Fr, 18:50 Uhr
17.12.2021
Kreissportbund zieht Bilanz
Im Rahmen der Möglichkeiten
Die Corona-Pandemie war und ist nicht leicht, auch nicht für die vielen kleinen Sportvereine und ihre Mitglieder. Insofern waren die letzten zwei Jahre auch eine Herausforderung für den Kreissportbund, der die Vereine der Region unterstützen soll. Unter den Umständen habe man alles gegeben, resümierte der Bund heute…
Sport und Training waren in der Pandemie keine Selbstverständlichkeit. Trotz der Widrigkeiten habe man auch 2021 viel erreichen können, meint man beim Kreissportbund (Foto: nnz-Archiv)
140 Vereine gibt es im Landkreis mit insgesamt 13.347 Mitgliedern aller couleur, groß und klein, jung und alt, Profis und Amateure, Einheimische und Zugewanderte. Es gibt Fußballer, Tischtennisspieler, Schachmeister, Schwimmer, Golfer, Radfahrer, Kampfsportler, Leichtathleten, Herzsportler, und, und, und.
Fast allen war gemein, dass sie in der Pandemie ihrem Sport teilweise gar nicht oder nur bedingt nachgehen konnten. Und dort wo wieder Training, Spiel und Wettkampf möglich war, da warteten neue Verordnungen, die sich mitunter im Wochentakt ändern konnten. Gut wenn man da einen Anlaufpunkt hat, der bei Fragen aushelfen und unterstützen kann. Das ist in Nordhausen die Aufgabe des Kreissportbundes und der sei man im letzten Jahr so gut nachgekommen wie es eben möglich war, sagte KSB-Präsident Gert Störmer heute.
Man hat noch einmal genau hingeschaut, auch weil zuletzt Kritik laut geworden war, der Verband hätte in der Pandemie nicht ordentlich gearbeitet. Dem widerspricht man nicht nur beim KSB, auch der Landesverband hat sich hinter die Kreisorganisation gestellt. Zudem habe man in den letzten Tagen viel Zuspruch aus der Nordhäuser Vereinslandschaft erhalten, berichten Störmer und KSB-Geschäftsführer Patrick Börsch. Für die vertrauensvolle Zusammenarbeit und das positive Feedback der Vereine sei man dankbar, sagte Börsch.
Beim Kreissportbund blickten Geschäftsführer Patrick Börsch (links) und Präsident Gert Strömer (Mitte) heute auf das Jahr zurück (Foto: agl)
Präsident Störmer kann derweil auf Erfolge verweisen: die Pauschale für Übungsleiter, die man vom Kreis und der Stadt Nordhausen bekommt, ist um 20.000 Euro auf 40.000 Euro gestiegen, die Zuwendungen an die Vereine aus den diversen Fördertöpfen lagen 2020 mit 198.000 Euro um ein gutes Drittel über dem Niveau des Vorjahres und auch für 2021 sieht es gut aus. Der Sprung in die digitale Welt der Online-Treffen war auch für die meisten Vereine ein Sprung ins kalte Wasser. Dennoch habe man im laufenden Jahr rund 2.500 Beratungsgespräche zu Vereinsfragen durchführen können, sowohl On- als auch Offline. Man hat digitale Übungsstunden und einen, laut KSB sehr gut besuchten, Online-Stammtisch ins Leben gerufen. Die personelle Unterstützung der Vereine könnte zugegebenermaßen besser sein, erklärte Störmer weiter, allein es liege nicht am Willen sondern vielmehr am passenden Personal, das schlicht nicht vorhanden sei.
Beratung, finanzielle und personelle Unterstützung seien die drei wichtigsten Säulen der Arbeit des KSB und die habe man aufrecht erhalten können. Die Veranstaltungen freilich, die standen in der Pandemie auf einem anderen Blatt. Die Vereine konnte man zwischenzeitlich mit Hygienematerialien, Masken und Tests aushelfen. Auch das sei keine Selbstverständlichkeit in Thüringen, ihm sei kein anderer Kreisverband bekannt, der sich in dieser Form für seine Vereine eingestzt habe, sagt Börsch. "Egal was wir tun, jedes Projekt das wir ins Leben rufen, es geht immer zu Gunsten der Vereine".
