen? Gibt es im Nordhäuser Theater eine Führungskrise?
Als Antwort erhielt der Verein ein Schreiben der Intendantin. Darin war u.a. zu lesen: "... auf Grund des Protokolls ... und dessen Implikationen erachte ich eine Zusammenarbeit des Vereins mit der Theater Nordhausen/Loh-Orchester Sondershausen GmbH für nicht mehr vertretbar. In der nächsten Vorstandssitzung werde ich meine Gründe erläutern."
Das war aber noch nicht alles, was bei den Vorständen Kopfschütteln auslöste. Es kommt noch härter: "Ich bitte ferner darum, im Namen der GmbH keine weiteren Aktivitäten mehr zu planen und ihre Weihnachtsfeier an einem anderen Ort durchzuführen." Außerdem soll Verwaltungsdirektor Marc-Oliver Henriks dem Vorstand des Vereins untersagt haben, mit Nix in Kontakt zu treten. Das war für die Förderer des Theaters dann doch zu viel. Was ist also dran an den Gerüchten?
Tatsache ist, daß es zwischen Pirklbauer und Generalmusikdirektor (GMD) Peter Stangel nicht mehr richtig läuft. Höhepunkt der Krise war ein Streit vor dem Nordhäuser Arbeitsgericht. Stangel soll geklagt haben, weil Pirkelbauer sein Dienstzimmer in Nordhausen in seiner Abwesenheit räumen und die Sachen nach Sondershausen transportieren ließ. Auch ein Krisengespräch mit Vertretern aus Politik und des Aufsichtsrates konnte nicht mehr kitten, was da schon zerbrochen war. Nun hört man aus Theaterkreisen, daß die Intendantin ihrem GMD eine Abfindung von 200.000 Mark angeboten haben soll, wenn er das Nordhäuser Haus verlasse. Da fragen sich einige Kollegen, warum sie im vergangenen Jahr auf Tariferhöhungen verzichteten (130.000 Mark gespart), wenn hier das Geld rausgeschmissen wird, um einen nicht mehr konformen Leitungsangestellten abzufinden.
Der Stil von Monika Pirklbauer stößt im Theater immer mehr auf Kritik. Da wurden die Oberspielleiter abgeschafft, da gibt es keine Stelle für die bitter notwendige Öffentlichkeitsarbeit. Die wurde zwar einst geschaffen, doch nur "um eine andere Kollegin loszuwerden". Da wird auch schon mal die Frage gestellt, warum Inszenierungen nach vier Aufführungen wie "Der Sturm", "The Black Rider" nach fünf Aufführungen in Nordhausen oder "Kleiner Mann, was nun?" nach neun Aufführungen nicht mehr gespielt werden. Gerade für diese Stücke seien die Produktionskosten ziemlich hoch gewesen.
Sollte Christoph Nix mit seinen Vermutungen doch in einer offenen Wunde gestochert haben, dann wird es Zeit, daß sich sowohl Aufsichtsrat (letzte Sitzung im Mai) und die Gesellschafter damit beschäftigen. Ein Recht auf Ergebnisse haben neben den Theaterbesuchern in erster Linie auch die öffentlichen Geldgeber. Und auch dem Förderverein des Theaters ist man seitens der Leitung des Kulturtempels mehr als eine Antwort schuldig.
Autor: psgAls Antwort erhielt der Verein ein Schreiben der Intendantin. Darin war u.a. zu lesen: "... auf Grund des Protokolls ... und dessen Implikationen erachte ich eine Zusammenarbeit des Vereins mit der Theater Nordhausen/Loh-Orchester Sondershausen GmbH für nicht mehr vertretbar. In der nächsten Vorstandssitzung werde ich meine Gründe erläutern."
Das war aber noch nicht alles, was bei den Vorständen Kopfschütteln auslöste. Es kommt noch härter: "Ich bitte ferner darum, im Namen der GmbH keine weiteren Aktivitäten mehr zu planen und ihre Weihnachtsfeier an einem anderen Ort durchzuführen." Außerdem soll Verwaltungsdirektor Marc-Oliver Henriks dem Vorstand des Vereins untersagt haben, mit Nix in Kontakt zu treten. Das war für die Förderer des Theaters dann doch zu viel. Was ist also dran an den Gerüchten?
Tatsache ist, daß es zwischen Pirklbauer und Generalmusikdirektor (GMD) Peter Stangel nicht mehr richtig läuft. Höhepunkt der Krise war ein Streit vor dem Nordhäuser Arbeitsgericht. Stangel soll geklagt haben, weil Pirkelbauer sein Dienstzimmer in Nordhausen in seiner Abwesenheit räumen und die Sachen nach Sondershausen transportieren ließ. Auch ein Krisengespräch mit Vertretern aus Politik und des Aufsichtsrates konnte nicht mehr kitten, was da schon zerbrochen war. Nun hört man aus Theaterkreisen, daß die Intendantin ihrem GMD eine Abfindung von 200.000 Mark angeboten haben soll, wenn er das Nordhäuser Haus verlasse. Da fragen sich einige Kollegen, warum sie im vergangenen Jahr auf Tariferhöhungen verzichteten (130.000 Mark gespart), wenn hier das Geld rausgeschmissen wird, um einen nicht mehr konformen Leitungsangestellten abzufinden.
Der Stil von Monika Pirklbauer stößt im Theater immer mehr auf Kritik. Da wurden die Oberspielleiter abgeschafft, da gibt es keine Stelle für die bitter notwendige Öffentlichkeitsarbeit. Die wurde zwar einst geschaffen, doch nur "um eine andere Kollegin loszuwerden". Da wird auch schon mal die Frage gestellt, warum Inszenierungen nach vier Aufführungen wie "Der Sturm", "The Black Rider" nach fünf Aufführungen in Nordhausen oder "Kleiner Mann, was nun?" nach neun Aufführungen nicht mehr gespielt werden. Gerade für diese Stücke seien die Produktionskosten ziemlich hoch gewesen.
Sollte Christoph Nix mit seinen Vermutungen doch in einer offenen Wunde gestochert haben, dann wird es Zeit, daß sich sowohl Aufsichtsrat (letzte Sitzung im Mai) und die Gesellschafter damit beschäftigen. Ein Recht auf Ergebnisse haben neben den Theaterbesuchern in erster Linie auch die öffentlichen Geldgeber. Und auch dem Förderverein des Theaters ist man seitens der Leitung des Kulturtempels mehr als eine Antwort schuldig.

