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Fr, 12:19 Uhr
12.11.2021
Regina Mudrich spielt zu Werken von Käthe Kollwitz

Strich und Ton

Morgen Abend kommt die in Nordhausen geborene Geigerin Regina Mudrich in die Cyriaci-Kapelle und stellt dort Ihr Soloprojekt „Käthe Kollwitz - Strich und Ton“ vor. Im Vorfeld gab sie uns ein Interview. Die vielseitige Künstlerin, die regelmäßig ihre alte Heimat besucht, gab schon mit internationalen Künstlern verschiedener Musikrichtungen in Nordhausen Konzerte...

Regina Mudrich gastiert morgen Abend in der Cayriaci-Kapelle (Foto: Michael Kuck) Regina Mudrich gastiert morgen Abend in der Cayriaci-Kapelle (Foto: Michael Kuck)

nnz: Regina, du spielst mit ganz unterschiedlichen Künstlern, mal mit der norwegischen Folk-Rock-Band Depui, mal mit Dave Peabody, mal mit der Niederländerin Qeaux Qeaux Joans. Wie kommt es, dass du mit so vielen Leuten unterwegs bist?

Regina Mudrich:
„Mir macht Vielfalt Spaß. Ich liebe Abwechslung - sowohl im musikalischen Genre, als auch in musikalischen Besetzungen. Ich habe in Bremen einen kleinen Veranstaltungsort, das Gewoelbe Vegesack. Auch dadurch wird man immer wieder auf neue Künstler aufmerksam. Wenn diese Künstler dann in Bremen Konzerte geben, dann begleite ich sie meist spontan. Die meisten musikalischen Projekte, sind dadurch entstanden. Irgendwann werden daraus Tourneen und gemeinsame Alben. Und weil ich nebenher noch eine kleine Künstleragentur habe, durch die ich in den vergangenen Jahren eine Art Netzwerk mit kleinen Spielstätten gepflegt habe, gebe ich dann mit den Künstlern Konzerte, wie zum Beispiel hier in Nordhausen in der Cyriaci-Kapelle.“

Aber dieses Mal kommst du ja ganz allein nach Nordhausen - ohne andere Künstler. Was ist das für ein Projekt?
„Eigentlich klingt es sehr abwertend, wenn ich sage, es ist ein Corona-Projekt. Aber der Senator für Kultur in Bremen unterstützte die Künstler während des Logdowns insofern, dass man sich mit musikalischen Projekten bewerben konnte. Dazu gehörten eine überzeugende musikalische Idee, eine anständige Kalkulation, verschiedene Auftrittsmöglichkeiten…
Ich selbst male und zeichne gern. Die „Bildende Kunst“, besonders Zeichnen und Malen sind mir also sehr vertraut. Oft improvisiere ich zu Bildern, und wenn ich zeichne ist das in meinem Kopf ein ähnlicher Prozess der Gestaltens, ähnlich wie beim Geigen. Es lag für mich nahe, Musik und Bilder miteinander zu verbinden und zu Bildern Musik zu komponieren. Und Käthe Kollwitz’ Schaffen drängte sich von allein auf - also entstand dieses Projekt.“

Und warum gerade Käthe Kollwitz?
„Ich besuchte in den ersten Schuljahren die Käthe Kollwitz Schule und wohnte schräg gegenüber. Ich sah also täglich die Bronzeplastik, die vor der Schule steht. Als Kind fand ich die nicht besonders schön, aber trotzdem faszinierte mich die Haltung. Sie war eine der ganz großen Frauen des 20. Jahrhunderts, als Künstlerin sowieso, aber auch in ihrer Offenheit, in ihrer Geradlinigkeit, in ihrer pazifistischen und menschenzugewandten Einstellung.
Käthe Kollwitz Kunst ist mir sehr nah und vertraut. Ich mag ihren Strich, ihre Linienführung - sie ist kraftvoll und zärtlich, sie ist herausfordernd, grob, und ihr expressionistisches Werk spricht, redet, schreit, wimmert, weint, wütet, singt, tobt, jauchzt, wenn man es betrachtet. Ich fühle beim Anschauen der Werke immer Musik mit.

Die Geige ist von der Frequenz her der menschlichen Stimme sehr nah. Also begann ich zu den für mich wichtigen Zeichnungen, Musik zu komponieren. Die Zeichnungen und Radierungen, zu denen ich Musik schrieb, bestehen aus Linien. Die Reduktion auf nur ein Instrument lässt die Klarheit jeder Linie Raum und konzentriert sich auf den einzelnen Strich.“

Wie kann man sich den Konzertabend in der Cyriaci-Kapelle vorstellen?
„Mittels Beamer werden die Bilder auf der Bühne groß sichtbar sein. Ich stehe ebenfalls auf der Bühne, aber nicht so im Zentrum und im Scheinwerferlicht, wie man das von einem normalen Konzert kennt. Das entsprechende Bild wird also zu sehen sein, während ich die Musik, die ich dazu komponiert habe, spielen werde. Es ist eine konzentrierte Atmosphäre, die den Werken von Käthe Kollwitz einen gleichberechtigten Platz auf der Bühne einräumt, wie meiner Musik.“

Mit wem wirst du nach diesem Kollwitz-Projekt nach Nordhausen kommen?
Ende Dezember bin ich wieder in Nordhausen, dann mit einem deutschen Liedermacher, mit dem ich im vergangenen Jahr ein Album aufgenommen hatte. Lieder, die vergleichbar sind mit denen von Reinhard Mey, Hannes Wader und Konstantin Wecker. “

Die Eintrittskarten für das Konzert am 13. November gibt es bei Ticketshop Thüringen, in der Nordhäuser Stadtinformation, im Buchhaus Rose, bei Spezialitäten Brettschneider und an der Abendkasse. Für Schüler und Lehrer der Musikschule gibt es im Sekretariat der Musikschule besondere Vergünstigungen. Wegen der steigenden Coronazahlen findet das Konzert unter 3G statt. Weitere Informationen finden sich unter: www.reginamudrich.de
Autor: red

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