Sa, 08:53 Uhr
26.01.2002
Verliert die ITB ihre Attraktivität?
Nordhausen (nnz). Während die gerade in Stuttgart stattgefundene Touristikmesse souverän ihre Position für den westeuropäischen Raum behauptete, kämpft die hier weitaus bekanntere Internationale Tourismus-Börse (ITB) um ihre Bedeutung.
Ob in Leipzig oder Berlin: Man trifft bei diesen Tourismusmessen allenthalben Bekannte, ob als Besucher oder als Aussteller der Stand der Thüringer Tourismus-GmbH mit seinem Themenfächer, die Präsenz des HVV oder auch der Stand des Ostharzer Förderkreises sind stets willkommene Anlaufpunkte für Gespräche über Eindrücke und Ausblicke. Ob das zukünftig in Berlin so bleiben wird, ist nach den bisherigen Meldungen nicht mehr so sicher.
Es begann vor Wochen mit der Lufthansa, die ihre Teilnahme absagte; danach ging es Schlag auf Schlag: Thomas Cook, Frosch Touristik und die Reise-Töchter des Rewe-Konzerns. Marktführer TUI wird seine Präsenz verkleinern, genauso wie die Deutsche Bahn. Und nun melden die Agenturen, dass auch der Reise-Dienstleister Start Amadeus - eine Tochter der Lufthansa - seine Teilnahme absagte. Der Betreiber des größten deutschen Buchungssystems erwartet, dass nach den Absagen vieler großer Unternehmen zu wenig Fachbesucher auf die Messe kommen. Und damit droht die ITB ihr Rückrat verlieren.
Ulrich Rüter, Geschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW), übt sich in Schadenbegrenzung und beteuerte geflissentlich in einer Verlautbarung, dass die ITB der weltweit bedeutendste Branchentreff sei, zu dem im März vor allem Ausländer nach Berlin kommen werden, wie in den Vorjahren. Und für die Verbraucher seien die Stände der Länder ohnehin interessanter als die der Konzerne.
Rüter wertet das Fernbleiben der Tourismus-Riesen als einmalige Ausnahme. Nach den Ereignissen des 11. September werde nun mal genauer auf die Kosten gesehen, denn die Branche steht vor einem schwierigen Jahr. Einige Anbieter würden daher auf die Zusatzkosten einer Messe verzichten und eine einmalige Auszeit von der ITB nehmen. 2003 kommen die Unternehmen wieder, glaubt der Verbands-Geschäftsführer. Tourismusexperten teilen diese Meinung allerdings nicht, denn gerade der Schock des 11. September bedarf nach ihrer Meinung verstärkte Werbeaktivitäten, um ihn baldmöglichst zu überwinden. Und sie sehen einen Imageschaden für die Messe. Das Fehlen etablierter Reise-Veranstalter könne sich negativ auf die Besucherzahlen auswirken. Man kann gespannt sein.
Autor: nnzOb in Leipzig oder Berlin: Man trifft bei diesen Tourismusmessen allenthalben Bekannte, ob als Besucher oder als Aussteller der Stand der Thüringer Tourismus-GmbH mit seinem Themenfächer, die Präsenz des HVV oder auch der Stand des Ostharzer Förderkreises sind stets willkommene Anlaufpunkte für Gespräche über Eindrücke und Ausblicke. Ob das zukünftig in Berlin so bleiben wird, ist nach den bisherigen Meldungen nicht mehr so sicher.
Es begann vor Wochen mit der Lufthansa, die ihre Teilnahme absagte; danach ging es Schlag auf Schlag: Thomas Cook, Frosch Touristik und die Reise-Töchter des Rewe-Konzerns. Marktführer TUI wird seine Präsenz verkleinern, genauso wie die Deutsche Bahn. Und nun melden die Agenturen, dass auch der Reise-Dienstleister Start Amadeus - eine Tochter der Lufthansa - seine Teilnahme absagte. Der Betreiber des größten deutschen Buchungssystems erwartet, dass nach den Absagen vieler großer Unternehmen zu wenig Fachbesucher auf die Messe kommen. Und damit droht die ITB ihr Rückrat verlieren.
Ulrich Rüter, Geschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW), übt sich in Schadenbegrenzung und beteuerte geflissentlich in einer Verlautbarung, dass die ITB der weltweit bedeutendste Branchentreff sei, zu dem im März vor allem Ausländer nach Berlin kommen werden, wie in den Vorjahren. Und für die Verbraucher seien die Stände der Länder ohnehin interessanter als die der Konzerne.
Rüter wertet das Fernbleiben der Tourismus-Riesen als einmalige Ausnahme. Nach den Ereignissen des 11. September werde nun mal genauer auf die Kosten gesehen, denn die Branche steht vor einem schwierigen Jahr. Einige Anbieter würden daher auf die Zusatzkosten einer Messe verzichten und eine einmalige Auszeit von der ITB nehmen. 2003 kommen die Unternehmen wieder, glaubt der Verbands-Geschäftsführer. Tourismusexperten teilen diese Meinung allerdings nicht, denn gerade der Schock des 11. September bedarf nach ihrer Meinung verstärkte Werbeaktivitäten, um ihn baldmöglichst zu überwinden. Und sie sehen einen Imageschaden für die Messe. Das Fehlen etablierter Reise-Veranstalter könne sich negativ auf die Besucherzahlen auswirken. Man kann gespannt sein.


