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Mi, 09:04 Uhr
11.10.2006

Kein Spielraum, kein Wohnraum

Nordhausen (nnz). In den zuständigen Ausschüssen des Kreistages und in den Wohnungsunternehmen im Landkreis wird über die beabsichtigten Neuregelungen zu den so genannten Kosten der Unterkunft diskutiert. Annäherungen schein es nicht zu geben.


Über die Meinung der Wohnungsbaugenossenschaft Südharz hatte die nnz bereits ausführlich berichtet. Prinzipiell schließen sich auch die anderen Unternehmen an. Für Carola Franke, die Geschäftsführerin der Städtischen Wohnungsbaugesellschaft Nordhausen (SWG), sind weniger die Zahlen wichtig, sie möchte den Verantwortlichen im Kreistag eher die sozialen Auswirkungen der Reduzierung klar machen. Es würde zu einer Stigmatisierung der Empfänger von Arbeitslosengeld II kommen. Und übrigens: Wohnungen zu einem Kaltmietpreis von unter 4 Euro gebe es im SWG-Bestand quasi nicht. Die ins Gespräch gebrachte Durchschnittsmiete von 3,90 Euro je Quadratmeter sei eine Mischmiete, in die auch leer stehende Wohnungen einfließen, die künftig im Sanierungsplan stehen würden. Auch würden Wohnungen einfließen, die künftig abgerissen werden und jetzt mit einem Mietpreis von 2 Euro zu Buche stehen. Eine Vermietung von Wohnraum unter 4 Euro sei bei der SWG nicht machbar.

Auch bei der Sollstedter Wohnungsbaugesellschaft sind derartige Wohnungen nicht vorhanden. Geschäftsführerin Heike Winkler verweist in ihrer Argumentation auf die Leerstandsquote von zwei Prozent in Sollstedt. Mit den einst beschlossenen 4,20 Euro könnten die Sollstedter gut leben, alles andere sei ausgeschlossen. Und im Übrigen: Man könne Mietern, die kein Arbeitslosengeld II erhalten und in einem Treppenaufgang mit den Betroffenen nicht erklären, warum sie für eine Einraumwohnung zum Beispiel 189 Euro zahlen sollen, wenn ihr Nachbar nur 171 Euro hinlegen muß. Weiterhin gebe es aus Sicht der Sollstedter Erklärungsbedarf, was denn überhaupt ein Bilanzgewinn sei.

Fakt ist auch, die Wohnungsunternehmen im Landkreis Nordhausen haben immer noch einen Schuldenberg in Höhe von mehreren Hundert Millionen Euro mit sich herumzuschleppen. Auch würden die Verhandlungen mit den Banken schwieriger werden, wenn zu niedrigeren Preisen Wohnungen auf dem Markt angeboten werden.

All diese Fakten und Zusammenhänge hätten die Vertreter der Unternehmen gern den zuständigen Ausschüssen des Kreistages erläutert. Doch dazu wird es nicht kommen. Trotz intensiver Bemühungen habe es zum Beispiel aus dem Finanzausschuss keine Einladung gegeben. Das bestätigte dessen Vorsitzende Birgit Scholz (CDU) der nnz. „Ich habe keine Veranlassung gesehen. Im Vorfeld der Kürzung der Gelder für die Jugendarbeit um 25 Prozent sei auch kein Vertreter der Träger zu Wort gekommen“. Auch wenn es um die Theaterzuschüsse gehe, wird das so sein, kündigt Scholz im nnz-Gespräch an. Sie selbst wird aber Termine bei der SWG und WBG in Nordhausen wahrnehmen und auch die ARGE steht in ihrem Terminkalender. Dann wird sich die Ausschussvorsitzende noch vom Sozialausschuss unterrichten lassen.

Etwas unverständlich ist diese Haltung für Jürgen Hohberg. Der Vorsitzende des Beirates der ARGE hatte mehrfach an Birgit Scholz appelliert, die Vertreter der Wohnungsunternehmen zu einer Sitzung des Finanzausschusses einzuladen. Vergeblich.
Autor: nnz

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