Fr, 23:16 Uhr
02.03.2007
50 Jahre unter Stars
Nordhausen (nnz). Die Stones hat er schon gekannt, da waren sie noch kleine Randalierer im Backstagebereich von Blueskonzerten, jetzt sind sie Weltstars. Im Hintergrund solcher Idole stand jahrzehntelang Fritz Rau. In Nordhausen stand er auf der Bühne, heute Abend in der Kreissparkasse.
Hinter der Bühne hat sich Fritz Rau immer viel wohler gefühlt, doch heute half es ihm nichts, er mußte sich zeigen auf dem kleinen Podest in der Galerie der Kreissparkasse. Diesmal promotete er keine Band, sondern sich selbst, vor allem sein Buch 50 Jahre Backstage. 90 Zuhörer hatten sich zu dieser Auftaktveranstaltung der Jazzfrühlings zusammengefunden.
Der 1930 geborene Fritz Rau las nicht nur aus dem Buch vor, er unterhielt mit humorvollen Geschichten aus seinem Leben. 50 Jahre ohne Insolvenz hielt ich durch, dafür bin ich mir selbst dankbar so der studierte Jurist gleich zu Anfang. Wie er seine Karriere aufgebaut hatte mit 5.000 geliehenen DM, erklärte er dann. Er organisierte ein Blueskonzert in der Stadthalle in Heidelberg, wo er studierte. 1.400 Plätze bot sie. Die Halle war ausverkauft, dank der großen Engagement des Veranstalters, der sogar auf der Straße und im Kino versucht hatte, die Karten an den Mann und die Frau zu bringen. Der Vorverkauf und das Aufhängen von Plakaten bei Bäcker und Fleischer hatten nicht das nötige Resultat gebracht, also mußte Rau eben selbst ran. Nicht nur die hübschen Studentinnen sprach er an, sondern auch Hausfrauen, Handwerker und den Straßenbahnfahrer. Für sechs DM das Stück wurde er letztlich alle Plätze los. Für unsere Konzerte mit den Rolling Stones und AC/DC als Vorgruppe mußten wir dann aber auf andere Vertriebswege umstellen. Sagte Rau und hatte die Lacher auf seiner Seite.
Von 1962 bis 1982 organisierte Fritz Rau gemeinsam mit Horst Lippmann das American Folk and Blues Festival in England. Die besten amerikanischen Sänger, die außerhalb ihrer Ghettos auch in den USA kaum bekannt waren, traten auf. Damals machte Fritz Rau erstmals die Bekanntschaft mit Mick Jagger und zwei weiteren Stones. Die Band gab es damals noch nicht. Die Jungs wollten einfach ihren Musikeridolen möglichst nahe sein und drängten in den Backstagebereich, wo sie von Rau immer wieder rausgeschmissen worden. Jagger fand das übrigens typisch deutsch. Das hinderte die Band nicht daran 22 Jahre mit Fritz Rau zusammenzuarbeiten.
Viele große Künstler hat der sparsame Schwabe begleitet, darunter Ray Charles, mit dem er acht Europatourneen veranstaltete und Jonny Cash, der 17 mal mit ihm unterwegs war. Bob Dylan und Eric Clapton gehören zu den Stars, die Fritz Rau von Anfang an begleitete. Mit Bruce Springsteen aß er im Mc Donalds. Jimi Hendrix lud er zu sich nach hause ein. Was passierte, als sich der Wellensittich seiner Tochter im Haar des größten Gitarristen der je gespielt hat verfing, das können Sie nachlesen in Fritz Raus Buch 50 Jahre Backstage. Da steht noch mehr drin als heute Abend zu hören war. Wer es sich selbst vorliest hat elf Stunden und 24 Minuten zu tun. Sagt der Autor, der hat das vor seinen Bühnenauftritten ausprobiert.
Autor: wfHinter der Bühne hat sich Fritz Rau immer viel wohler gefühlt, doch heute half es ihm nichts, er mußte sich zeigen auf dem kleinen Podest in der Galerie der Kreissparkasse. Diesmal promotete er keine Band, sondern sich selbst, vor allem sein Buch 50 Jahre Backstage. 90 Zuhörer hatten sich zu dieser Auftaktveranstaltung der Jazzfrühlings zusammengefunden.
Der 1930 geborene Fritz Rau las nicht nur aus dem Buch vor, er unterhielt mit humorvollen Geschichten aus seinem Leben. 50 Jahre ohne Insolvenz hielt ich durch, dafür bin ich mir selbst dankbar so der studierte Jurist gleich zu Anfang. Wie er seine Karriere aufgebaut hatte mit 5.000 geliehenen DM, erklärte er dann. Er organisierte ein Blueskonzert in der Stadthalle in Heidelberg, wo er studierte. 1.400 Plätze bot sie. Die Halle war ausverkauft, dank der großen Engagement des Veranstalters, der sogar auf der Straße und im Kino versucht hatte, die Karten an den Mann und die Frau zu bringen. Der Vorverkauf und das Aufhängen von Plakaten bei Bäcker und Fleischer hatten nicht das nötige Resultat gebracht, also mußte Rau eben selbst ran. Nicht nur die hübschen Studentinnen sprach er an, sondern auch Hausfrauen, Handwerker und den Straßenbahnfahrer. Für sechs DM das Stück wurde er letztlich alle Plätze los. Für unsere Konzerte mit den Rolling Stones und AC/DC als Vorgruppe mußten wir dann aber auf andere Vertriebswege umstellen. Sagte Rau und hatte die Lacher auf seiner Seite.
Von 1962 bis 1982 organisierte Fritz Rau gemeinsam mit Horst Lippmann das American Folk and Blues Festival in England. Die besten amerikanischen Sänger, die außerhalb ihrer Ghettos auch in den USA kaum bekannt waren, traten auf. Damals machte Fritz Rau erstmals die Bekanntschaft mit Mick Jagger und zwei weiteren Stones. Die Band gab es damals noch nicht. Die Jungs wollten einfach ihren Musikeridolen möglichst nahe sein und drängten in den Backstagebereich, wo sie von Rau immer wieder rausgeschmissen worden. Jagger fand das übrigens typisch deutsch. Das hinderte die Band nicht daran 22 Jahre mit Fritz Rau zusammenzuarbeiten.
Viele große Künstler hat der sparsame Schwabe begleitet, darunter Ray Charles, mit dem er acht Europatourneen veranstaltete und Jonny Cash, der 17 mal mit ihm unterwegs war. Bob Dylan und Eric Clapton gehören zu den Stars, die Fritz Rau von Anfang an begleitete. Mit Bruce Springsteen aß er im Mc Donalds. Jimi Hendrix lud er zu sich nach hause ein. Was passierte, als sich der Wellensittich seiner Tochter im Haar des größten Gitarristen der je gespielt hat verfing, das können Sie nachlesen in Fritz Raus Buch 50 Jahre Backstage. Da steht noch mehr drin als heute Abend zu hören war. Wer es sich selbst vorliest hat elf Stunden und 24 Minuten zu tun. Sagt der Autor, der hat das vor seinen Bühnenauftritten ausprobiert.


