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Fr, 11:32 Uhr
04.02.2022
Theater Nordhausen Loh-Orchester Sondershausen

Neues Leitungsteam für neue Spielzeit

In einer virtuellen Pressekonferenz stellte Intendant Daniel Klajner heute Vormittag sein neues künstlerisches Leitungsteam vor. Viel geballte Professionalität und eine europäische Ausrichtung versprechen ein Bulgare, ein Franzose und ein Italiener in Spitzenpositionen …

In trauter Runde vor dem Theatranbau: Pavel Baleff, Benjamin Prins, Ivan Alboresi und Daniel Klajner (v.l.n.r.) (Foto: TNLOS) In trauter Runde vor dem Theatranbau: Pavel Baleff, Benjamin Prins, Ivan Alboresi und Daniel Klajner (v.l.n.r.) (Foto: TNLOS)
Als neuen Operndirektor begrüßte Klajner den aus Paris stammenden Benjamin Prins, der ab kommenden Spielzeit seine Arbeit in Nordhausen aufnehmen wird. Für ihn ist die Dramaturgie das Fundament szenischer Interpretationen und er verbringt nach eigenen Angaben viel Zeit für Recherche vor den Probenarbeiten, um die Bedeutung des dramatischen Stoffes in früheren Zeiten herauszufinden und sie in einen heutigen Kontext zu bringen. Er studierte Politik- und Sprachwissenschaften in Montpellier, ehe er das Regiehandwerk in Wien erlernte, wo er Musiktheaterregie an der Universität für Musik und Darstellende Kunst studierte. Engagements führten ihn an die Oper Köln, Wuppertaler Bühnen, Bayerische und die Wiener Staatsoper, an das Theater an der Wien und weitere Schweizer und französische Bühnen. Prins versteht sich weniger als Franzose, sagt er, denn vielmehr als einen europäischer Regisseur. Seine Entscheidung für Nordhausen traf er, nachdem er sich von der hohen Qualität im Nordhäuser Ensemble überzeugen konnte. Auch die Zusammenarbeit mit den Kollegen Alboresi und Baleff, die er beide sehr schätze, haben ihn zu diesem Schritt nach Nordthüringen bewogen. Wenn er in Kürze nach Nordhausen zieht will er sich auch gleich einem örtlichen Boxveerein anschließen, denn dieser Sport ist sein großes Hobby.

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Der schon gelobte Pavel Baleff ist der designierte Generalmusikdirektor, der ebenfalls zur neuen Spielzeit sein Engagement antreten wird. Der gebürtige Bulgare ist seit vielen Jahren an den Pulten europäischer Orchester ein angesehener Dirgent, der an der Staatlichen Musikakedemie in Sofia seine Ausbildung genoss. Zuletzt war er in baden-bauen engagiert und wollte eigentlich schon früher nach Nordhausen wechseln, was durch die Corona-Wirren verschoben werden musste. Baleff schätzt seinen Vorgänger Michael Helmrath sehr als Kollegen und hat bereits vor drei Jahren ein Sinfoniekonzert des Loh-Orchesters dirigiert. Er sehe hier ein sehe intaktes Orchester, das ruhig und entspannt arbeite und mit sehr wiligen Musikern besetzt sei. Er selbst empfinde daher Zuversicht und eine große Motivation, weil er die Energie des Orchesters spüre. Das Repertoire will er erweitern, Haydn, Mozart, Beethoven blieben aber seine musikalischen Götter. Stücke die weniger bekannt sind, die aber Musiker und Publikum bereichern können, werden den Konzertplan unter seiner Leitung ergänzen. Baleff will die Musikfreunde auch an eine bisher unbekanntere Ästhetik heranführen, die durchaus eine positive Rolle spielen könne.