Dennoch: geplante Aktionen, wie etwa der Kindergartensporttag, wurden durch die Entwicklung der Corona-Lage immer wieder zerschossen. Für die Kindergärten hat man eine andere Lösung gefunden. Statt eines gemeinsame Tages mit rund 30 Einrichtungen wurde eine Kindergartensportwoche durchgeführt, die zwar nur an 11 Einrichtungen stattfand, am Ende aber mehr Kinder erreicht hätte, als der übliche Sporttag, so Geschäftsführer Patrick Börsch.
Jüngstes Corona-Opfer wurde die Ehrenamtsgala. Mit den Ehrungen habe man sich in einem Jahr mit wenigen Wettkämpfen und unterschiedlichen Rahmenbedingungen für die Sportlerinnen und Sportler ohnehin schwer getan. Es gab so gut wie keine Veranstaltungen in der Pandemie und so haben wir versucht eine adäquate und ausgewogene Lösung zu finden. Da wir keinen fairen Gradmesser haben war die Überlegung, das Team hinter den Teams und Sportlern zu ehren., erläuterte Störmer. Entsprechende Pläne habe es schon im Februar gegeben, man wollte im Mai zusammenkommen. Der Virus kam dazwischen, also disponierte man auf Ende November um. Wir wussten den Ort, die Anzahl der Auszeichnungen, wir kannten die Vorschläge, erzählt Störmer, ich sage mal so: wir hatten das bis auf die letzte Bratwurst durchgeplant. Aber die Pandemie hat uns dann doch wieder eingeholt und wir hätten innerhalb einer Woche von 120 auf 50 Teilnehmer runter gehen und umorganisieren müssen. Nun soll die Ehrung im nächsten Frühjahr durchgeführt werden, wann genau das passieren könne sei aber noch unklar.
Im Rahmen der Möglichkeiten habe man über das Jahr soviel getan, wie es eben ging. Dazu gehörten Spiel- und Spaßfeste, Motoriktests an Schulen, die Abnahme von Sportabzeichen, Ausbildungen, Events wie der Frauensporttag unter erschwerten Bedingungen, Ferienangebote und Veranstaltungen bei Partnern, Tage der offenen Tür, Netzwerktreffen - das Alltagsgeschäft eines Kreissportbundes eben.
Und man habe auch in der Krise Neues versucht. Als Reaktion auf den Ausfall des Schwimmunterrichts konnte man als ausgleichende Maßnahme das Projekt Seepferdchen ins Leben rufen und mit der Unterstützung der Gipswirtschaft Schwimmkurse für Vorschulkindern ermöglichen. In Großwechsungen half man Jugendlichen dabei, einen Basketballplatz zu bauen und an den Kiesteichen unterstützte man die noch junge Szene der Stehpaddler.
Viel Zuspruch erhielt auch der Seniorensport, kein anderer Bereich habe solche Zuwächse erreichen können, sagt Reiner Bernd. Wer einmal Sport getrieben habe, der komme im Alter häufig wieder dahin zurück. Er würde sich wünschen, wenn jeder Verein einen Seniorenbeauftragten hätte, der auch entsprechende Angebote machen könnte. Den Anteil der jungen Sportler wolle man wieder erhöhen, das sei die Aufgabe der nächsten Jahre, meinte man beim KSB weiter. Aktuell finden sich 4.560 Kinder und Jugendliche über 89 verschiedene Abteilungen in den Reihen der Nordhäuser Vereine. Ziel müsse es sein, das Verbot vom Sportverbot zu erreichen und dafür Sorge zu tragen, dass gerade die jungen Sportlerinnen und Sportler nicht wieder als erste zu Hause bleiben müssten. Dafür sei vor allem eines wichtig, schloss Störmer - das man beständig miteinander im Gespräch bleibt.
