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Sa, 10:02 Uhr
08.07.2023
BARMER Kinderatlas Thüringen

Vermehrte Defizite bei Spracherwerb und Motorik

Bei Kindern in Thüringen zeigen sich immer häufiger Störungen beim Spracherwerb sowie Defizite bei der motorischen Koordination. Das belegen Daten im aktuellen BARMER Kinderatlas...

Demnach wurde bei 12,8 Prozent der Kinder im Alter zwischen sechs und zwölf Jahren im Jahr 2021 eine sogenannte Entwicklungsstörung des Sprechens und der Sprache diagnostiziert. Das entspricht rund 16.800 Mädchen und Jungen im Land.

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Im Jahr 2006 waren mit knapp 8.000 der Sechs- bis Zwölfjährigen weniger als halb so viele Heranwachsende von einer Sprachstörung betroffen. „Die Zahl der Kinder mit Defiziten beim Sprechen liegt auf einem hohen Niveau. Störungen beim Spracherwerb gehören mit zu den häufigsten Diagnosen bei Heranwachsenden“, sagt Birgit Dziuk, Landesgeschäftsführerin der BARMER in Thüringen. Zu den Sprech- und Sprachstörungen zählten etwa ein begrenztes Vokabular, Schwierigkeiten in der Satzbildung und bei der Grammatik sowie Probleme in der Ausdrucksfähigkeit und bei der Lautbildung.

Umschriebene Entwicklungsstörungen des Sprechens und der Sprache zögen oft sekundäre Folgen nach sich, wie Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben, Störungen im Bereich der zwischenmenschlichen Beziehungen, im emotionalen und Verhaltensbereich. „Kinder erlernen Sprache durch Nachahmen. Deshalb ist es wichtig, dass Eltern viel mit ihrem Kind kommunizieren und Medienkonsum begrenzen“, empfiehlt Dziuk.

Weder Hampelmann noch Purzelbaum
Auch der Anteil an Kindern mit motorischen Entwicklungsstörungen hat laut Auswertung im BARMER Kinderatlas deutlich zugenommen: Während im Jahr 2006 noch bei rund 2.300 der Sechs- bis Zwölfjährigen in Thüringen Defizite in der motorischen Koordination festgestellt wurden, waren es im Jahr 2021 mit rund 6.000 Kindern weit mehr als doppelt so viele. Die Diagnoserate liegt in der Altersgruppe bei 4,6 Prozent. Zu den Ursachen für den Anstieg der motorischen Entwicklungsstörungen zählt auch der zunehmende Bewegungsmangel unter Heranwachsenden.

„Viele Kinder können heute weder Hampelmann noch Purzelbaum. Dabei sind gut entwickelte, motorisch koordinative Fähigkeiten wichtig für Schule und Alltag“, sagt Birgit Dziuk. Eltern sollten deshalb ihre Kinder schon von klein auf zu vielfältigen fein- und grobmotorischen Bewegungsabläufen motivieren. Sollte auffallen, dass Kinder schlecht das Gleichgewicht halten, oft Sachen fallen lassen oder im Vergleich zu Gleichaltrigen tollpatschig wirken, könnten Eltern das Gespräch mit Kinderärztin oder Kinderarzt suchen.

Kontinuierlicher Aufwärtstrend bei Entwicklungsstörungen
Inwieweit die Corona-Pandemie Defizite beim Spracherwerb und der motorischen Koordination noch verstärkt hat, ist aus den Zahlen nicht direkt ableitbar. So ist die Zahl der Thüringer Kinder mit Sprachentwicklungsstörungen vom Jahr 2019 zum Jahr 2021 um neun Prozent angestiegen. Bei den motorischen Störungen liegt das Plus bei 4,8 Prozent. „Wir sehen in den Daten einen kontinuierlichen Aufwärtstrend bei den umschriebenen Entwicklungsstörungen.

Es ist wichtig, dass ein besonderes Augenmerk auf die gesunde Entwicklung aller Kinder gelegt und eng mit Kinder- und Jugendärztinnen und -ärzten zusammengearbeitet wird“, so Dziuk. Die qualitativ hochwertige medizinische Versorgung von Heranwachsenden stehe deshalb auch im Fokus des BARMER Kinder- und Jugendprogramms. Teilnehmende Familien profitierten unter anderem von zusätzlichen Früherkennungsuntersuchungen, kürzeren Wartezeiten beim Arztbesuch sowie einer Beratung der Eltern zu vielen Gesundheitsthemen.

