eic kyf msh nnz uhz tv nt
Anzeige Refinery (c1)
Sa, 10:06 Uhr
26.01.2002

nnz-Rückspiegel: 26. Januar 2001

Nordhausen (nnz). Können Sie sich noch erinnern, was vor einem Jahr im Landkreis Nordhausen los war? Die nnz hat im Archiv gesucht und folgende Meldungen gefunden. Heute:
Kreisumlage, Geburtstag und BSE


Landrat wieder einmal weit in Verzug
Die Landkreisverwaltung konnte diese Woche dem Finanzausschuß immer noch keinen ausgeglichenen Haushalt vorlegen. Nach dem Gesetz hätte der Verwaltungsvorschlag schon im letzten Jahr zum 30. November vorliegen müssen. "Ich will ja nicht um Wochen feilschen, aber jetzt hat das neue Haushaltsjahr bereits begonnen und die Kreisverwaltung hat den Ausgleich immer noch nicht geschafft", erklärte verärgert der Vorsitzende des Finanzausschusses, Matthias Jendricke (SPD), gegenüber nnz. Zur Zeit seien wohl noch mindestens vier Millionen Mark noch nicht unterlegt, wobei besonders die Steigerungen im Sozialetat ins Gewicht fallen. Für die Bestimmung der Höhe der Kreisumlage ist in der nächsten Woche ein Spitzengespräch zwischen dem Kreisvorstand des Gemeinde- und Städtebundes auf der einen Seite und dem Landrat auf der anderen Seite geplant. "Die zur Zeit eingeplante Steigerung um fast drei Millionen DM halte ich für völlig illusorisch. Mal abgesehen davon, was dies für die Gemeinden bedeutet, hatte bei dieser Position schon im letzten Jahr die Aufsichtsbehörde gemurrt," sagte Jendricke.
Ausführlich im nnz-Archiv


Rothleimmühle wartet auf ihren 2000. Surfer
Das Jugendgäste- und Bildungshaus Rothleimmühle ist auf den Tag genau ein Viertel Jahr mit eigenen Internetseiten im World Wide Web präsent. Hier können sich die zukünftigen Gäste bereits im Vorfeld über die Einrichtung und deren pädagogische Angebote informieren. Von der konkreten Gästeanfrage bis hin zum Routenplaner ist hier alles auf neun Seiten enthalten. Da es zur Zeit 1.944 Besucher auf diesen Seiten gab, entstand folgende Idee: Gesucht wird der 2000. Online-Besucher der Rothleimmühle! Natürlich gibt es auch einen Preis für den Gewinner. Was es jedoch für ein Preis ist, möchte das Team noch nicht verraten. Also wer Lust hat, sich an diesem Wettbewerb zu beteiligen, braucht nur Folgendes zu tun: Einfach www.cooleferien.de im Internet aufrufen oder in der Linkseite der nnz auf Jugendgäste- und Bildungshaus Rothleimmühle klicken. Falls Sie nun der 2000. Besucher sind, tragen Sie sich in das Gästebuch auf den Seiten der Rothleimmühle ein. Das Haus wird sich dann mit dem Gewinner über E-mail in Verbindung setzen. Viel Spaß beim Surfen auf diesen Seiten wünscht das Team der Rothleimmühle.


BSE - Eine historische Spurensuche
Während zahllose Wissenschaftler fieberhaft an der Rinderseuche arbeiten und noch zahllosere Rinder die europäischen Verbrennungsöfen füllen, habe ich versucht, die Weltgeschichte nach eventuellen historischen Nachweisen zu durchforsten. Dabei stieß ich auf wahnsinnig interessante Wahrheiten.

Erste stichhaltige Hinweise auf schwere Fälle von Rinderwahnsinn in Deutschland lieferten die Gebrüder Grimm, als sie auf der Suche nach mythologischen Überlieferungen vom armen Gesellen Hans erzählt bekamen, der sich genötigt sah, ein offensichtlich wahnwitziges Rindvieh gegen ein Schwein einzutauschen. Schon beim bloßen Versuch, das Tier zu melken, trat es aus und floh in wilden, alle Gliedmaßen verrenkenden Sprüngen.