Angelo Glashagel
Autor: red
Sport und Training waren in der Pandemie keine Selbstverständlichkeit. Trotz der Widrigkeiten habe man auch 2021 viel erreichen können, meint man beim Kreissportbund (Foto: nnz-Archiv)
140 Vereine gibt es im Landkreis mit insgesamt 13.347 Mitgliedern aller couleur, groß und klein, jung und alt, Profis und Amateure, Einheimische und Zugewanderte. Es gibt Fußballer, Tischtennisspieler, Schachmeister, Schwimmer, Golfer, Radfahrer, Kampfsportler, Leichtathleten, Herzsportler, und, und, und.
Fast allen war gemein, dass sie in der Pandemie ihrem Sport teilweise gar nicht oder nur bedingt nachgehen konnten. Und dort wo wieder Training, Spiel und Wettkampf möglich war, da warteten neue Verordnungen, die sich mitunter im Wochentakt ändern konnten. Gut wenn man da einen Anlaufpunkt hat, der bei Fragen aushelfen und unterstützen kann. Das ist in Nordhausen die Aufgabe des Kreissportbundes und der sei man im letzten Jahr so gut nachgekommen wie es eben möglich war, sagte KSB-Präsident Gert Störmer heute.
Man hat noch einmal genau hingeschaut, auch weil zuletzt Kritik laut geworden war, der Verband hätte in der Pandemie nicht ordentlich gearbeitet. Dem widerspricht man nicht nur beim KSB, auch der Landesverband hat sich hinter die Kreisorganisation gestellt. Zudem habe man in den letzten Tagen viel Zuspruch aus der Nordhäuser Vereinslandschaft erhalten, berichten Störmer und KSB-Geschäftsführer Patrick Börsch. Für die vertrauensvolle Zusammenarbeit und das positive Feedback der Vereine sei man dankbar, sagte Börsch.
Beim Kreissportbund blickten Geschäftsführer Patrick Börsch (links) und Präsident Gert Strömer (Mitte) heute auf das Jahr zurück (Foto: agl)
Präsident Störmer kann derweil auf Erfolge verweisen: die Pauschale für Übungsleiter, die man vom Kreis und der Stadt Nordhausen bekommt, ist um 20.000 Euro auf 40.000 Euro gestiegen, die Zuwendungen an die Vereine aus den diversen Fördertöpfen lagen 2020 mit 198.000 Euro um ein gutes Drittel über dem Niveau des Vorjahres und auch für 2021 sieht es gut aus. Der Sprung in die digitale Welt der Online-Treffen war auch für die meisten Vereine ein Sprung ins kalte Wasser. Dennoch habe man im laufenden Jahr rund 2.500 Beratungsgespräche zu Vereinsfragen durchführen können, sowohl On- als auch Offline. Man hat digitale Übungsstunden und einen, laut KSB sehr gut besuchten, Online-Stammtisch ins Leben gerufen. Die personelle Unterstützung der Vereine könnte zugegebenermaßen besser sein, erklärte Störmer weiter, allein es liege nicht am Willen sondern vielmehr am passenden Personal, das schlicht nicht vorhanden sei.
Beratung, finanzielle und personelle Unterstützung seien die drei wichtigsten Säulen der Arbeit des KSB und die habe man aufrecht erhalten können. Die Veranstaltungen freilich, die standen in der Pandemie auf einem anderen Blatt. Die Vereine konnte man zwischenzeitlich mit Hygienematerialien, Masken und Tests aushelfen. Auch das sei keine Selbstverständlichkeit in Thüringen, ihm sei kein anderer Kreisverband bekannt, der sich in dieser Form für seine Vereine eingestzt habe, sagt Börsch. "Egal was wir tun, jedes Projekt das wir ins Leben rufen, es geht immer zu Gunsten der Vereine".
