Sa, 09:55 Uhr
26.01.2002
Ergebnis wie in "alten Zeiten"
Der SPD-Kreisvorsitzenden Dagmar Becker war es fast schon peinlich, das Ergebnis der nnz zu verkünden: 100 Prozent! Von den 43 Delegierten stimmten alle für Ohl. Ziel der Sozis war am Freitagabend die Matschie-Richtschnur. Der hatte 1998 in seinem Wahlkreis rund 78 Prozent der Stimmen erhalten. Das Ohl-Ergebnis ist nun nicht mehr zu toppen.Es zeigt aber auch, dass der Mann aus dem Unstrut-Hainich-Kreis seine Anhängerschar überzeugen konnte, auch die anfänglichen Pessimisten. Kenner der Szene bescheinigen dem ehrenamtlichen Bürgermeister - trotz überstandener schwerer Krankheit - einen unbändigen Willen. Ohl, ein Kandidat aus dem Volke, kann sowohl mit der Basis reden, als auch mit schwerreichen Sultanen umgehen. Ohl kommt den Sozialdemokraten glaubwürdig vor, er kommt von unten, dort, wo sich sein Wahlvolk aufhält. Vier Jahre Bundestag haben ihn zwar geformt, aber nicht verformt.
Während des Nominierungsprozederes stellte sich Eckhard Ohl pflichtbewusst vor, redete länger als erwartet. Er machte den Delegierten Mut. Und das in einer Zeit, da die Bundesregierung sehr angreifbar geworden ist und die ruhige Hand von Parkinson heimgesucht wird. Der Mann aus Schlotheim wird im Wahlkreis 190 für frischen Wind sorgen. Er wird aber den Lokal-Matador Manfred Grund (CDU) nicht gefährden, da sei das katholische Eichsfeld vor!
Für einen Listenplatz wurde denn auch noch eine Eichsfelderin gewählt. Die 50jährige Marlies Seidenstücker muß sich auf dem Arnstädter Landesparteitag der SPD im Mai einem harten Platzkampf stellen, sie erhielt von den Genossen aus den Landkreisen Nordhausen und Eichsfeld 92 Prozent der Stimmen. Knapp 90 Minuten dauerte die Wahlprozedur im Dorfgemeinschaftshaus des Beckerschen Heimatortes. Dann zogen Dagmar Becker und Co. weiter nach Nordhausen. Im Nordhäuser Dröder wartete die nächste Party. Dort feierte gestern Matthias Jendricke seinen 30. Geburtstag.