Auch den Siedlern in der Neuen Welt erging es nicht besser, weshalb sie sich schweren Herzens genötigt sahen, umfangreiche Büffelbestände in Nordamerika zu eliminieren. Spätestens nachdem sie die Kriegstänze der einheimischen Indianer gesehen hatten, die sich mangels anderer Alternativen ausschließlich von den erkrankten Tieren ernährten, war ihnen klar, dass sowohl das Futter als auch die Futternden ausgerottet werden mussten. Diese weitsichtige Politik sorgt noch heute dafür, dass US-amerikanisches Rindfleisch garantiert BSE-frei ist.
Auch lange diskutierte rätselhafte zoologische Phänomene haben ihren Ursprung in der verheerenden Krankheit. So gilt es nach meinen Erkenntnissen als erwiesen, dass der massenhafte Selbstmord ganzer Herden von Lemmingen (völlig außer Rand und Band stürzen sich die possierlichen Tierchen immer wieder von sehr hohen Klippen ins Meer) mit einer BSE-Infektion durch unkontrolliertes Herumtappen in Kuhdung erklärt werden muss.

Den absoluten Beweis für eine bereits jahrhundertlange Existenz der menschheitsbedrohenden Seuche finden wir allerdings in Indien. Dort beginnt die ganze weltweite Verschwörung und katastrophale Verschleierungspolitik. Nachdem die alten Inder durch jahrzehntelange Meditation herausgefunden hatten, wo der Hase oder besser die Kuh im Pfeffer lag, beschlossen sie ihre Erkenntnisse der Weltöffentlichkeit vorzuenthalten und verfielen auf den hinterhältigen Trick, den Überträger allen Elends fürderhin als heiliges Tier zu verehren.

Inwieweit verstärkt auftretende UFO-Sichtungen, die Ausbreitung des Kommunismus im vorigen Jahrhunderts und die ständige steigende Anzahl von Discount-Märkten mit dieser Geißel der Erdbevölkerung in Zusammenhang gebracht werden müssen, ist mir noch nicht gelungen herauszufinden. Aber vielleicht habe ich dafür auch schon zu viel Rindfleisch in meinem Leben genossen.
Ihr Professor Czimuh



Kreisumlage sorgt erneut für Zündstoff
ie Kreisumlage wird auch in diesem Jahr erneut für ordentlich Zündstoff im Landkreis Nordhausen sorgen. Zwar habe der Landrat in seiner aktuellen Vorlage des Haushaltsentwurfs eine Reduzierung der sogenannten Sollstellung von 30,6 Prozent auf 29,9 Prozent angekündigt, doch bei der Betrachtung der absoluten Zahlen sieht das schon recht ungemütlich für die Städte und Gemeinde aus. Mit der Aufblähung des Kreishaushaltes in diesem Jahr müssen die Kommunen 33 Millionen Mark an die Kreisverwaltung „abdrücken“. Im vergangenen Jahr waren es in der Summe 30,2 Millionen Mark. Für die Kommunen sind fast drei Millionen Mark besonders schmerzlich und nicht machbar, weil sie auf ihrer Einnahmeseite weniger Geld vom Land Thüringen sehen werden. Für die drei „großen H“, die Bürgermeister Höche, Hummitzsch und Hohberg, sei dies eine fast aussichtslose Finanzierung. Vorgeschlagen wurde jetzt eine nochmalige Sitzung des Finanzausschusses. Zuvor will sich der Kreisvorstand des Gemeinde- und Städtebundes mit Landrat Joachim Claus (CDU) treffen.

Dabei wolle der Landrat nach nnz-Informationen für seine Vorschläge werben, die bereits jetzt für den Kreisvorstand nicht nachvollziehbar seien. Vor allem im sozialen Bereich. Hier soll es eine Erhöhung der Ausgaben in den Ämtern, nicht aber in den Leistungen geben. Erklärungsbedarf ist angesagt. Und natürlich Tempo. Der Haushaltsfahrplan sieht eine Verabschiedung des Haushaltes bereits in der kommenden Sitzung am 20. Februar vor. Bleibt offen, wann es zur ersten Lesung gekommen sein soll.

Auch das Thema EGN wird demnächst wieder die kommunalpolitischen Gemüter bewegen. So soll EGN-Geschäftsführer Ulrich Fiedler für das abzuwickelnde Unternehmen allein für dieses Jahr noch einen Finanzierungsbedarf von 800.000 Mark angemeldet haben. Im Haushaltsentwurf seien jedoch nur 200.000 Mark eingestellt. Hier stellt sich jetzt die Frage, wie weit die Fraktionen, vor allem die der SPD und der PDS, dieses Spielchen noch hinnehmen werden. Bislang war die Neugier in Richtung EGN eher dürftig, da wurde zum Beispiel bei einem internen Kreditgeschäft zwischen EGN und Service GmbH nicht nachgefragt. Liebe Kreistagsmitglieder, derartige Geschäfte zu günstigsten Konditionen sind doch eigentlich Sache des Kreistages. Oder reicht einige Fraktionären lediglich der Blick auf die korrekte und pünktliche Abrechnung der Sitzungsgelder?