Dennoch: geplante Aktionen, wie etwa der Kindergartensporttag, wurden durch die Entwicklung der Corona-Lage immer wieder zerschossen. Für die Kindergärten hat man eine andere Lösung gefunden. Statt eines gemeinsame Tages mit rund 30 Einrichtungen wurde eine Kindergartensportwoche durchgeführt, die zwar nur an 11 Einrichtungen stattfand, am Ende aber mehr Kinder erreicht hätte, als der übliche Sporttag, so Geschäftsführer Patrick Börsch.
Jüngstes Corona-Opfer wurde die Ehrenamtsgala. Mit den Ehrungen habe man sich in einem Jahr mit wenigen Wettkämpfen und unterschiedlichen Rahmenbedingungen für die Sportlerinnen und Sportler ohnehin schwer getan. Es gab so gut wie keine Veranstaltungen in der Pandemie und so haben wir versucht eine adäquate und ausgewogene Lösung zu finden. Da wir keinen fairen Gradmesser haben war die Überlegung, das Team hinter den Teams und Sportlern zu ehren., erläuterte Störmer. Entsprechende Pläne habe es schon im Februar gegeben, man wollte im Mai zusammenkommen. Der Virus kam dazwischen, also disponierte man auf Ende November um. Wir wussten den Ort, die Anzahl der Auszeichnungen, wir kannten die Vorschläge, erzählt Störmer, ich sage mal so: wir hatten das bis auf die letzte Bratwurst durchgeplant. Aber die Pandemie hat uns dann doch wieder eingeholt und wir hätten innerhalb einer Woche von 120 auf 50 Teilnehmer runter gehen und umorganisieren müssen. Nun soll die Ehrung im nächsten Frühjahr durchgeführt werden, wann genau das passieren könne sei aber noch unklar.
Im Rahmen der Möglichkeiten habe man über das Jahr soviel getan, wie es eben ging. Dazu gehörten Spiel- und Spaßfeste, Motoriktests an Schulen, die Abnahme von Sportabzeichen, Ausbildungen, Events wie der Frauensporttag unter erschwerten Bedingungen, Ferienangebote und Veranstaltungen bei Partnern, Tage der offenen Tür, Netzwerktreffen - das Alltagsgeschäft eines Kreissportbundes eben.
Und man habe auch in der Krise Neues versucht. Als Reaktion auf den Ausfall des Schwimmunterrichts konnte man als ausgleichende Maßnahme das Projekt Seepferdchen ins Leben rufen und mit der Unterstützung der Gipswirtschaft Schwimmkurse für Vorschulkindern ermöglichen. In Großwechsungen half man Jugendlichen dabei, einen Basketballplatz zu bauen und an den Kiesteichen unterstützte man die noch junge Szene der Stehpaddler.
Viel Zuspruch erhielt auch der Seniorensport, kein anderer Bereich habe solche Zuwächse erreichen können, sagt Reiner Bernd. Wer einmal Sport getrieben habe, der komme im Alter häufig wieder dahin zurück. Er würde sich wünschen, wenn jeder Verein einen Seniorenbeauftragten hätte, der auch entsprechende Angebote machen könnte. Den Anteil der jungen Sportler wolle man wieder erhöhen, das sei die Aufgabe der nächsten Jahre, meinte man beim KSB weiter. Aktuell finden sich 4.560 Kinder und Jugendliche über 89 verschiedene Abteilungen in den Reihen der Nordhäuser Vereine. Ziel müsse es sein, das Verbot vom Sportverbot zu erreichen und dafür Sorge zu tragen, dass gerade die jungen Sportlerinnen und Sportler nicht wieder als erste zu Hause bleiben müssten. Dafür sei vor allem eines wichtig, schloss Störmer - das man beständig miteinander im Gespräch bleibt.
Angelo Glashagel