Der dritte im Bunde ist kein Neuer, wohl aber ein sehr Guter, weshalb Intendant Klajner sich sehr glücklich schätzt, ihn in Nordhausen halten zu können. Ivan Alboresi hat als Balettdirektor und Regisseur bereits spektakuläre Inszenierungen in Nordhauen geschaffen und fühlt sich sichtlich wohl. „Ich bin glücklich in Nordhausen mit der Stadt, den Kollegen und der Arbeit. Dei Bestätigung der Fachwelt für unsere Arbeit tut zusätzlich gut“, sagte er. Das Nordhäuser Ballettensemble hat durch Alboresis Arbeiten inzwischen eine sehr guten Ru und der Maestro will auch weiterhin immer wieder neue Impulse setzen. Auch der Italiener betonte, sich auf die Arbeit mit Prins und Baleff außerordentlich zu freuen.

Vom eidgenössischen Intendanten scherzhaft als der „Quotendeutsche" bezeichnet wird in der nächsten Spielzeit Jörg Neubauer künstlerischer Leiter des Jungen Theaters. Der Schauspieler und Musicaldarsteller hat in der letzten Zeit schon in Nordhausen als Theaterpädagoge gewirkt und Regiearbeiten imm Jugendtheater übernommen. Daniel Klajner zeugte sich begeistert, einen so fähigen Profi für das Junge Theater an Bord zu haben.
Bleibt zu hoffen, dass die vier Herren in der nächsten Spielzeit unbeschwert loslegen und ihr Können für ein interessiertes Publikum unter Beweis stellen können.
Olaf Schulze
Autor: osch

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Kommentare
NOS4A2
05.02.2022, 13:14 Uhr
Neuer Leiter im Jungen Theater,
soll das heissen, dass Frau Bethge, die das seit Jahren erfolgreich macht, ersetzt bzw. entlassen ist?
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Anm. d. Red.: Nein, Herr Neubauer übernimmt die künstlerische Leitung, Frau Bethge bleibt die Leiterin des Jungen Theaters.
Wie Bitte
05.02.2022, 13:35 Uhr
Anmerkung zur Anmerkung:
Das liest sich im Artikel zum gleichen Thema in einem print-Medium aber völlig anders. Dort steht "Chef des Jungen Theaters". Und so ähnlich stand das auch gestern noch auch in diesem Artikel, ich bilde mir ein, dass das heute anders hier steht. Kann das sein?
Was ist denn da am Theater los?
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Anm. d. Red.: Noch einmal, Her Neubauer wird neuer "Künstlerischer Leiter", d.h. er wird Inszenierungen planen und durchführen. Frau Bethge bleibt die Gesamtverantwortliche für das Junge Theater. Das hat die Theaterleitung gestern noch einmal ausdrücklich klargestellt, nachdem es bei einigen Journalisten zu Missverständnissen gekommen war.
Utnapischtim
06.02.2022, 07:28 Uhr
Der Beitrag wurde deaktiviert – Gehört nicht zum Thema
nur_mal_so
06.02.2022, 17:23 Uhr
Da soll wohl der Fehler nicht widerholt werden,
welcher zur Kündigung der Oberspielleiterin passierte. Diesmal nimmt man die Person nach und nach aus dem öffentlichen Fokus heraus, an statt mit einem Schlag.
Gudrun1974
06.02.2022, 18:07 Uhr
Was ist denn los am Theater?
Wenn man die Kommentare hier ließt scheint einiges dort schon länger unter Decke zu brodeln? Kann jemand aufklären?
NOS4A2
08.02.2022, 11:32 Uhr
Seit Gründung
des Nordhäuser Theaterjugendclubs war noch nie ein „künstlerischer Leiter“ von Nöten. Die Ausrichtung lag immer in den Händen des/der jeweiligen Leiters/Leiterin und der zugehörigen Pädagogen.

Mir ist völlig schleierhaft warum jetzt auf einmal das Rad neu erfunden werden muss?
Oder zeichnet sich hier, gar auf längere Sicht gesehen, ein kompletter Strukturwandel auf der Leitungsebene ab?
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