BBZ erhielt zum Geburtstag ein Zertifikat
Im Nordhäuser Berufsbildungszentrum für den Straßenverkehr (BBZ) gab es heute gleich mehrere Anlässe, um die Sektkorken knallen zu lassen. Die Mitarbeiter des BBZ erhielten am Vormittag von der DEKRA eine Urkunde, die ihrer Gesellschaft die Zertifizierung nach DIN EN ISO 9001 bescheinigt. Damit wird unter anderem die Kundenzufriedenheit gewürdigt.

Aber es gab auch noch einen anderen Anlaß zum Feiern: Den 10. Geburtstag des BBZ. Gegründet wurde die Gesellschaft am 23. Januar 1991. Neben dem Hauptsitz in Nordhausen verfügen die Gesellschafter über Nebenstellen in Halberstadt, Aschersleben, Leinefelde und Heldrungen. Durch eine zeitgemäße technische Ausstattung ist es möglich, die verschiedensten Fachgebiete interessant und pädagogisch verständlich zu vermitteln. Bisher kamen etwa 2.500 Männer und Frauen in den Genuß von Maßnahmen, die durch die verschiedenen Arbeitsämter angeboten und gefördert wurden. Führten 1991 nur fünf Mitarbeiter die Anpassungsfortbildungen für Kraftfahrer durch, so sind im heutigen Team 29 Mitarbeiter fest angestellt. Die professionelle Mannschaft von Ausbildern, deren Qualifikation vom Meister bis zum promovierten Diplomlehrer reicht, garantiert eine optimale theoretische und praktische Ausbildung. So werden heute neben beruflichen Bildungsmaßnahmen für die unterschiedlichen Berufe aus dem Transport- und Verkehrsgewerbe oder für Baugeräteführer auch Firmenseminare und Beratungen sowie Sicherheitsprogramme für Kraftfahrer angeboten. Wer sich intensiver über das Angebot des BBZ informieren will, der kann das natürlich auf der Homepage des Berufsbildungszentrum tun.


Was wird mit der Nordhäuser Straße?
Die Konzentration der kommunalen Verwaltungen zu Einheitsgemeinden und Verwaltungsgemeinschaften war ein nachvollziehbarer und richtiger Weg. Viele Probleme des Zusammenwachsen der Kommunen wurden in den zurückliegenden Jahren gelöst. Ein Problem bleibt vor allem für die Ortsteile der Einheitsgemeinden bestehen. Das ist nicht hausgemacht, sondern wird den Ortsteilen von der Deutschen Post AG sozusagen „ins Haus“ geliefert: Die Benennung der Straßennahmen. Im Fall der Nordhäuser Straße in Sülzhayn gibt es ein solches Problem, weil es eben diese Nordhäuser Straße auch in Ellrich und Rothesütte gibt. Die Post verlangt von der Einheitsgemeinde Ellrich nun, daß dieser Name nur einmal auftauchen soll. Nicht mit den Sülzhaynern. Deren Ortschaftsrat lehnte gestern mehrheitlich die Umbennung der Nordhäuser Straße aber auch der Straße „Am Sportplatz“ schlichtweg ab. Ähnliches beschlossen auch die Mitglieder des Ortschaftsrates von Woffleben mit ihrer Straße „Am Sportplatz“. In Sülzhayn wurden zur Begründung zusätzliche Kosten für die Bürger und die Verwaltung angegeben. So müßten zum Beispiel neue Briefköpfe gedruckt werden. Zum anderen gehe mit der von der Post geforderten Schreibweise der Adresse auch ein Stück Identität verloren, sagte Ortschaftsratsmitglied Michael Seifert der nnz. Der Ortsname Sülzhayn solle vor allem im Hinblick auf den Kurortstatus erhalten bleiben.

Für Aufregung sorgt in Sülzhayn auch der Entwurf des Haushaltes der Einheitsgemeinde Ellrich. Da seien keine unterstützenden Mittel für Vereine in Sülzhayn enthalten und die Mittel für das örtliche Marketing sollen von 21.000 Mark auf 15.000 Mark zusammen gestrichen sein.
Autor: nnz

Anzeige symplr (6)
Kommentare

Bisher gibt es keine Kommentare.

Kommentare sind zu diesem Artikel nicht möglich.
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.
Anzeige symplr (8)