eic kyf msh nnz uhz tv nt
Anzeige Refinery (c1)
Di, 09:33 Uhr
24.02.2026
Trotz „Schnitzel-Steuergeschenk“

Viele Wirte knausern beim Lohn

Die rund 140 Gastro-Betriebe im Landkreis Nordhausen profitieren: Hotels, Restaurants und Gaststätten müssen seit Jahresbeginn deutlich weniger Mehrwertsteuer bezahlen – nämlich nur noch 7 statt 19 Prozent. Doch das Küchen- und Servicepersonal geht leer aus...

Jeder Schnitzelteller wirft mehr für den Wirt ab: Die Senkung der Mehrwertsteuer von 19 auf 7 Prozent macht’s möglich. „Trotzdem knausern viele Wirte beim Lohn: Sie bezahlen Köchen und Kellnerinnen nur den gesetzlichen Mindestlohn. Um den fairen Tariflohn machen sie aber einen weiten Bogen“, sagt Jens Löbel von der Gastro-Gewerkschaft NGG Thüringen. (Foto: NGG | Alireza Khalili) Jeder Schnitzelteller wirft mehr für den Wirt ab: Die Senkung der Mehrwertsteuer von 19 auf 7 Prozent macht’s möglich. „Trotzdem knausern viele Wirte beim Lohn: Sie bezahlen Köchen und Kellnerinnen nur den gesetzlichen Mindestlohn. Um den fairen Tariflohn machen sie aber einen weiten Bogen“, sagt Jens Löbel von der Gastro-Gewerkschaft NGG Thüringen. (Foto: NGG | Alireza Khalili)
„Von jedem 10-Euro-Schein, den der Gast im Restaurant lässt, bleiben dadurch rund 95 Cent zusätzlich für den Gastronomen übrig. Das Geld landet zwar in der Kasse – aber nicht in der Lohntüte der Beschäftigten“, sagt Jens Löbel von der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) in einer Presseinformation.

Auch der Gast merke von dem Steuergeschenk, das die Bundesregierung den Gastronomen gemacht habe, so gut wie nichts: „Wer mit dem großen Rutscheffekt der Preise auf den Speisekarten im Kreis Nordhausen gerechnet hat, ist mehr als blauäugig“, so Jens Löbel. Der Geschäftsführer der NGG Thüringen wird deutlich: „Da hat die Bundesregierung die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Denn die allermeisten Gastronomen im Kreis Nordhausen stecken das Geld, das durch das Schnitzel-Steuergeschenk für sie übrig bleibt, in die eigene Tasche“, sagt Löbel.

Und es sei eigentlich „alles noch viel schlimmer“: „Denn gleichzeitig bezahlen viele Gastronomen ihren Beschäftigten in der Küche und im Service nur den gesetzlichen Mindestlohn. Das ist schäbig. Und noch dreister wird es, wenn sich der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) auch noch darüber beklagt, dass Gastronomen 1 Euro und 8 Cent beim Stundenlohn draufzahlen müssen, obwohl der Verband selbst einen Tarifvertrag mit 15,40 Euro als niedrigsten Stundenlohn vereinbart“, sagt Jens Löbel.

Der Geschäftsführer der NGG Thüringen warnt vor „unschöner Gastronomen-Gier“: „Wer seine Beschäftigten in der Küche oder im Service mit dem Mindestlohn abspeist, bezahlt keinen anständigen Lohn. Entscheidend und wirklich fair ist nur der Tariflohn“, so Löbel. Der liege für eine ausgelernte Köchin oder eine souveräne Servicekraft ab Juli 2026 in ganz Thüringen bei immerhin 16,53 Euro pro Stunde.

Doch ein Großteil der gastronomischen Betriebe im Landkreis Nordhausen betreibe „systematisch Tarifflucht“: „Viele Gastwirte, Restaurantchefs und Hoteliers im Kreis Nordhausen schlagen einen weiten Bogen um den Tariflohn. Und damit auch um Zuschläge an Feiertagen und um Urlaubsregelungen“, so Jens Löbel. Die Gastronomie gehöre zu den „Rekord-Branchen der Tarifflucht“.

„Viele der Gastro-Beschäftigten kommen so beim Lohn zu kurz“, kritisiert Löbel. Insgesamt arbeiten im Kreis Nordhausen nach Angaben der NGG Thüringen rund 1.060 Beschäftigte in der Gastro-Branche – von der Köchin bis zum Barkeeper, vom Kellner bis zur Rezeptionistin. Die Gewerkschaft beruft sich dabei auf Zahlen der Arbeitsagentur.

Wer im Kreis Nordhausen in der Gastronomie arbeitet, kann seinen Lohnzettel bei der NGG Thüringen prüfen lassen und dabei auch mehr über den aktuellen Tariflohn erfahren: (0361) 66 64 40 oder per E-Mail an region.thueringen@ngg.net.
Autor: red

Anzeige symplr (6)
Kommentare

Bisher gibt es keine Kommentare.

Kommentar hinzufügen
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.
Anzeige symplr (9)
Anzeige symplr (8)