Kinder in Sachsen stärker betroffen als in Sachsen-Anhalt und Thüringen
Im Vergleich der drei mitteldeutschen Bundesländer fällt auf, dass in Sachsen der Anteil der von sprachlichen und motorischen Entwicklungsstörungen betroffenen Kinder am höchsten ist. Laut BARMER Kinderatlas wurden im Jahr 2021 in Sachsen bei 14,1 Prozent der Kinder Sprachstörungen diagnostiziert. In Thüringen lag der Anteil bei 12,8 Prozent, in Sachsen-Anhalt bei 12,6 Prozent. Probleme mit der motorischen Koordination hatten in Sachsen 5,4 Prozent der 6- bis 12-Jährigen, in Sachsen-Anhalt 5,2 Prozent und in Thüringen 4,6 Prozent

Autor: red

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Kommentare
DonaldT
08.07.2023, 10:25 Uhr
Kinder: Vermehrte Defizite bei Spracherwerb und Motorik
Seit "Pisa" ist doch in diesem land nichts passiert, außer erede und Förderprogramme für "Flüchtlingskinder" .

Aber es ist ja wohl ausreichend, wenn die Unterschrift unter den Bürgergeldantrag geleiste werden kann. Hauptsache der Bearbeiter versteht was beantragt werden soll.
Feuerland
08.07.2023, 12:30 Uhr
alles beginnt bei mir....
Ich gehe mal davon aus, dass jetzt diverse Kommentare kommen, die die Ursachen "im System" etc. sehen. Ist ja zu Teilen auch nicht verkehrt, aber...
Die erste Verantwortung liegt immer noch bei den Eltern. Gerne mit jeder möglichen Unterstützung aus dem Umfeld. Was spricht dagegen sich erst einmal selber mit unserem Nachwuchs zu beschäftigen? Mit einfachsten Mitteln kann spielerisch Bewegung trainiert werden. Und Spaß haben auch noch Alle. Wenn man dann noch in kompletten und verständlichen Sätzen kommuniziert, dann kommen wir schon einen ordentlichen Schritt weiter. Wie oben geschrieben - Alles beginnt mit mir...
Franz 2018
08.07.2023, 16:42 Uhr
Feuerland hat vollkommen Recht
Sprachdefizite entstehen nicht erst mit sechs, sondern lange davor. Ich habe meinem Sohn jeden Abend vorgelesen vom ersten Lebensjahr an bis weit ins Grundschulalter (übrigens hat uns das Beiden Spaß gemacht und es war jeden Abend ein Ritual und eine Zeit nur für uns) und wir (die ganze Familie) haben auf vernünftige Kommunikation Wert gelegt und ihn auch korrigiert. Damit hatte er in der Schule keine Probleme - er liest bis heute sehr viel (ist auch für die Allgemeinbildung gut). Bei der Bewegung ist es dasselbe, Kinder müssen toben, klettern ggf. auch mal hinfallen usw .. Das rettet einen jetzt nicht vor Problemen in der Feinmotorik, wie wir feststellen mussten, aber es hilft.......
Leser X
08.07.2023, 18:47 Uhr
Feuerland
Das Problem ist aber, dass ein Teil der heutigen Eltern selbst schon ein defizitären Bildungssystem durchlaufen haben.

Auch wenn es vielleicht brutal klingt, aber von nichts kommt nichts. Und so kommen dann teils kultige Sätze in die Öffentlichkeit wie: "Schantal, tu doch mal die Omma winken!"
Harzfan
08.07.2023, 20:44 Uhr
Defizite bei Kindern
Alle Vorkommentierende haben Recht! ( Ich hoffe, dass das jetzt nicht Gender- Gedöns ist) Jedenfalls als Pädagoge sag ich dazu, der Schlüssel liegt in Aufgaben, Selbstwertgefühl, körperliche Aktivitäten ( Raum- Lage- Entwicklung), sensorische Dinge ( ich erlebe nur im Anfassen..).
Sprache ist super wichtig. Vorlesen, die Nuancen, das feine Gefühl dessen, einfach unersetzlich, wenn vorgelesen wird. Man kann als Eltern wirklich alle Voraussetzungen geben, damit Kinder einen guten Start ins Leben haben. Liebe Eltern, macht was draus!
grobschmied56
08.07.2023, 23:43 Uhr
Man kann darin auch ...
... einen weiteren Erfolg der hochgelobten und 'alternativlosen' Corona - Maßnahmen sehen! Wer Schulen, Sportvereine und Spielplätze 'dicht macht', um ein Virus zu bekämpfen, welches für Kinder und Jugendliche nie eine wirkliche Gefahr darstellte, der muß sich nicht wundern, wenn negative Erscheinungen wie die oben beschriebenen folgen!
Danke, Frau Merkel! Danke, Herr Spahn, Herr Drosten, Herr Lauterbach!
Kobold2
09.07.2023, 09:26 Uhr
Man kann auch
mal nachdenken und nicht bei jeder Gelegenheit seine Weisheiten zum Besten geben, die ohnehin nocht passen.
Wie die Vorkommetatoren hier schon treffend bemerkten, liegen die Wurzeln im Elternhaus. Da ist vorher schon länger was schief gelaufen.
Die Pandemie hat sehr gut gezeigt, das viele nicht in der Lage sind, sich selbst Gedanken zu manchen und sich selbst zu beschäftigen.
Man lässt sich lieber von aussen bespaßen.
Was dabei rumkommt, oder beseer nicht rum kommt, bestätigtendie angesprochenen Defizite im Artikel.
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