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Mi, 09:24 Uhr
02.11.2005

Die Schere ist überall

Nordhausen (nnz). Die Schere zwischen Ost und West klafft in vielen gesellschaftlichen Bereichen weiter auseinander. Mit einem Trend, der auch für den Landkreis Nordhausen fatale Folgen haben wird, mussten sich die Mitglieder des Kreisausschusses auseinandersetzen.


Die nnz hatte bereits gestern berichtet, dass die Kosten für die Betreuung Obdachloser weiter gestiegen sind und vermutlich auch weiter steigen werden. Aber auch die Kosten für die Betreuung älterer Menschen werden nach oben gehen. Im Landkreis Nordhausen werden immer mehr alte Frauen und Männer in Alten- und Pflegeheimen betreut. Das kostet viel Geld. In vielen Fällen reichen Rente und der Beitrag aus der Pflegekasse nicht aus, um die Kosten zu decken. Das ist vor allem dann der Fall, wenn die Menschen von der Pflegestufe 1 in die Stufe 3 wechseln.

Dann werden aus einst selbstzahlenden Heimbewohnern Sozialhilfefälle. Und für die muß die Kommune, in diesem Fall der Landkreis Nordhausen aufkommen. Geplant waren dafür im Jahr 2005 rund 1,5 Millionen Euro. Tatsächlich wurden aktuell aber schon fast 1,7 Millionen Euro ausgegeben, bis zum Jahresende sollen es 2,16 Millionen sein. Da klafft schlicht und ergreifend nicht nur ein Loch von 665.000 Euro an Mehrkosten, da klafft auch die Schere zwischen Ost und West weiter auseinander.

So ist die durchschnittliche Rente im Westen ungleich höher als im Osten. Mit dem Blick auf die normale Altersrente wird das zwar nicht sofort sichtbar, doch rechnet man die private Vorsorge und die Betriebsrenten in den alten Bundesländern hinzu, dann ist der Unterschied zwischen Ost und West viel größer. Und die Schere wird weiter auseinandergehen. Allein die hohe Arbeitslosigkeit wird nicht nur den kommenden Rentengenerationen zu schaffen machen, sie wird sich auch auf die Sozialhilfeleistungen der Kommunen auswirken. Im Klartext: Der jeweilige Träger der Sozialhilfe muß tiefer in die immer leerer werdenden Taschen greifen.

Und vielleicht macht den Unterschied zwischen kommunalen Sozialleistungen in Ost und West noch ein Zahlenspiel deutlich: Im Partnerlandkreis Unterallgäu (Mindelheim) liegt die Arbeitslosenquote derzeit bei 5 Prozent, nach Angaben des Nordhäuser Landrats Joachim Claus (CDU) gibt im Partnerlandkreis etwas mehr als 1.000 Menschen, die in den so genannten Bedarfgemeinschaften von ALG II leben, in unserem Landkreis sind es mehr als 12.000.
Autor: nnz

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