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Do, 12:56 Uhr
18.01.2007

Heißes Eisen anfassen

Nordhausen (nnz). Sie sind stets emotional: Die Diskussionen und die Zukunft der Schulen im Landkreis Nordhausen. Da mobilisieren einige Bürgermeister schon gern mal das pädagogische Personal, um bei Kreistagssitzungen eine entsprechende Droh-Kulisse aufzubauen. Jetzt wird erneut über die Schulstandorte im Landkreis diskutiert.


Heute wollten sich die Mitglieder des Schul- und Kulturausschusses des Kreistages treffen. Doch wegen des angekündigten Sturmtiefs wurde der Termin abgeblasen. Was bleibt, das ist das Vorhaben der Kreisräte, sich erneut mit der Schulnetzplanung auseinanderzusetzen. Dabei geht es neben der Realisierung der noch gültigen Fassung (wie weiter mit der Grundschule in Klettenberg?) auch um die zukünftige.

Während der nächsten Sitzungen wollen sich die Ausschussmitglieder Region für Region ansehen, beginnend mit Ellrich. Da soll es zu einer Bestandsaufnahme kommen, die wiederum mit den zur erwartenden Schülerzahlen verglichen werden kann. Ob nach diversen Sitzungen noch die jetzige Zahl von 13 Grundschulen in der Trägerschaft des Landkreises Nordhausen Bestand haben wird, kann jetzt schon angezweifelt werden.

Ein Knackpunkt der künftigen Überlegungen wird vor allem Bleicherode werden. Loni Grünwald (Linkspartei), die verantwortliche Beigeordnete, will damit überhaupt nicht den Standort des Gymnasiums in Frage stellen, wohl kann über eine neue Struktur nachgedacht werden. „Gesamtschule“ könnte das Zauberwort heißen. Man könnte an diesem Standort eine Art Schul-Campus schaffen, auf dem sich Schüler von der ersten bis zur zwölften Klasse „tummeln“ und natürlich auch unterrichtet werden. Dazu allerdings ist ein Anbau nötig, der wohl aber erst in mindestens fünf Jahren aus dem visionären Bereich herausrücken kann. Es ist einfach kein Geld in der Kreiskasse.

Eine weitere Vision hat Grünwald im nnz-Gespräch noch auf Lager: Im Landkreis Nordhausen sollte nicht nur über die Schulnetzplanung, sondern auch über die Schulentwicklungsplanung nachgedacht werden. Eine Forderung, die die Grünen im Kreistag schon lange aufmachen. Warum sollen nicht die bestehenden Schulbezirke aufgehoben werden? Warum sollen Grundschulen nicht motiviert werden, ihr eigenes Profil zu suchen oder zu stärken? Dazu sei zwar die Zusammenarbeit mit dem staatlichen Schulamt in Worbis notwendig, doch „mit denen könne man das schon diskutieren“.

Es wird also eine spannende Zeit für die Grundschulen des Landkreises. Und es wird sicher nicht mehr lange dauern, bis die „Gegner jeglicher Veränderung“ wieder in Stellung gebracht werden. Eines steht fest: So bleiben wird es nicht. Es sei denn: Es gibt ab sofort im Landkreis Nordhausen einen neuen Geburtenknick – dann aber muß die Kurve steil nach oben zeigen.
Autor: nnz

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